Branche

Chemie & Rohstoffe
Statistiken von der Lagerstätte bis zum Werkstoff

Chemie, Raffinerien, Papier, Glas und Kunststoff stehen am Anfang vieler Lieferketten. Diese Chemie & Rohstoffe Statistiken zeigen, wie Produktion, Energiepreise und Rohstoffversorgung zusammenhängen – und wie man die Daten sachgerecht vergleicht.

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–Statistiken
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Überblick

Warum Rohstoff- und Chemiedaten die Industrie frühzeitig spiegeln

Die Grundstoffindustrien liefern Vorprodukte für nahezu alle anderen Branchen – vom Automobilbau über Bau und Verpackung bis zur Pharmaindustrie. Veränderungen in ihrer Produktion zeigen sich deshalb oft früher als in nachgelagerten Sektoren. Chemie & Rohstoffe Statistiken helfen zu verstehen, wie sich Nachfrage, Energiekosten und internationale Konkurrenz auf die industrielle Basis auswirken. Weil Chemie, Papier, Glas und Raffinerien zu den energieintensivsten Industrien zählen, gehören Energie- und Rohstoffpreise zu den wichtigsten Einflussgrößen für ihre Wettbewerbsfähigkeit.

Amtliche Grundlage sind die Statistiken des Produzierenden Gewerbes von Destatis: Produktionsindex, Umsatz, Auftragseingang und Beschäftigte, gegliedert nach Wirtschaftszweigen wie „Herstellung von chemischen Erzeugnissen“ oder „Herstellung von Papier, Pappe und Waren daraus“. Die Produktionserhebung weist zudem Mengen und Werte einzelner Güter aus. Hinzu kommen Außenhandelsdaten, die zeigen, welche Rohstoffe importiert und welche Erzeugnisse exportiert werden. Fachverbände wie der VCI bereiten diese Daten auf und ergänzen sie durch eigene Erhebungen und Prognosen.

Für Rohstoffe selbst sind andere Stellen zuständig. Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe und die dort angesiedelte Deutsche Rohstoffagentur beobachten Förderung, Reserven, Angebotskonzentration und Preisrisiken bei Energierohstoffen und Metallen. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle veröffentlicht die amtlichen Mineralöldaten, die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen den Primärenergieverbrauch. Für nachwachsende Rohstoffe bündelt die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe Daten zu Anbau und stofflicher sowie energetischer Nutzung von Biomasse. Europäische Vergleichsdaten liefert Eurostat, globale Markt- und Verbrauchsdaten für Energierohstoffe die Internationale Energieagentur.

Beim Vergleich von Chemie & Rohstoffe Daten ist die Unterscheidung zwischen Mengen und Werten zentral. Steigende Umsätze können allein auf höhere Preise für Erdgas oder Rohöl zurückgehen, während die produzierte Menge stagniert. Viele Rohstoffpreise werden in US-Dollar notiert, sodass Wechselkursschwankungen die Entwicklung in Euro zusätzlich verändern. Außerdem wirkt die Branche mit Vorlauf: Ein Rückgang in der Grundstoffchemie kann auf eine spätere Schwäche in Bau oder Fahrzeugindustrie hindeuten, ist aber auch durch Importverlagerung erklärbar.

Themenbereiche

Chemie & Rohstoffe im Detail: 7 Themenbereiche

Die Kategorie umfasst sieben Themenfelder – von der Förderung fossiler und mineralischer Rohstoffe bis zu den verarbeitenden Grundstoffindustrien.

Chemieindustrie

Produktion, Umsatz, Erzeugerpreise und Beschäftigung der Chemiebranche, gegliedert nach Grundstoffchemie, Spezialchemie und Konsumchemikalien. Dazu Außenhandel, Energieeinsatz und Investitionen. Die Daten zeigen, wie energieintensive und weniger energieabhängige Sparten auf Kostenschocks reagieren.

ProduktionUmsatzEnergieverbrauch

Fossile Rohstoffe

Förderung, Importe, Reserven und Preise von Erdöl, Erdgas und Kohle. Die Daten zeigen Lieferländer, Versorgungsstrukturen und den Wandel des Energiemixes im Zuge der Energiewende. Ergänzend werden Speicherfüllstände und Bestände betrachtet.

ErdölErdgasKohle

Glas-, Keramik- & Kunststoffindustrie

Produktion und Umsatz von Flach- und Behälterglas, Keramik, Ziegeln sowie Kunststofferzeugung und -verarbeitung. Ergänzend werden Recyclingquoten und der Einsatz von Rezyklaten betrachtet. Viele dieser Branchen sind energieintensiv und stark von Bau und Verpackung abhängig.

GlasKunststoffRecycling

Mineralische Rohstoffe & Bergbau

Gewinnung von Kies, Sand, Naturstein, Kalk, Salzen und Industriemineralen sowie Versorgung mit Metallen. Im Fokus stehen Förderung, Importabhängigkeit und kritische Rohstoffe. Ergänzend geht es um Recyclingpotenziale und die Rolle heimischer Lagerstätten.

Kritische RohstoffeMetalleSteine und Erden

Mineralöl & Raffinierung

Rohölverarbeitung, Raffineriekapazitäten und Absatz von Kraftstoffen, Heizöl und petrochemischen Vorprodukten. Dazu Preisbildung, Verbrauchsentwicklung und Bestandsdaten. Ergänzend werden die Rolle der Raffinerien als Lieferanten der Petrochemie und die Folgen des Rückgangs fossiler Kraftstoffe beleuchtet.

RaffinerienKraftstoffeAbsatz

Nachwachsende Rohstoffe

Anbau und Nutzung von Biomasse für Energie, Chemie und Werkstoffe, etwa Raps, Mais, Holz oder Stärke. Die Daten zeigen Flächen, Einsatzmengen und Nutzungskonkurrenzen. Außerdem geht es um Nachhaltigkeitszertifizierung und Importe.

BiomasseBioenergieBiokunststoffe

Papierindustrie & Zellstoffindustrie

Produktion von Papier, Karton und Zellstoff nach Sorten, Altpapiereinsatz, Energieverbrauch und Außenhandel. Die Daten spiegeln den Wandel von grafischen Papieren hin zu Verpackungen. Hinzu kommen Rohstoff- und Energiekosten sowie die Entwicklung der Kapazitäten.

PapierZellstoffAltpapier

Neueste Statistiken

Chemie & Rohstoffe: aktuelle Grafiken und Daten

Neueste zuerst. Jede Grafik führt zur vollständigen Seite mit Quelle und Anmerkungen.

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Wertschöpfungskette

Vom Rohstoff zum Werkstoff: die Wertschöpfungskette

Die Grundstoffindustrie ist in Stufen organisiert. Jede Stufe wird von eigenen Statistiken beschrieben, und Preisimpulse wandern mit zeitlicher Verzögerung durch die Kette.

  1. 1

    Rohstoffgewinnung

    Förderung von Erdöl, Erdgas, Salzen, Steinen und Erden oder Anbau von Biomasse. Förder- und Reservedaten der BGR sowie die Agrar- und Forststatistik beschreiben Umfang und Herkunft.

  2. 2

    Import und Handel

    Ein Großteil der Energierohstoffe und Metalle wird eingeführt. Außenhandelsstatistik, BAFA-Daten zu Rohöl und Erdgas sowie Rohstoffpreisindizes zeigen Lieferländer, Mengen und Kosten. Sie machen Abhängigkeiten sichtbar.

  3. 3

    Primärverarbeitung

    Raffinerien, Steamcracker und Zellstoffwerke erzeugen Grundstoffe wie Benzin, Ethylen oder Zellstoff. Produktionserhebung und Mineralölstatistik erfassen Ausstoß und Kapazitäten dieser Stufe. Hier fallen die größten Energiemengen an.

  4. 4

    Veredelung

    Chemische Industrie, Kunststoff-, Glas- und Papierhersteller wandeln Grundstoffe in Spezialprodukte um. Produktionsindizes, Erzeugerpreise und Umsatzstatistiken bilden Entwicklung und Margendruck ab. Hier entsteht der Großteil der Wertschöpfung.

  5. 5

    Anwendung und Kreislauf

    Die Erzeugnisse gehen in Bau, Fahrzeuge, Verpackung und Konsumgüter und kehren teilweise als Sekundärrohstoff zurück. Abfall- und Recyclingstatistiken messen den Rücklauf. Auf dieser Stufe zeigt sich der Fortschritt der Kreislaufwirtschaft.

Datenquellen

Woher die Zahlen in dieser Kategorie stammen

Wir greifen auf die Institutionen zurück, die die Primärdaten erheben oder veröffentlichen. Die konkrete Quelle und ihr Veröffentlichungsdatum stehen auf jeder einzelnen Grafik.

Statistisches Bundesamt (Destatis)

Produktionsindex, Produktionserhebung, Erzeugerpreise, Außenhandel und Beschäftigung der Chemie-, Papier-, Glas- und Kunststoffindustrie

Verband der Chemischen Industrie (VCI)

Branchenkennzahlen, Quartalsberichte und Prognosen zu Produktion, Preisen und Umsatz der Chemie- und Pharmaindustrie

Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) / DERA

Rohstoffsituation Deutschlands, Energiestudien, Reserven und Ressourcen sowie Risikobewertungen für mineralische Rohstoffe und Metalle

Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)

Amtliche Mineralöldaten zu Rohölimporten, Raffinerieerzeugung, Beständen und Inlandsabsatz sowie Daten zu Erdgaseinfuhren

AG Energiebilanzen

Energiebilanzen und Primärenergieverbrauch nach Energieträgern sowie Auswertungstabellen zur Energieversorgung und zum Energieeinsatz der Industrie in Deutschland

Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR)

Anbauflächen, stoffliche und energetische Nutzung von Biomasse sowie Marktdaten zu biobasierten Produkten

Die Papierindustrie e. V.

Produktion nach Papiersorten, Altpapiereinsatz, Energieverbrauch, Außenhandel und Kapazitäten der deutschen Papier- und Zellstoffindustrie

Eurostat

Europäische Industrie-, Energie- und Abfallstatistik für Vergleiche der Grundstoffbranchen und Recyclingquoten zwischen EU-Ländern

Lesehilfe

So lesen Sie Chemie- und Rohstoffstatistiken richtig

Tipp 1

Chemie mit oder ohne Pharma

Verbände und amtliche Statistik weisen die Chemie teils einschließlich, teils ohne Pharmaindustrie aus. Da Pharma einen anderen Konjunkturverlauf hat, können Gesamtwerte die Lage der klassischen Chemie verdecken. Prüfen Sie immer, welche Abgrenzung einer Zahl zugrunde liegt.

Tipp 2

Preiseffekte herausrechnen

In energieintensiven Branchen schwanken Umsätze stark mit Gas- und Ölpreisen. Aussagen über die tatsächliche Aktivität erlaubt erst die preisbereinigte Produktion oder die Menge in Tonnen. Nominale Umsatzzuwächse sind in Hochpreisphasen kein Beleg für Wachstum. Das gilt ebenso für Exporte.

Tipp 3

Reserven sind keine festen Vorräte

Reserven bezeichnen nach heutigem Stand technisch und wirtschaftlich gewinnbare Mengen. Steigen Preise oder verbessert sich die Technik, können sie wachsen, obwohl nichts Neues entdeckt wurde. Ressourcen umfassen dagegen auch derzeit nicht wirtschaftlich förderbare Vorkommen. Beides wird häufig verwechselt.

Tipp 4

Heizwert statt Tonnen

Energierohstoffe unterscheiden sich stark im Energiegehalt. Für Vergleiche zwischen Erdöl, Erdgas, Kohle und Biomasse werden Mengen in Energieeinheiten wie Petajoule umgerechnet. Tonnenangaben verschiedener Energieträger lassen sich nicht sinnvoll addieren. Die AG Energiebilanzen weist dafür einheitliche Umrechnungsfaktoren aus.

Häufige Fragen

Chemie & Rohstoffe-Statistiken: häufige Fragen

Warum gilt die Chemieproduktion als Frühindikator für die Industrie?

Chemische Erzeugnisse gehen als Vorprodukte in fast alle Industriezweige ein, etwa als Kunststoffe, Lacke, Klebstoffe oder Düngemittel. Kunden bestellen weniger, sobald sie selbst eine schwächere Nachfrage erwarten oder Lager abbauen. Deshalb zeigen Veränderungen in der Chemieproduktion häufig früh, wohin sich die Industrie insgesamt bewegt. Einschränkend wirkt, dass Rückgänge auch durch Importverlagerung oder Kapazitätsabbau entstehen können.

Was sind kritische Rohstoffe?

Als kritisch gelten Rohstoffe, die wirtschaftlich besonders wichtig sind und zugleich ein hohes Versorgungsrisiko aufweisen, etwa weil die Förderung auf wenige Länder konzentriert ist. Die EU veröffentlicht dazu regelmäßig eine Liste, die mit dem Critical Raw Materials Act rechtlich verankert wurde. In Deutschland analysiert die Deutsche Rohstoffagentur Angebotskonzentration, Preisrisiken und Substitutionsmöglichkeiten einzelner Rohstoffe.

Wie hängen Erdgaspreise und Chemieproduktion zusammen?

Erdgas dient in der Chemie sowohl als Energieträger als auch als Rohstoff, etwa für die Ammoniakherstellung. Steigende Gaspreise erhöhen daher die Kosten doppelt. Besonders energieintensive Grundstoffe werden dann zurückgefahren oder günstiger importiert. In der Statistik zeigt sich das in sinkender Produktion energieintensiver Sparten, während weniger energieabhängige Bereiche wie Spezialchemie stabiler bleiben können.

Wie wird die Recyclingquote bei Papier, Glas und Kunststoff berechnet?

Die Definitionen unterscheiden sich je nach Werkstoff und Quelle. Häufig wird zwischen der Sammelquote, also dem Anteil gesammelter Abfälle, und der Einsatzquote, also dem Anteil von Sekundärrohstoffen am Produktionseinsatz, unterschieden. Für Verpackungen gelten zudem gesetzliche Berechnungsregeln, die in den letzten Jahren verschärft wurden. Quoten sollten daher nur bei gleicher Definition verglichen werden.

Welche Quelle eignet sich für aktuelle Daten zu Kraftstoffen und Heizöl?

Für Mengen sind die amtlichen Mineralöldaten des BAFA die zentrale Quelle; sie erfassen Einfuhren, Raffinerieerzeugung, Bestände und Inlandsabsatz. Verbraucherpreise für Kraftstoffe und Heizöl enthält der Verbraucherpreisindex von Destatis. Für Rohölnotierungen am Weltmarkt bieten sich Daten der Internationalen Energieagentur oder der Weltbank an, wobei die Umrechnung von US-Dollar in Euro zu beachten ist.

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