Branche

Pharma & Gesundheit
Statistiken zu Gesundheitssystem, Versorgung, Pflege und Arzneimittelmarkt

Gesundheitsstatistiken zeigen, wie das deutsche Gesundheitswesen finanziert wird, wie Versorgung in Praxen, Kliniken und Pflege organisiert ist und wie sich Pharma- und Medizintechnikmärkte entwickeln. Die Daten stammen aus amtlicher Statistik, Krankenkassen und Fachverbänden.

6Themenbereiche
–Statistiken
–Letzte Aktualisierung
Krankenhausflur mit Pflegekraft, Medikamentenwagen und medizinischen Geräten in hellem Tageslicht Pharma & Gesundheit

Überblick

Was Gesundheitsstatistiken über Versorgung und Kosten verraten

Das Gesundheitswesen ist einer der größten Wirtschaftsbereiche in Deutschland und zugleich ein stark regulierter Markt. Preise für Arzneimittel, Vergütungen für Ärztinnen und Ärzte oder Klinikleistungen entstehen nicht frei, sondern über Gesetze, Verhandlungen und Selbstverwaltung. Pharma & Gesundheit Statistiken müssen deshalb immer im Zusammenhang mit diesen Regeln gelesen werden: Ein Rückgang der Ausgaben für ein Medikament kann auf einen Rabattvertrag zurückgehen, nicht auf geringere Nutzung. Diese Seite ist ein Statistikangebot und ersetzt keine medizinische Beratung.

Die amtliche Statistik liefert das Grundgerüst. Das Statistische Bundesamt erstellt die Gesundheitsausgabenrechnung, die Ausgaben nach Trägern, Leistungsarten und Einrichtungen aufschlüsselt, sowie die Krankenhausstatistik mit Betten, Fällen und Personal. Die Pflegestatistik erscheint alle zwei Jahre und erfasst Pflegebedürftige, Pflegeheime und ambulante Dienste. Die Todesursachenstatistik zeigt, woran Menschen in Deutschland sterben, und ist eine wichtige Basis für die Gesundheitsberichterstattung. Zwischen Berichtsjahr und Veröffentlichung liegt bei diesen Statistiken meist ein längerer Zeitraum, weil Meldungen vieler Einrichtungen zusammengeführt und geprüft werden müssen.

Viele Detaildaten stammen aus Abrechnungsdaten der Krankenkassen. Sie sind vollständig für die gesetzlich Versicherten, bilden aber privat Versicherte und Selbstzahler nicht ab. Das Robert Koch-Institut ergänzt diese Sicht mit Gesundheitssurveys und der Meldung übertragbarer Krankheiten. Befragungsdaten erfassen dabei, wie Menschen ihre Gesundheit selbst einschätzen, Abrechnungsdaten dagegen, welche Leistungen tatsächlich erbracht wurden. Beide Perspektiven ergänzen sich, führen aber nicht zu identischen Ergebnissen. Zudem ändern sich Diagnosekodierung und Abrechnungsregeln im Zeitverlauf, was Zeitreihen beeinflusst.

Für die Industrieseite berichten Verbände wie der vfa über forschende Pharmaunternehmen und der BVMed über Medizintechnik. Destatis liefert Produktions- und Außenhandelsdaten für die Pharmaindustrie. Internationale Vergleiche ermöglichen OECD, WHO und Eurostat, allerdings mit Einschränkungen, weil Gesundheitssysteme unterschiedlich aufgebaut sind. Bei jeder Grafik nennen wir Herausgeber und Veröffentlichungsdatum und trennen gemeldete Werte von Schätzungen. Für Arzneimittelverordnungen der gesetzlichen Krankenversicherung sind außerdem Auswertungen des Wissenschaftlichen Instituts der AOK eine etablierte Referenz, die Verordnungsmengen und Kosten nach Wirkstoffgruppen aufschlüsselt.

Themenbereiche

Pharma & Gesundheit im Detail: 6 Themenbereiche

Die Gesundheitsdaten sind in sechs Bereiche gegliedert – von der Finanzierung des Systems über die Versorgungseinrichtungen bis zu Pharma- und Medizintechnikindustrie.

Ärzte, Krankenhäuser & Apotheken

Daten zur Zahl der Ärztinnen und Ärzte nach Fachgebiet, zu Krankenhäusern, Betten, Behandlungsfällen und zur Apothekenlandschaft. Sichtbar werden regionale Unterschiede in der Versorgungsdichte und strukturelle Veränderungen. Auch Personal und Trägerschaft der Kliniken werden erfasst.

ÄrztedichteKrankenhausbettenApothekenzahl

Gesundheitssystem

Statistiken zu Gesundheitsausgaben, Finanzierung der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung, Beitragssätzen und Beschäftigung im Gesundheitswesen. Ergänzt durch internationale Vergleiche der Systeme. Dazu zählen auch Daten zu Einnahmen und Ausgaben der Krankenkassen.

AusgabenKrankenversicherungBeschäftigte

Gesundheitszustand

Daten zu Lebenserwartung, Todesursachen, Infektionsgeschehen und selbst eingeschätzter Gesundheit der Bevölkerung. Sie beschreiben Entwicklungen auf Bevölkerungsebene und ermöglichen keine Aussagen über Einzelpersonen. Grundlage sind jeweils amtliche Statistiken, Register und Befragungen.

LebenserwartungTodesursachenGesundheitssurveys

Medizintechnik

Statistiken zu Umsatz, Beschäftigten, Exporten und Forschung der Medizintechnikbranche, von Verbrauchsmaterial bis zu bildgebenden Großgeräten. Ebenfalls abgebildet wird die Ausstattung von Kliniken mit Medizingeräten. Hinzu kommen Daten zu Forschungsausgaben und Patenten.

BranchenumsatzExportGroßgeräte

Pflege & Betreuung

Daten zu Pflegebedürftigen nach Pflegegrad und Versorgungsform, zu Pflegeheimen, ambulanten Diensten und Pflegepersonal. Im Mittelpunkt stehen der demografische Wandel und die Finanzierung der Pflegeversicherung. Auch Pflege durch Angehörige zu Hause wird statistisch sichtbar.

PflegegradePflegeheimePflegekräfte

Pharmaindustrie & Pharmaprodukte

Statistiken zu Produktion, Umsatz, Außenhandel und Forschung der Pharmaindustrie sowie zu Verordnungen und Ausgaben für Arzneimittel. Auch Generika, Biopharmazeutika und klinische Studien werden abgedeckt. Außenhandelsdaten zeigen die internationale Verflechtung der Branche.

ArzneimittelausgabenForschungGenerika

Neueste Statistiken

Pharma & Gesundheit: aktuelle Grafiken und Daten

Neueste zuerst. Jede Grafik führt zur vollständigen Seite mit Quelle und Anmerkungen.

In diesem Thema suchen →

Glossar

Glossar: Begriffe aus der Gesundheitsstatistik

Gesundheitsdaten verwenden viele Fachbegriffe aus Sozialrecht und Epidemiologie. Die folgenden Definitionen helfen, Tabellen und Grafiken dieser Kategorie richtig zu verstehen.

Prävalenz
Anteil der Bevölkerung, der zu einem Zeitpunkt oder in einem Zeitraum von einer Erkrankung betroffen ist. Sie beschreibt die Krankheitslast, nicht die Zahl der Neuerkrankungen.
Inzidenz
Zahl der Neuerkrankungen in einem bestimmten Zeitraum, meist bezogen auf eine feste Zahl von Einwohnern. Sie zeigt, wie schnell sich eine Erkrankung ausbreitet oder zurückgeht.
Altersstandardisierung
Rechenverfahren, das Unterschiede in der Altersstruktur ausgleicht. Erst dadurch lassen sich Sterbe- oder Erkrankungsraten zwischen Regionen oder Jahren mit unterschiedlich alter Bevölkerung fair vergleichen. Sie ist Standard in der Epidemiologie.
DRG-Fallpauschale
Vergütungssystem für Krankenhäuser, bei dem Behandlungsfälle nach Diagnose und Aufwand in Gruppen eingeteilt werden. Jede Gruppe hat einen Pauschalbetrag, unabhängig von der tatsächlichen Liegedauer innerhalb bestimmter Grenzen.
Pflegegrad
Einstufung der Pflegebedürftigkeit in fünf Stufen, abhängig vom Grad der Beeinträchtigung der Selbstständigkeit. Die Pflegegrade ersetzten zum Jahr 2017 die früheren Pflegestufen, was Zeitreihen methodisch bricht.
Apothekenverkaufspreis
Preis eines Arzneimittels in der Apotheke inklusive Handelszuschlägen und Mehrwertsteuer. Umsatzangaben auf dieser Basis liegen höher als solche zu Herstellerabgabepreisen und sind damit nicht direkt vergleichbar.
Generikum
Arzneimittel mit demselben Wirkstoff wie ein Originalpräparat, das nach Ablauf des Patentschutzes auf den Markt kommt. Generika prägen Verordnungsmengen stark, machen aber einen kleineren Teil der Ausgaben aus.
Zusatzbeitrag
Kassenindividueller Beitragssatz, den gesetzliche Krankenkassen zusätzlich zum allgemeinen Beitragssatz erheben. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag wird vom Bundesministerium für Gesundheit jährlich festgelegt und dient als Orientierungsgröße. Jede Kasse legt ihren eigenen fest.

Datenquellen

Woher die Zahlen in dieser Kategorie stammen

Wir greifen auf die Institutionen zurück, die die Primärdaten erheben oder veröffentlichen. Die konkrete Quelle und ihr Veröffentlichungsdatum stehen auf jeder einzelnen Grafik.

Statistisches Bundesamt (Destatis)

Gesundheitsausgabenrechnung, Krankenhaus-, Pflege- und Todesursachenstatistik sowie Produktions- und Außenhandelsdaten der deutschen Pharmaindustrie.

Robert Koch-Institut (RKI)

Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Gesundheitssurveys, Daten des Zentrums für Krebsregisterdaten und Meldedaten zu Infektionskrankheiten.

GKV-Spitzenverband

Finanz- und Versichertendaten der gesetzlichen Krankenversicherung sowie Kennzahlen zu Leistungen und Finanzierung der Pflegeversicherung.

Bundesärztekammer

Ärztestatistik mit Zahl der Ärztinnen und Ärzte nach Fachgebiet, Tätigkeitsbereich, Alter und Region in Deutschland.

ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände

Daten zur Zahl der Apotheken, zu Beschäftigten und zur wirtschaftlichen Lage der Apotheken.

vfa – Verband Forschender Arzneimittelhersteller

Daten zu Forschung, klinischen Studien, neu zugelassenen Wirkstoffen und wirtschaftlicher Bedeutung der forschenden Pharmaindustrie.

BVMed – Bundesverband Medizintechnologie

Branchendaten zu Umsatz, Beschäftigung, Export, Forschung und Innovation der Medizintechnikunternehmen in Deutschland.

OECD

Harmonisierte Gesundheitsstatistiken für internationale Vergleiche von Ausgaben, Personal, Ausstattung und Versorgungsstrukturen der Mitgliedsländer.

Lesehilfe

So lesen Sie Gesundheitsstatistiken richtig

Tipp 1

Fälle sind keine Personen

Die Krankenhausstatistik zählt Behandlungsfälle. Wer im selben Jahr mehrfach stationär aufgenommen wird, erscheint mehrfach. Aussagen über die Zahl der betroffenen Menschen lassen sich aus Fallzahlen daher nicht direkt ableiten, dafür sind personenbezogene Auswertungen notwendig. Das gilt ebenso für Arztkontakte.

Tipp 2

Alterung mitdenken

Viele Kennzahlen steigen allein deshalb, weil die Bevölkerung älter wird. Mehr Pflegebedürftige oder mehr Krebsneuerkrankungen bedeuten nicht zwingend ein höheres individuelles Risiko. Altersstandardisierte Raten zeigen, ob sich die Lage jenseits des demografischen Effekts verändert. Das gilt besonders für Pflege.

Tipp 3

Rechtsänderungen erzeugen Brüche

Reformen wie die Einführung der Pflegegrade oder neue Vergütungsregeln verändern, wer gezählt wird und wie. Sprünge in einer Zeitreihe gehen dann auf die Definition zurück, nicht auf veränderte Versorgung. Achten Sie auf Hinweise zu Methodenwechseln.

Tipp 4

Internationale Vergleiche mit Vorsicht

Länder grenzen Gesundheitsausgaben, Pflegeleistungen oder Krankenhausbetten unterschiedlich ab. OECD und Eurostat harmonisieren viele Daten, doch Unterschiede in der Systemstruktur bleiben. Ein höherer Wert kann bedeuten, dass Leistungen anders erfasst werden, nicht dass sie tatsächlich teurer sind.

Häufige Fragen

Pharma & Gesundheit-Statistiken: häufige Fragen

Welche Ausgaben zählen zu den Gesundheitsausgaben?

Die Gesundheitsausgabenrechnung von Destatis umfasst alle Ausgaben für Prävention, Behandlung, Rehabilitation und Pflege, unabhängig davon, wer zahlt. Dazu gehören gesetzliche und private Krankenversicherung, Pflegeversicherung, öffentliche Haushalte, Arbeitgeber und private Haushalte. Nicht enthalten sind etwa Ausgaben für Forschung und Ausbildung, die gesondert ausgewiesen werden. Auch Investitionen zählen gesondert.

Warum weichen Arzneimittelausgaben je nach Quelle voneinander ab?

Quellen unterscheiden sich in der Preisbasis und im Umfang. Manche berichten zu Apothekenverkaufspreisen, andere zu Herstellerabgabepreisen oder nach Abzug gesetzlicher Rabatte und Rabattverträge. Zudem erfassen Krankenkassendaten nur gesetzlich Versicherte, Marktdaten dagegen auch Selbstmedikation und Privatrezepte. Ein direkter Vergleich ist nur bei gleicher Abgrenzung sinnvoll. Wir weisen die Preisbasis aus.

Wie oft erscheinen amtliche Daten zur Pflege?

Die Pflegestatistik von Destatis wird alle zwei Jahre erhoben und bezieht sich auf einen Stichtag im Dezember. Zwischen den Erhebungen liefern Daten der Pflegeversicherung, etwa aus der Statistik des Bundesministeriums für Gesundheit, Hinweise auf die Entwicklung der Leistungsempfänger. Beide Quellen haben unterschiedliche Abgrenzungen und sollten getrennt betrachtet werden.

Können diese Statistiken medizinische Fragen beantworten?

Nein. Die Daten beschreiben Entwicklungen auf Ebene der Bevölkerung, des Gesundheitssystems und der Industrie. Sie eignen sich für Analysen, Planung und Berichterstattung, aber nicht für Aussagen über Diagnose, Behandlung oder Risiko einer einzelnen Person. Für gesundheitliche Fragen sind Ärztinnen, Ärzte und Apotheken die richtigen Ansprechpartner.

Wie zitiere ich Gesundheitsdaten aus dieser Kategorie?

Nennen Sie den ursprünglichen Herausgeber, zum Beispiel Destatis, RKI oder GKV-Spitzenverband, und das Veröffentlichungsjahr, das bei jeder Grafik angegeben ist. Bei Gesundheitsdaten ist zusätzlich das Berichtsjahr wichtig, da es oft deutlich vor dem Veröffentlichungsjahr liegt. Geben Sie außerdem an, ob Werte altersstandardisiert sind. So bleibt alles nachvollziehbar.

Statistik gesucht?

Ihnen fehlt eine Gesundheitsstatistik?

Schreiben Sie uns, welche Kennzahl zu Gesundheitssystem, Versorgung, Pflege oder Pharmamarkt Sie suchen, und wir prüfen, ob eine belastbare Primärquelle dafür existiert.