Konsum & FMCG Statistiken zeigen, welche Güter des täglichen Bedarfs private Haushalte kaufen, wie sich Preise und Mengen entwickeln und wie Verbraucher ihre wirtschaftliche Lage einschätzen – von Lebensmitteln bis zu Waschmitteln.
Überblick
Der private Konsum ist die größte Verwendungskomponente des Bruttoinlandsprodukts in Deutschland, und schnelldrehende Konsumgüter – im Branchenjargon FMCG (Fast Moving Consumer Goods) – bilden seinen alltäglichsten Teil. Gemeint sind Produkte, die häufig, in kleinen Mengen und zu vergleichsweise niedrigen Preisen gekauft werden: Lebensmittel, Getränke, Körperpflege, Reinigungsmittel oder Tierfutter. Konsum & FMCG Daten helfen Herstellern, Händlern und Politik zu verstehen, wie Haushalte auf Preisänderungen, Einkommensentwicklung und neue Angebote reagieren und wo sich Verschiebungen zwischen Marken und Einkaufsstätten abzeichnen.
Zentral ist die Unterscheidung zwischen Umsatz, Menge und Preis. Steigt der nominale Umsatz im Lebensmitteleinzelhandel, kann das allein an höheren Preisen liegen, während die verkaufte Menge stagniert oder sinkt. Destatis weist Einzelhandelsumsätze deshalb nominal und real, also preisbereinigt, aus. Der Verbraucherpreisindex und seine Teilindizes für Nahrungsmittel, Getränke oder Körperpflege zeigen, welche Warengruppen die Teuerung treiben. Erst die Kombination beider Perspektiven, ergänzt um die Mengenentwicklung einzelner Warengruppen, verrät, ob Haushalte tatsächlich mehr konsumieren oder lediglich mehr bezahlen.
Neben amtlichen Statistiken prägen Handels- und Haushaltspanels die Konsumforschung. Handelspanels erfassen Scannerdaten aus den Kassen des Lebensmittel- und Drogeriehandels und zeigen Absatz, Preise und Marktanteile einzelner Marken. Haushaltspanels bitten ausgewählte Haushalte, ihre Einkäufe laufend zu registrieren, und liefern so Informationen über Käuferreichweite, Einkaufsstätten und Markentreue. Beide Quellen sind sehr detailliert und liefern Ergebnisse bis auf Artikelebene, aber meist kostenpflichtig, und ihre veröffentlichten Kennzahlen beschränken sich oft auf ausgewählte Ergebnisse oder Pressemitteilungen, deren Bezugsbasis genau geprüft werden sollte.
Stimmungsindikatoren ergänzen die harten Zahlen. Das Konsumklima von GfK und NIM beruht auf einer monatlichen Verbraucherbefragung zu Einkommenserwartung, Anschaffungsneigung und Sparneigung. Es zeigt früh, ob Haushalte eher zurückhaltend oder ausgabefreudig sind, ersetzt aber keine tatsächlichen Umsatzdaten, weil Absichten nicht immer in Käufe münden. Für Kategorien wie Alkohol oder Tabak liefern zudem Steuerstatistiken belastbare Mengenangaben. Auf Business Stats nennt jede Grafik ihre Originalquelle und das Veröffentlichungsdatum, und Prognosen werden getrennt von gemessenen Werten ausgewiesen.
Neueste Statistiken
Neueste zuerst. Jede Grafik führt zur vollständigen Seite mit Quelle und Anmerkungen.
Themenbereiche
Die Statistiken sind nach Produktkategorien gegliedert und werden durch Daten zu Kaufverhalten und Mediennutzung der Verbraucher ergänzt.
Daten zu Absatz und Verbrauch von Bier, Wein, Sekt und Spirituosen sowie zu Preisen und Außenhandel. Grundlage sind vor allem Steuerstatistiken, Angaben der Branchenverbände und Erhebungen zum Konsumverhalten in unterschiedlichen Altersgruppen.
Statistiken zu Umsätzen und Sortimenten von Bau- und Gartenmärkten sowie zu Ausgaben für Pflanzen, Werkzeuge und Heimwerkerbedarf. Berücksichtigt werden die ausgeprägte Saisonalität der Branche und der Einfluss von Wetter und Wohnsituation.
Daten zur Haltung von Heimtieren sowie zu Umsätzen mit Futter, Zubehör und Pflegeprodukten. Die Kennzahlen stammen überwiegend aus Haushaltsbefragungen und Marktdaten der Branchenverbände und zeigen, wie sich Ausgaben pro Tier und Sortimente verändern.
Statistiken zu Umsatz, Preisen und Konsumausgaben für Bekleidung, Schuhe und Heimtextilien sowie zur Verteilung auf stationären und Online-Handel. Ergänzend werden Außenhandel, Produktion und Nachhaltigkeitsaspekte wie Wiederverwendung, Retouren und Secondhand betrachtet.
Daten zum Markt für Haut-, Haar- und Mundpflege, dekorative Kosmetik und Düfte sowie zur Bedeutung von Drogeriemärkten und Onlinehandel. Grundlage sind Verbandsangaben, Außenhandelsdaten, Handelspanels und die Preisentwicklung laut amtlichem Verbraucherpreisindex.
Statistiken zu Lebensmitteleinzelhandel, Discountern, Ernährungsindustrie, Pro-Kopf-Verbrauch und der Entwicklung der Lebensmittelpreise. Behandelt werden auch Ernährungstrends wie pflanzliche Alternativen, Bio-Produkte und Convenience sowie die wachsende Rolle und Qualität von Handelsmarken im Sortiment.
Daten aus großen Markt-Media-Studien, die Konsumgewohnheiten, Markenpräferenzen und Mediennutzung derselben Befragten verknüpfen. Sie zeigen, welche Zielgruppen welche Produkte kaufen und über welche Medien sie erreichbar sind, und bilden eine Grundlage der Werbeplanung.
Statistiken zu Umsatz, Produktion und Außenhandel der Möbel- und Einrichtungsbranche sowie zu Ausgaben für Hausrat und Haushaltswaren. Da es sich um langlebige Güter handelt, reagiert die Nachfrage stark auf Wohnungsmarkt, Umzüge und Konsumklima.
Daten zu Absatz und Pro-Kopf-Verbrauch von Mineralwasser, Erfrischungsgetränken, Säften, Kaffee und Tee. Einbezogen werden außerdem Verpackungsarten, Mehrweg- und Einwegquoten sowie Preisentwicklungen, Zuckerreduktion und der Einfluss von Wetter und Jahreszeit.
Statistiken zum Spielwarenmarkt nach Produktgruppen wie Baukästen, Puppen, Gesellschaftsspiele oder Outdoor-Spielzeug. Berücksichtigt werden das stark auf das Weihnachtsgeschäft konzentrierte Saisonmuster, die Verteilung auf Fachhandel, Onlinehandel und weitere Vertriebskanäle und die Bedeutung von Lizenzprodukten.
Daten zu versteuerten Mengen von Zigaretten, Zigarren, Feinschnitt und Pfeifentabak sowie zu Tabaksteuereinnahmen und neuen Produkten wie Tabakerhitzern und E-Zigaretten. Ergänzend werden zudem repräsentative Erhebungen zum Rauchverhalten der Bevölkerung herangezogen.
Statistiken zum Markt für Wasch-, Spül- und Reinigungsmittel, zu Marktanteilen von Marken und Handelsmarken sowie zu Konzentraten und nachfüllbaren Verpackungen. Relevant sind auch Rohstoffpreise und Umweltvorgaben, die Rezepturen und Preise beeinflussen.
Kennzahlen
Diese Kennzahlen bilden das Grundgerüst der Konsumstatistik. Die Tabelle zeigt, in welcher Einheit sie erscheinen, wer sie typischerweise veröffentlicht und wofür sie sich eignen.
| Kennzahl | Einheit | Typische Quelle | Wozu sie dient |
|---|---|---|---|
| Einzelhandelsumsatz Lebensmittel | Index, nominal und real | Statistisches Bundesamt (Destatis) | Zeigt, ob der Lebensmittelhandel tatsächlich mehr Ware verkauft oder vor allem höhere Preise weitergibt. |
| Verbraucherpreisindex nach Warengruppen | Index, Veränderung zum Vorjahr in Prozent | Statistisches Bundesamt (Destatis) | Macht sichtbar, welche Konsumgüter die Teuerung treiben und wie stark einzelne Haushaltsbudgets belastet werden. |
| Konsumausgaben nach Verwendungszweck | Euro je Haushalt und Monat | Destatis (Laufende Wirtschaftsrechnungen, EVS) | Beschreibt, welchen Teil ihres Budgets Haushalte für Nahrung, Kleidung, Körperpflege oder Einrichtung ausgeben. |
| Konsumklima | Indexpunkte | GfK und NIM | Frühindikator für die Kaufbereitschaft der Verbraucher, basierend auf einer regelmäßigen repräsentativen Befragung privater Haushalte. |
| Pro-Kopf-Verbrauch | Kilogramm oder Liter je Einwohner und Jahr | BMEL, BLE und Branchenverbände | Zeigt langfristige Veränderungen der Ernährungsgewohnheiten, etwa bei Fleisch, Milchprodukten, Obst oder Getränken. |
| Marktanteil und Handelsmarkenanteil | Prozent des Umsatzes oder Absatzes | Handelspanels (z. B. NielsenIQ) | Misst die Wettbewerbsposition von Herstellern, Marken und Eigenmarken des Handels innerhalb einer Warengruppe. |
| Versteuerte Mengen | Stück bzw. Hektoliter | Destatis (Steuerstatistiken) | Liefern belastbare Mengendaten für Tabakwaren, Bier und Spirituosen auf Basis amtlich erhobener Steuerdaten. |
Lesehilfe
Nominale Umsätze enthalten Preissteigerungen, reale Umsätze sind preisbereinigt. In Phasen hoher Inflation kann der nominale Umsatz im Lebensmittelhandel steigen, während real weniger verkauft wird. Für Aussagen über tatsächlich konsumierte Mengen sind reale Werte deshalb die richtige Grundlage.
Pro-Kopf-Verbrauchswerte aus Versorgungsbilanzen umfassen auch Verluste, Tierfutter oder industrielle Verwertung. Der tatsächlich gegessene oder getrunkene Anteil liegt darunter, bei manchen Produkten sogar deutlich. Für Ernährungsfragen sind Verzehrstudien aussagekräftiger, für Markt- und Absatzfragen dagegen die Versorgungsbilanz.
Handels- und Haushaltspanels decken nicht immer alle Einkaufsstätten ab. Discounter, Drogeriemärkte, Onlinehandel oder Direktvertrieb werden je nach Anbieter unterschiedlich erfasst. Marktanteile gelten daher nur für das jeweils abgedeckte Universum und sind zwischen Studien nur eingeschränkt vergleichbar.
Spielwaren, Getränke, Grillartikel, Gartenbedarf oder Feuerwerk unterliegen starken saisonalen Schwankungen. Auch Feiertagslagen, Hitzeperioden oder Steuererhöhungen mit Vorzieheffekten verzerren kurzfristige Vergleiche. Aussagekräftiger sind saisonbereinigte Werte oder Vergleiche mit dem Vorjahresmonat unter Berücksichtigung von Kalender- und Wettereffekten.
Datenquellen
Wir greifen auf die Institutionen zurück, die die Primärdaten erheben oder veröffentlichen. Die konkrete Quelle und ihr Veröffentlichungsdatum stehen auf jeder einzelnen Grafik.
Einzelhandelsumsätze, Verbraucherpreisindex, Konsumausgaben privater Haushalte sowie Steuerstatistiken zu Tabak, Bier und Spirituosen
Konsumklima auf Basis einer monatlichen repräsentativen Verbraucherbefragung zu Einkommenserwartung, Anschaffungsneigung und Sparneigung
Versorgungsbilanzen und Pro-Kopf-Verbrauch zentraler Lebensmittel sowie Daten zu Ernährungsgewohnheiten und Lebensmittelmärkten in Deutschland
Handelspanel mit Scannerdaten zu Absatz, Preisen und Marktanteilen von Marken im Lebensmittel- und Drogeriehandel
Branchendaten und Einschätzungen zum Einzelhandel, darunter Umsatzentwicklung, Saisongeschäft und das HDE-Konsumbarometer zur Verbraucherstimmung
Kennzahlen zur Ernährungsindustrie wie Umsatz, Beschäftigung, Inlandsabsatz und Export der deutschen Lebensmittelhersteller
Marktdaten zu Schönheitspflegemitteln sowie zu Wasch-, Pflege- und Reinigungsmitteln auf dem deutschen Markt
Gemeinsame Marktdaten zur Zahl gehaltener Heimtiere und zu Umsätzen mit Heimtierbedarf in Deutschland
Häufige Fragen
FMCG steht für Fast Moving Consumer Goods, also schnelldrehende Konsumgüter. Dazu gehören Produkte, die häufig gekauft, rasch verbraucht und meist über den Lebensmittel- und Drogeriehandel vertrieben werden, etwa Lebensmittel, Getränke, Körperpflege, Wasch- und Reinigungsmittel oder Tierfutter. Langlebige Güter wie Möbel oder Spielwaren zählen streng genommen nicht dazu, werden in der Konsumstatistik aber oft gemeinsam betrachtet.
Umsätze setzen sich aus Menge und Preis zusammen. Wenn Preise stärker steigen, als die gekaufte Menge sinkt, wächst der nominale Umsatz trotzdem. Deshalb weist Destatis Einzelhandelsumsätze auch real aus. Ein Vergleich von nominalem und realem Umsatz zeigt, welcher Teil des Wachstums auf Preise und welcher auf tatsächliche Mengen zurückgeht.
Das Konsumklima misst Erwartungen und Absichten, nicht tatsächliche Käufe. Es eignet sich als Frühindikator, weil sich Stimmungsänderungen oft vor den Umsätzen zeigen. Allerdings reagieren Befragte stark auf Nachrichtenlage und Preiswahrnehmung, und nicht jede Stimmungseintrübung führt zu weniger Konsum. Belastbar wird das Bild erst in Kombination mit amtlichen Umsatz- und Preisdaten.
Markenmarktanteile beruhen meist auf Handels- oder Haushaltspanels privater Marktforschungsinstitute. Diese Daten sind in der Regel kostenpflichtig und werden nur auszugsweise veröffentlicht, etwa in Pressemitteilungen oder Verbandsberichten. Bei veröffentlichten Werten lohnt es sich zu prüfen, welche Einkaufsstätten das Panel abdeckt und ob sich der Anteil auf Umsatz oder Menge bezieht.
Nennen Sie immer die Originalquelle, den Berichtszeitraum und ob es sich um nominale oder reale Werte, Befragungs- oder Paneldaten handelt. Bei Marktanteilen gehört die Bezugsbasis dazu, also Umsatz oder Menge und das abgedeckte Handelsuniversum. Auf Business Stats sind zu jeder Grafik Originalquelle und Veröffentlichungsdatum angegeben, sodass Sie direkt auf die Primärquelle verweisen können.
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