Branche

Finanzen, Versicherungen & Immobilien
Statistiken zu Banken, Kapitalmarkt, Versicherern und Wohnen

Finanzen, Versicherungen und Immobilien sind eng verflochten: Zinsen bestimmen Kreditkosten, Kredite finanzieren Wohneigentum, Versicherer legen Beiträge am Kapitalmarkt an. Diese Statistiken zeigen, wie die Märkte zusammenhängen und wie sich ihre Daten richtig lesen lassen.

4Themenbereiche
–Statistiken
–Letzte Aktualisierung
Bankenviertel mit Hochhäusern im Abendlicht, im Vordergrund Wohngebäude einer deutschen Großstadt Finanzen, Versicherungen & Immobilien

Überblick

Wie Finanz- und Immobiliendaten zusammenhängen

Im Zentrum der Finanzstatistik steht der Zins. Die Europäische Zentralbank legt die Leitzinsen für den Euroraum fest; ihr EZB-Rat entscheidet darüber in geldpolitischen Sitzungen, die in der Regel alle sechs Wochen stattfinden. Wie schnell sich diese Entscheidungen auf Sparzinsen, Unternehmenskredite und Baufinanzierungen übertragen, zeigt die MFI-Zinsstatistik der Deutschen Bundesbank. Sie unterscheidet zwischen Neugeschäft und Bestand – ein wichtiger Punkt, denn ältere Kredite mit langer Zinsbindung reagieren kaum auf aktuelle Zinsänderungen, während sich das Neugeschäft oft schnell anpasst.

Für Immobilien gibt es in Deutschland mehrere Preisindizes, die sich methodisch deutlich unterscheiden. Der Häuserpreisindex von Destatis beruht auf tatsächlichen Transaktionen, die aus Daten der Gutachterausschüsse gewonnen werden, und bildet selbst genutztes Wohneigentum ab. Der vdp-Immobilienpreisindex stützt sich auf Transaktionsdaten aus Immobilienfinanzierungen von Pfandbriefbanken. Angebotsbasierte Indizes wiederum werten Inserate aus und zeigen Preisvorstellungen, nicht erzielte Preise. Wer Preisentwicklungen vergleicht, sollte daher wissen, ob Kaufpreise, Angebotspreise oder Bewertungen zugrunde liegen und ob der Index Qualitätsunterschiede der Objekte herausrechnet.

Die Versicherungswirtschaft wird in Deutschland von der BaFin beaufsichtigt, die Unternehmensdaten nach aufsichtsrechtlichen Vorgaben erhebt und veröffentlicht. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ergänzt diese mit Branchenstatistiken zu Beitragseinnahmen, Leistungen und Schäden nach Sparten. Die Kennzahlen unterscheiden sich stark zwischen Lebens-, Kranken- sowie Schaden- und Unfallversicherung. So sagt eine steigende Schaden-Kosten-Quote in der Kfz-Versicherung etwas völlig anderes aus als eine steigende Beitragssumme in der Lebensversicherung, die auch durch Einmalbeiträge geprägt sein kann.

Ein verbindendes Element ist das Geldvermögen der privaten Haushalte, das die Bundesbank in ihrer Finanzierungsrechnung vierteljährlich ausweist. Es zeigt, wie viel in Bankeinlagen, Wertpapieren, Versicherungen und Pensionsansprüchen gehalten wird – nicht jedoch Immobilien, die zum Sachvermögen zählen. Auf dieser Seite trennen wir gemessene Werte von Prognosen, etwa zu Zins- oder Preisentwicklungen, und nennen bei jeder Grafik die Originalquelle mit Veröffentlichungsdatum. So bleiben Finanzen Statistiken nachvollziehbar und für eigene Analysen weiterverwendbar.

Themenbereiche

Finanzen, Versicherungen & Immobilien im Detail: 4 Themenbereiche

Die Kategorie umfasst vier eng verbundene Märkte. Jeder hat eigene Aufsichts- und Datenquellen.

Banken & Finanzdienstleistungen

Statistiken zu Kreditinstituten, Einlagen und Krediten, Zinsen im Neugeschäft sowie zu Zahlungsverkehr und Filialnetz. Einbezogen sind auch Finanzdienstleister wie Zahlungsinstitute, Leasinggesellschaften und Vermögensverwalter.

KreditzinsenEinlagenBankstellen

Finanzmarkt

Daten zu Aktien, Anleihen, Investmentfonds und Wechselkursen. Behandelt werden Indizes, Renditen, Emissionen und Mittelzuflüsse sowie die Frage, wie viele Menschen in Deutschland Wertpapiere besitzen.

AktienAnleiherenditenFonds

Immobilien

Zahlen zu Kaufpreisen, Mieten, Baufinanzierung und Transaktionen bei Wohn- und Gewerbeimmobilien. Ergänzt um Wohneigentumsquoten und regionale Unterschiede zwischen Städten und ländlichen Räumen.

KaufpreiseMietenBaufinanzierung

Versicherungen

Statistiken zu Beitragseinnahmen, Leistungen, Schäden und Kapitalanlagen der Versicherer. Gegliedert nach Lebens-, Kranken-, Schaden- und Unfallversicherung sowie ergänzt um Daten zur betrieblichen und privaten Altersvorsorge.

BeiträgeSchadenquoteAltersvorsorge

Neueste Statistiken

Finanzen, Versicherungen & Immobilien: aktuelle Grafiken und Daten

Neueste zuerst. Jede Grafik führt zur vollständigen Seite mit Quelle und Anmerkungen.

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5. Okt. 2026

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Glossar

Glossar: Die wichtigsten Begriffe der Finanzstatistik

Viele Missverständnisse entstehen, weil ähnlich klingende Begriffe Unterschiedliches bezeichnen. Diese Definitionen helfen beim Lesen der Daten.

Einlagesatz
Zinssatz, zu dem Banken überschüssige Liquidität über Nacht bei der Zentralbank anlegen. Er ist derzeit der zentrale Steuerungszins der EZB und prägt die Geldmarktzinsen im Euroraum.
Effektiver Jahreszins
Gesamtkosten eines Kredits pro Jahr einschließlich Nebenkosten wie Bearbeitungsgebühren, ausgedrückt als Prozentsatz. Er ist aussagekräftiger als der Sollzins, weil er Angebote verschiedener Banken vergleichbar macht.
Neugeschäft vs. Bestand
Neugeschäft umfasst Verträge, die in einem Zeitraum neu abgeschlossen wurden; der Bestand alle noch laufenden Verträge. Zinsänderungen zeigen sich im Neugeschäft schnell, im Bestand oft erst über Jahre.
Zinsbindung
Zeitraum, für den der Zinssatz eines Kredits festgeschrieben ist. In Deutschland sind lange Zinsbindungen bei Baufinanzierungen verbreitet, was die Wirkung von Zinsänderungen auf Haushalte verzögert.
Schaden-Kosten-Quote
Verhältnis von Schadenaufwendungen und Betriebskosten zu verdienten Beiträgen in der Schaden- und Unfallversicherung. Liegt sie über hundert Prozent, verdient der Versicherer im reinen Versicherungsgeschäft kein Geld.
Gebuchte Bruttobeiträge
Alle in einem Geschäftsjahr fälligen Beiträge vor Abzug des Anteils, der an Rückversicherer abgegeben wird. Sie sind die gängigste Größe, um das Geschäftsvolumen von Versicherern zu beschreiben.
Hedonischer Preisindex
Preisindex, der Qualitätsunterschiede wie Lage, Größe oder Baujahr herausrechnet. So zeigt er reine Preisveränderungen und nicht Verschiebungen in der Zusammensetzung der verkauften Objekte.
Marktkapitalisierung
Börsenwert eines Unternehmens, berechnet als Aktienkurs mal Anzahl der ausstehenden Aktien. Summiert über alle Unternehmen beschreibt sie die Größe eines Aktienmarkts.

Datenquellen

Woher die Zahlen in dieser Kategorie stammen

Wir greifen auf die Institutionen zurück, die die Primärdaten erheben oder veröffentlichen. Die konkrete Quelle und ihr Veröffentlichungsdatum stehen auf jeder einzelnen Grafik.

Deutsche Bundesbank

MFI-Zinsstatistik, Kredit- und Einlagendaten, Bankstellenstatistik sowie Finanzierungsrechnung zum Geldvermögen der Haushalte

Europäische Zentralbank (EZB)

Leitzinsbeschlüsse, Geldmengen- und Kreditaggregate sowie vergleichbare Finanzdaten für alle Länder des Euroraums

BaFin

Aufsichtsdaten zu Banken, Versicherern und Fonds sowie Jahresbericht mit Marktüberblick über die beaufsichtigten Unternehmen

Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV)

Branchenstatistiken zu Beiträgen, Leistungen, Schäden und Kapitalanlagen nach Versicherungssparten

Statistisches Bundesamt (Destatis)

Häuserpreisindex, Baupreise und Wohnungsbaudaten sowie Mikrozensus-Angaben zu Wohnsituation und Mieten

Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp)

Immobilienpreisindizes für Wohn- und Gewerbeimmobilien auf Basis von Finanzierungstransaktionen der Mitgliedsinstitute

Deutsches Aktieninstitut

Erhebungen zur Zahl der Aktionäre und Fondsbesitzer in Deutschland sowie zur Kapitalmarktentwicklung

Arbeitskreis der Oberen Gutachterausschüsse

Immobilienmarktbericht Deutschland mit Transaktionszahlen, Geldumsätzen und Preisen aus amtlichen Kaufpreissammlungen

Lesehilfe

So interpretieren Sie Finanz- und Immobilienstatistiken

Tipp 1

Nominalzins vs. Realzins

Ein Zinssatz allein sagt wenig über die tatsächliche Rendite. Zieht man die Inflationsrate ab, erhält man den Realzins. Ein scheinbar hoher Sparzins kann real negativ sein, wenn die Preise stärker steigen. Für Vermögensvergleiche über längere Zeiträume ist der reale Blick unverzichtbar.

Tipp 2

Transaktions- vs. Angebotspreise

Immobilienportale zeigen Preisvorstellungen der Verkäufer, amtliche und bankbasierte Indizes dagegen tatsächlich gezahlte Preise. In Phasen schneller Marktveränderungen können beide deutlich auseinanderlaufen. Prüfen Sie daher immer, auf welcher Datenbasis ein Immobilienpreisindex beruht. Auch die regionale Abdeckung unterscheidet sich.

Tipp 3

Bestandsgrößen vs. Stromgrößen

Der Kreditbestand beschreibt einen Zeitpunkt, das Neugeschäft einen Zeitraum. Ein sinkendes Neugeschäft bedeutet nicht automatisch sinkende Verschuldung, da der Bestand nur durch Tilgungen abnimmt. Wer beides verwechselt, zieht leicht falsche Schlüsse über die Kreditentwicklung. Achten Sie deshalb auf die Einheit jeder Reihe.

Tipp 4

Spartenlogik bei Versicherungen

Lebensversicherungen sind stark von Einmalbeiträgen und dem Zinsumfeld geprägt, Schadenversicherungen von Unwettern und Reparaturkosten. Gesamtsummen über alle Sparten verdecken diese Unterschiede. Aussagekräftige Vergleiche entstehen erst, wenn man die Sparten getrennt betrachtet und Sondereffekte wie Großschäden benennt.

Häufige Fragen

Finanzen, Versicherungen & Immobilien-Statistiken: häufige Fragen

Wie wirkt sich eine Leitzinsänderung der EZB auf Kreditzinsen aus?

Leitzinsänderungen übertragen sich zunächst auf die Geldmarktzinsen und dann auf die Konditionen der Banken. Bei variabel verzinsten Krediten und kurzfristigen Einlagen geschieht das meist rasch. Baufinanzierungen mit langer Zinsbindung orientieren sich stärker an Kapitalmarktrenditen, etwa von Bundesanleihen, die auch Erwartungen über künftige Leitzinsen enthalten. Die MFI-Zinsstatistik der Bundesbank macht diese Übertragung im Zeitverlauf sichtbar.

Welcher Immobilienpreisindex ist der richtige?

Das hängt von der Frage ab. Für selbst genutztes Wohneigentum ist der Häuserpreisindex von Destatis die amtliche Referenz, weil er auf tatsächlichen Kaufpreisen beruht. Der vdp-Index deckt zusätzlich Mehrfamilienhäuser und Gewerbeimmobilien ab. Angebotsbasierte Indizes reagieren schneller auf Stimmungswechsel, bilden aber keine abgeschlossenen Verkäufe ab. Im Zweifel lohnt es, mehrere Indizes nebeneinander zu betrachten.

Warum schwanken die Beitragseinnahmen der Lebensversicherung so stark?

Ein erheblicher Teil des Geschäfts entfällt auf Einmalbeiträge, die stark vom Zinsniveau und von Produktangeboten abhängen. Steigen die Zinsen, werden bestimmte Anlageformen attraktiver, was Einmalbeiträge verschieben kann. Laufende Beiträge aus bestehenden Verträgen sind dagegen deutlich stabiler. Für Trendaussagen sollte man daher laufende Beiträge und Einmalbeiträge getrennt betrachten.

Was zählt zum Geldvermögen der privaten Haushalte?

Die Finanzierungsrechnung der Bundesbank umfasst Bargeld und Einlagen, Schuldverschreibungen, Aktien und Investmentfonds sowie Ansprüche gegenüber Versicherungen und Pensionseinrichtungen. Immobilien, Grundstücke und andere Sachwerte gehören nicht dazu. Das Geldvermögen ist deshalb nicht mit dem Gesamtvermögen gleichzusetzen. Zudem handelt es sich um eine Bruttogröße; zieht man die Verbindlichkeiten ab, erhält man das Nettogeldvermögen.

Wie zitiere ich Finanzstatistiken korrekt?

Nennen Sie die ursprüngliche Institution, zum Beispiel Deutsche Bundesbank oder GDV, den genauen Indikator und das Veröffentlichungsdatum, das bei jeder Grafik angegeben ist. Gerade bei Finanzdaten werden Werte häufig revidiert, etwa wenn Meldungen nachgereicht werden. Geben Sie deshalb auch an, auf welchen Datenstand Sie sich beziehen, und kennzeichnen Sie Prognosen ausdrücklich als solche.

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