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Medien
Statistiken zu Nutzung, Rundfunk, Musik, Verlagen und Gaming

Medienstatistiken zeigen, wie Menschen in Deutschland fernsehen, streamen, lesen, Musik hören und spielen – und wie sich Umsätze zwischen klassischen und digitalen Angeboten verschieben. Hier finden Sie Daten zu Reichweiten, Nutzungsdauer und Marktentwicklung mit klar benannter Herkunft.

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Überblick

Warum Mediendaten mehr zeigen als Einschaltquoten

Der Medienmarkt ist ein Markt um Aufmerksamkeit. Deshalb stehen neben Umsätzen vor allem Nutzungsdaten im Mittelpunkt: Wie lange wird ein Angebot genutzt, wie viele Menschen erreicht es, und über welches Gerät geschieht das? Medien Statistiken verbinden damit zwei Welten – die Reichweitenforschung, die für die Vermarktung von Werbezeit und Anzeigenraum entwickelt wurde, und die Marktstatistik der Branchenverbände, die Erlöse aus Abonnements, Verkäufen und Lizenzen erfasst. Wer beide Perspektiven zusammenliest, erkennt, ob hohe Nutzung auch in wirtschaftlichen Ertrag übersetzt wird.

Die Reichweitenmessung folgt in Deutschland einem System gemeinsamer Branchenstandards. Die AGF Videoforschung misst die Bewegtbildnutzung über ein repräsentatives Panel mit technischer Messung, die IVW prüft verbreitete Auflagen von Zeitungen und Zeitschriften, und die ag.ma ermittelt mit der Media-Analyse Reichweiten für Radio, Presse und Plakat. Diese Werte sind Währungen, auf deren Basis Werbepreise verhandelt werden. Sie sind methodisch streng definiert, aber nur innerhalb des jeweiligen Systems vergleichbar – eine Radio-Reichweite ist nicht dasselbe wie eine Streaming-Abrufzahl.

Die Digitalisierung hat viele Zeitreihen verändert. Streaming, Podcasts, E-Books und Downloads von Spielen lassen sich nicht mit denselben Instrumenten messen wie lineares Fernsehen oder die gedruckte Auflage. Messsysteme wurden deshalb mehrfach erweitert, etwa um die Nutzung auf Smartphones oder Smart-TVs. Solche Umstellungen erzeugen Brüche: Ein Anstieg kann schlicht bedeuten, dass eine Nutzungsform erstmals mitgezählt wird. Seriöse Medienauswertungen weisen darauf hin und vergleichen nur Werte, die mit derselben Methode erhoben wurden. Gleiches gilt für neue Stichproben oder geänderte Altersgrenzen der Grundgesamtheit.

Für die Marktseite liefern Verbände die wichtigsten Medien Daten: der Bundesverband Musikindustrie zu Tonträger- und Streamingumsätzen, der Börsenverein des Deutschen Buchhandels zum Buchmarkt, die Filmförderungsanstalt zu Kinobesuchen und game zum Gamesmarkt. Ergänzend erfasst Destatis Umsätze und Beschäftigte in Verlagswesen, Rundfunk und Filmwirtschaft, was Vergleiche mit anderen Dienstleistungsbranchen erlaubt. Verbandszahlen beruhen oft auf Hochrechnungen aus Panels oder Mitgliedermeldungen und sind deshalb als Marktschätzungen zu verstehen. Bei jeder Grafik nennen wir Herausgeber und Veröffentlichungsdatum und trennen gemeldete Werte von Schätzungen und Prognosen.

Themenbereiche

Medien im Detail: 5 Themenbereiche

Die Medienstatistiken sind in fünf Themenbereiche gegliedert – von der übergreifenden Mediennutzung bis zu den einzelnen Teilmärkten mit ihren eigenen Datenquellen.

Mediennutzung

Daten dazu, wie viel Zeit Menschen mit Fernsehen, Radio, Internet, Presse und sozialen Netzwerken verbringen. Im Fokus stehen Unterschiede nach Alter, Endgerät und Tageszeit sowie die Verschiebung von linearer zu zeitversetzter Nutzung.

NutzungsdauerReichweiteAltersgruppen

Musik & Musikindustrie

Statistiken zu Umsätzen aus Streaming, CDs, Vinyl und Downloads sowie zu Charts, Nutzungsgewohnheiten und Live-Musik. Die Daten zeigen, wie sich Erlösquellen verschieben, welche Formate an Bedeutung gewinnen oder verlieren und wie Musik gehört wird.

StreamingTonträgerMusikumsatz

Rundfunk, TV & Film

Zahlen zu Fernseh- und Radionutzung, Marktanteilen von Sendern, Streamingdiensten, Kinobesuchen und Filmproduktion. Auch Rundfunkbeitrag und Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks werden hier eingeordnet, ebenso die Verschiebung von linearer zu abrufbarer Nutzung.

TV-MarktanteileKinoStreamingdienste

Verlagswesen & Buchmarkt

Daten zu Buchumsätzen nach Vertriebsweg und Warengruppe, Neuerscheinungen, E-Books sowie zu Auflagen von Zeitungen und Zeitschriften. Sie zeigen den Strukturwandel von gedruckten Ausgaben zu digitalen Abonnements und die Lage des stationären Buchhandels.

BuchumsatzAuflagenE-Books

Videospiele & Gaming

Statistiken zum Umsatz mit Spielen, Hardware und In-Game-Käufen, zur Zahl und Altersstruktur der Spielenden sowie zur deutschen Entwicklerbranche. Der Bereich umfasst Konsole, PC und Mobile Gaming sowie Förderprogramme für Spieleentwicklung.

GamesmarktSpielendeIn-Game-Käufe

Kennzahlen

Zentrale Kennzahlen der Medienbranche im Überblick

Die folgenden Kennzahlen tauchen in Medienstatistiken am häufigsten auf. Die Tabelle zeigt, in welcher Einheit sie angegeben werden, wer sie typischerweise erhebt und wofür sie sich eignen.

KennzahlEinheitTypische QuelleWozu sie dient
SehdauerMinuten pro TagAGF VideoforschungZeigt, wie viel Zeit mit Bewegtbild verbracht wird, getrennt nach Alter und Verbreitungsweg.
ZuschauermarktanteilProzentAGF VideoforschungVergleicht Sender untereinander, sagt aber nichts über die absolute Zahl der Zuschauerinnen und Zuschauer aus.
Verbreitete AuflageExemplare je AusgabeIVWGrundlage für Anzeigenpreise und für den Vergleich einzelner Zeitungs- und Zeitschriftentitel über Quartale hinweg.
Reichweite pro DurchschnittsausgabePersonen bzw. Prozentag.ma (Media-Analyse)Misst Leserschaft und Hörerschaft statt verkaufter Exemplare, einschließlich Mitlesender in Haushalt, Praxis oder Betrieb.
Musikumsatz nach FormatEuroBundesverband MusikindustrieMacht die Verschiebung von physischen Tonträgern zu Streaming-Abonnements und werbefinanziertem Streaming über die Jahre sichtbar.
KinobesucheAnzahl TicketsFilmförderungsanstalt (FFA)Zeigt die Nachfrage nach Kinofilmen, saisonale Schwankungen und den Anteil deutscher Produktionen am gesamten Kinomarkt.
Umsatz im GamesmarktEurogame – Verband der deutschen Games-BrancheErfasst Erlöse mit Spielen, Gebühren für Online-Dienste, In-Game-Käufe und Gaming-Hardware in Deutschland.

Neueste Statistiken

Medien: aktuelle Grafiken und Daten

Neueste zuerst. Jede Grafik führt zur vollständigen Seite mit Quelle und Anmerkungen.

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Lesehilfe

So lesen Sie Medienstatistiken richtig

Tipp 1

Reichweite ist nicht Marktanteil

Die Reichweite bezieht sich auf die Bevölkerung, der Marktanteil auf die gesamte Nutzung eines Zeitraums. Ein Sender kann seinen Marktanteil steigern, während seine absolute Zuschauerzahl sinkt – etwa wenn insgesamt weniger lineares Fernsehen genutzt wird. Beide Kennzahlen sollten daher gemeinsam betrachtet werden.

Tipp 2

Basis der Durchschnittswerte prüfen

Eine Nutzungsdauer kann auf alle Befragten oder nur auf tatsächliche Nutzende bezogen sein. Der zweite Wert fällt meist deutlich höher aus. Vor jedem Vergleich sollte klar sein, welche Grundgesamtheit und welche Altersgruppe gemeint ist. Auch der Zeitraum, etwa gestern oder letzte Woche, beeinflusst das Ergebnis.

Tipp 3

Messbrüche bei neuen Ausspielwegen

Wenn Messsysteme Streaming, Smart-TVs oder mobile Nutzung neu einbeziehen, springen Zeitreihen. Solche Veränderungen sind methodisch bedingt und kein echter Nutzungsanstieg. Achten Sie auf Fußnoten zu Panel- und Methodenumstellungen. Nur Werte aus derselben Messsystematik sind wirklich miteinander vergleichbar.

Tipp 4

Umsatzebenen unterscheiden

Verbände berichten teils zu Endverbraucherpreisen, teils zu Handelsabgabepreisen, teils nach Abzug von Plattformgebühren. Musik-, Buch- und Gamesumsätze sind daher nur eingeschränkt miteinander vergleichbar, auch wenn alle in Euro angegeben werden. Prüfen Sie deshalb immer, auf welcher Preisebene ein Umsatz ausgewiesen wird.

Datenquellen

Woher die Zahlen in dieser Kategorie stammen

Wir greifen auf die Institutionen zurück, die die Primärdaten erheben oder veröffentlichen. Die konkrete Quelle und ihr Veröffentlichungsdatum stehen auf jeder einzelnen Grafik.

AGF Videoforschung

Branchenstandard für die Messung von Fernseh- und Streamingnutzung, Sehdauer und Marktanteilen von Sendern in Deutschland.

ARD/ZDF-Medienstudie

Jährliche repräsentative Befragung zur Nutzung von Audio, Video und Text über alle Verbreitungswege und Altersgruppen hinweg.

IVW

Prüft und veröffentlicht quartalsweise die Auflagen von Zeitungen und Zeitschriften sowie Nutzungsdaten digitaler Angebote.

ag.ma – Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse

Erhebt mit der Media-Analyse Reichweiten für Radio, Presse, Plakat und weitere Mediengattungen auf Basis großer Befragungen.

Bundesverband Musikindustrie (BVMI)

Veröffentlicht Umsatzdaten des deutschen Musikmarkts nach Formaten wie Streaming, CD und Vinyl sowie offizielle Jahresauswertungen.

Börsenverein des Deutschen Buchhandels

Liefert Daten zu Buchumsatz, Vertriebswegen, Warengruppen, Titelproduktion und zur Struktur des Buchhandels in Deutschland.

Filmförderungsanstalt (FFA)

Veröffentlicht Kinobesuche, Kinoumsätze und Marktanteile deutscher Filme sowie Daten zu Kinostandorten und Leinwänden.

game – Verband der deutschen Games-Branche

Veröffentlicht Marktdaten zu Umsätzen mit Spielen und Hardware sowie zur Zahl und Struktur der Spielenden in Deutschland.

Häufige Fragen

Medien-Statistiken: häufige Fragen

Wie wird die Fernsehnutzung in Deutschland gemessen?

Die AGF Videoforschung nutzt ein repräsentatives Panel von Haushalten, deren Fernsehgeräte mit Messtechnik ausgestattet sind. Erfasst wird, welches Programm wann von welcher Person gesehen wird. Ergänzend werden Streaming- und Online-Abrufe gemessen. Die Daten gelten als Branchenwährung und bilden die Grundlage für Marktanteile, Einschaltquoten und die Preisbildung im TV-Werbemarkt.

Warum weichen Nutzungsdaten verschiedener Studien voneinander ab?

Befragungen wie die ARD/ZDF-Medienstudie beruhen auf Selbstauskünften, technische Messungen wie bei der AGF auf registrierten Geräten. Hinzu kommen unterschiedliche Altersgrenzen, Stichtage und Definitionen, etwa ob Hintergrundnutzung zählt. Beide Ansätze haben ihre Berechtigung, ihre Ergebnisse sollten aber nicht direkt miteinander verrechnet werden. Wer Zahlen zitiert, sollte die Erhebungsmethode stets mit angeben.

Was bedeutet die IVW-Auflage genau?

Die IVW prüft die Angaben der Verlage zur Zahl der verbreiteten Exemplare. Dazu zählen Abonnements, Einzelverkauf, sogenannte Sonstige Verkäufe und – separat ausgewiesen – E-Paper. Die Auflage zählt Exemplare, nicht Leserinnen und Leser. Wie viele Menschen eine Ausgabe tatsächlich lesen, ermittelt die Media-Analyse über Befragungen. Beide Kennzahlen beantworten damit unterschiedliche Fragen.

Wie zuverlässig sind Umsatzzahlen zum Streamingmarkt?

Streamingdienste veröffentlichen ihre Abonnentenzahlen für einzelne Länder meist nicht vollständig. Marktdaten beruhen deshalb häufig auf Verbandsauswertungen, Panels oder Hochrechnungen. Für Musik liefert der Bundesverband Musikindustrie belastbare Umsatzdaten, bei Video-Streaming sind Schätzungen häufiger. Wir kennzeichnen solche Werte ausdrücklich als Schätzung. Abrufzahlen einzelner Titel sind zudem nicht mit Reichweiten gleichzusetzen.

Darf ich Medienstatistiken aus dieser Kategorie zitieren?

Ja. Nennen Sie dabei immer den ursprünglichen Herausgeber, etwa AGF, IVW oder den jeweiligen Verband, sowie das Veröffentlichungsjahr. Beide Angaben stehen bei jeder Grafik. Bei Werten aus Befragungen empfiehlt es sich, auch Grundgesamtheit und Altersgruppe anzugeben, damit die Zahl richtig verstanden wird. Bei Messdaten gehört auch der Zeitraum dazu.

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