Handel Statistiken zeigen, wie sich Umsätze, Preise und Einkaufsgewohnheiten entwickeln – vom Supermarkt über den Baumarkt bis zum Großhandel. Hier finden Sie Branchendaten, Konsumindikatoren und Hinweise, wie sich die Zahlen methodisch sauber einordnen lassen.
Überblick
Der Handel verbindet Herstellung und Verbrauch und reagiert daher früh auf Veränderungen der Kaufkraft. Die wichtigste amtliche Reihe ist der Einzelhandelsumsatz von Destatis, der monatlich veröffentlicht wird. Er wird nominal, also in laufenden Preisen, und real, also preisbereinigt, ausgewiesen. Gerade in Phasen steigender Preise ist dieser Unterschied entscheidend: Ein nominales Umsatzplus kann bedeuten, dass Kunden für mehr Geld weniger Ware kaufen. Für die Beurteilung der tatsächlichen Nachfrage ist deshalb die reale, kalender- und saisonbereinigte Reihe meist die aussagekräftigere Größe.
Hinter dem Gesamtwert verbergen sich sehr unterschiedliche Branchen. Der Lebensmittelhandel ist vergleichsweise stabil, weil Grundbedarf kaum aufgeschoben werden kann. Möbel, Elektronik oder Baumarktsortimente sind dagegen stärker konjunkturabhängig und reagieren auf Zinsen, Wohnungsbau und Verbraucherstimmung. Die amtliche Statistik gliedert den Handel nach der Klassifikation der Wirtschaftszweige. Ein Unternehmen wird dabei seinem Schwerpunkt zugeordnet – ein Supermarkt, der auch Drogerieartikel verkauft, bleibt Lebensmittelhandel. Branchenwerte sind daher nicht dasselbe wie Umsätze nach Warengruppen, die Verbände oder Marktforscher erheben.
Neben Umsätzen prägen Stimmungsindikatoren die Handelsberichterstattung. Das ifo Geschäftsklima erfasst die Einschätzung der Händler zur aktuellen Lage und zu ihren Erwartungen, das Konsumklima von NIM und GfK sowie das HDE-Konsumbarometer die Stimmung der Verbraucher. Solche Indizes messen keine Umsätze, sondern Erwartungen und Absichten. Sie reagieren schneller als harte Daten und eignen sich deshalb als Frühindikatoren, können aber auch von Nachrichtenlagen beeinflusst werden, die sich später nicht im tatsächlichen Kaufverhalten niederschlagen.
Der Großhandel wird häufig übersehen, obwohl er für Industrie, Gastronomie und Einzelhandel eine zentrale Rolle spielt. Seine Umsätze und die Großhandelsverkaufspreise zeigen früh, wie sich Einkaufspreise entlang der Lieferkette verändern, bevor sie bei den Verbraucherpreisen ankommen. Steigende Großhandelspreise gehen steigenden Ladenpreisen oft voraus. Ergänzend beschreiben Daten zu Verkaufsflächen, Standorten und Einkaufszentren die räumliche Struktur des Handels. Auf dieser Seite nennen wir bei jeder Grafik die Originalquelle und das Veröffentlichungsdatum und trennen gemessene Daten klar von Verbandsprognosen.
Neueste Statistiken
Neueste zuerst. Jede Grafik führt zur vollständigen Seite mit Quelle und Anmerkungen.
Themenbereiche
Handel ist kein einheitlicher Markt. Die Unterkategorien bündeln Daten nach Branche, Betriebsform und Verbraucherperspektive.
Statistiken zu Bau- und Heimwerkermärkten, Gartencentern und Baustoffhandel. Behandelt werden Umsätze nach Sortimenten, Standortnetz und die Abhängigkeit der Branche von Wohnungsbau, Wetter und Saison.
Daten dazu, wo, wie oft und wie Verbraucher einkaufen. Im Fokus stehen Kanalwahl zwischen Filiale und Onlineshop, Zahlungsarten, Preisbewusstsein, Markentreue sowie Einkaufsstimmung und Sparneigung.
Übergreifende Zahlen zum deutschen Einzelhandel: Umsätze, Beschäftigte, Verkaufsflächen und Unternehmen. Ergänzt um Betriebsformen wie Discounter, Fachgeschäfte und Warenhäuser sowie die Entwicklung der Innenstädte.
Statistiken zum Handel mit Unterhaltungselektronik, Haushaltsgeräten und IT. Behandelt werden Umsätze nach Produktgruppen, Fachmarktketten, die Bedeutung des Onlinekanals und Preisentwicklungen bei technischen Geräten.
Daten zum Großhandel mit Konsum- und Produktionsgütern: Umsätze, Verkaufspreise und Beschäftigte. Der Großhandel zeigt früh, wie sich Preise und Nachfrage entlang der Lieferketten verändern.
Zahlen zum Handel mit Spielwaren, Sportartikeln, Büchern, Musikinstrumenten und Bastelbedarf. Die Sortimente sind stark saisonal geprägt und reagieren besonders auf das Weihnachtsgeschäft und Freizeittrends.
Statistiken zu Drogeriemärkten, Parfümerien, Apotheken und Sanitätshäusern. Behandelt werden Umsätze, Standortnetze und Sortimente von Kosmetik über Hygieneartikel bis zu frei verkäuflichen Gesundheitsprodukten.
Daten zu Supermärkten, Discountern und Lebensmittelfachgeschäften. Im Blick stehen Umsätze, Marktstrukturen, Filialnetze, Eigenmarken sowie der Einfluss von Lebensmittelpreisen auf das Einkaufsverhalten.
Statistiken zum Handel mit Möbeln, Küchen, Heimtextilien und Wohnaccessoires. Die Branche hängt eng mit Umzügen, Wohnungsbau und Konsumstimmung zusammen und reagiert deutlich auf Zinsänderungen.
Zahlen zu Einkaufszentren und Factory Outlet Centern: Anzahl, Verkaufsflächen, Standorte und Mieterstruktur. Ergänzt um Daten zu Besucherfrequenzen und zur Rolle von Centern für Innenstädte.
Statistiken zum Handel mit Bekleidung, Schuhen, Taschen und Schmuck. Behandelt werden Umsätze, Saisonverläufe, Onlineanteile, Retouren und die wachsende Bedeutung von Second-Hand-Angeboten.
Datenkalender
Viele zentrale Handelsdaten erscheinen in festem Rhythmus. Wer die Termine kennt, kann Entwicklungen zeitnah verfolgen und Meldungen besser einordnen.
| Indikator | Herausgeber | Rhythmus | Was er zeigt |
|---|---|---|---|
| Einzelhandelsumsatz | Statistisches Bundesamt (Destatis) | monatlich | Zeigt real und nominal, wie sich die Umsätze im Einzelhandel insgesamt und nach Branchen entwickeln |
| Großhandelsumsatz | Statistisches Bundesamt (Destatis) | monatlich | Gibt Hinweise auf die Nachfrage von Industrie, Gastronomie und Einzelhandel entlang der Lieferkette |
| Verbraucherpreisindex | Statistisches Bundesamt (Destatis) | monatlich | Misst die Teuerung und ist Grundlage für die Preisbereinigung der Handelsumsätze |
| ifo Geschäftsklima Handel | ifo Institut | monatlich | Bildet Lageeinschätzung und Erwartungen der Groß- und Einzelhändler als Frühindikator ab |
| HDE-Konsumbarometer | Handelsverband Deutschland (HDE) | monatlich | Zeigt die erwartete Verbraucherstimmung und Konsumbereitschaft für die kommenden Monate |
| Konsumklima | NIM und GfK | monatlich | Verbindet Einkommenserwartung, Anschaffungs- und Sparneigung zu einem Indikator der privaten Nachfrage |
Lesehilfe
Nominale Umsätze enthalten Preisänderungen, reale nicht. Bei steigenden Preisen kann ein nominales Wachstum mit sinkenden Absatzmengen einhergehen. Für Aussagen über die tatsächliche Nachfrage sollten Sie deshalb die reale Reihe verwenden und die Inflationsrate im jeweiligen Sortiment mitdenken.
Weihnachtsgeschäft, Ostertermin, Brückentage und die Zahl der Verkaufstage verschieben Monatsumsätze erheblich. Vormonatsvergleiche sind nur mit saison- und kalenderbereinigten Werten sinnvoll. Für den Vorjahresvergleich werden meist Originalwerte genutzt, bei denen Kalendereffekte trotzdem eine Rolle spielen können.
Die erste Veröffentlichung des Einzelhandelsumsatzes beruht noch nicht auf allen Meldungen. Spätere Nachmeldungen führen zu Korrekturen, die das Bild eines Monats verändern können. Achten Sie daher auf den Datenstand und vergleichen Sie nicht Werte unterschiedlicher Veröffentlichungstermine miteinander.
Die amtliche Statistik ordnet Unternehmen nach ihrem Schwerpunkt zu. Lebensmittel, die im Drogeriemarkt verkauft werden, erscheinen daher nicht im Lebensmittelhandel. Marktforscher messen dagegen oft nach Warengruppen. Beide Perspektiven liefern unterschiedliche Marktgrößen und müssen getrennt betrachtet werden.
Datenquellen
Wir greifen auf die Institutionen zurück, die die Primärdaten erheben oder veröffentlichen. Die konkrete Quelle und ihr Veröffentlichungsdatum stehen auf jeder einzelnen Grafik.
Einzel- und Großhandelsumsätze, Großhandelsverkaufspreise, Verbraucherpreise und Strukturdaten zu Unternehmen und Beschäftigten im Handel
Handelsumsätze und Beschäftigtendaten auf Ebene der Bundesländer für regionale Vergleiche
Konsumbarometer, Branchenprognosen und Auswertungen zur Lage des Einzelhandels und der Innenstädte
Geschäftsklima und Umfragen zu Lage, Erwartungen und Preisplänen im Groß- und Einzelhandel
Konsumklima auf Basis regelmäßiger Verbraucherbefragungen zu Einkommenserwartung und Anschaffungsneigung
Daten zu Handelsunternehmen, Verkaufsflächen, Einkaufszentren, Zahlungsarten und Ladeninfrastruktur
Marktstudien zu Branchen und Vertriebskanälen, etwa zur Entwicklung von Innenstädten und Onlineanteilen
Beschäftigungsstatistik mit sozialversicherungspflichtig und geringfügig Beschäftigten im Handel
Häufige Fragen
Der Einzelhandel verkauft Waren an private Endverbraucher, etwa in Supermärkten, Fachgeschäften oder Onlineshops. Der Großhandel beliefert dagegen gewerbliche Kunden wie Einzelhändler, Handwerksbetriebe, Gastronomie oder Industrie. In der amtlichen Statistik werden beide getrennt erfasst. Der Großhandel reagiert oft früher auf Konjunkturveränderungen, weil Unternehmen ihre Lagerhaltung und Bestellungen schneller anpassen als Verbraucher ihren Konsum.
Häufig liegt es an der Preisentwicklung. Steigen die Preise stark, wächst der nominale Umsatz, auch wenn weniger Ware verkauft wird. Real, also preisbereinigt, kann gleichzeitig ein Rückgang vorliegen. Zudem verteilen sich Zuwächse ungleich: Lebensmittel oder Onlinehandel können wachsen, während Mode oder Möbel verlieren. Ein Blick auf reale Werte nach Branchen erklärt solche scheinbaren Widersprüche meist.
Konsumklimaindizes beruhen auf Befragungen und messen Erwartungen und Absichten, nicht tatsächliche Käufe. Sie reagieren schnell auf Nachrichten zu Inflation, Energiepreisen oder Arbeitsmarkt und gelten daher als Frühindikatoren. Allerdings setzen Verbraucher ihre Absichten nicht immer um. Aussagekräftig wird ein Index vor allem im Zusammenspiel mit harten Daten wie Einzelhandelsumsätzen und Sparquote.
Die Statistischen Ämter der Länder veröffentlichen Umsatz- und Beschäftigungsdaten für den Handel in ihrem jeweiligen Bundesland, teils mit Gliederung nach Branchen. Für kleinräumigere Analysen, etwa zu Kaufkraft oder Einzelhandelszentralität einzelner Städte, greifen Kommunen und Planer oft auf Daten von Marktforschungsinstituten zurück, die auf Modellen beruhen und entsprechend als Schätzungen einzuordnen sind.
Nennen Sie die Originalquelle, etwa Destatis oder HDE, sowie das Veröffentlichungsdatum, das bei jeder Grafik angegeben ist. Geben Sie außerdem an, ob es sich um nominale oder reale, bereinigte oder unbereinigte Werte handelt. Da frühe Umsatzmeldungen revidiert werden, sollte auch der Datenstand erkennbar sein. Prognosen von Verbänden kennzeichnen Sie ausdrücklich als Schätzung.
Verwandte Branchen