Branche

Verkehr & Logistik
Daten zu Güterverkehr, Mobilität und Infrastruktur

Wie viele Güter werden auf Straße, Schiene und Wasserstraße bewegt, wie verändert sich der Fahrzeugbestand und wie stark nutzen Menschen Bus und Bahn? Hier finden Sie Verkehrsstatistiken und Logistikdaten aus amtlichen Erhebungen und Registern.

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Überblick

Warum Verkehrsdaten ein Frühindikator für die Wirtschaft sind

Verkehr ist die physische Seite der Wirtschaft: Bevor ein Produkt verkauft wird, muss es transportiert werden. Deshalb gelten Daten zum Güterverkehr als Frühindikator für Industrie und Handel. Ein Beispiel ist der Lkw-Maut-Fahrleistungsindex, den Destatis gemeinsam mit dem Bundesamt für Logistik und Mobilität aus digitalen Mautdaten berechnet. Er liegt deutlich früher vor als die klassische Produktionsstatistik und erlaubt so eine erste Einschätzung der Industriekonjunktur, bevor amtliche Produktionszahlen erscheinen. Umgekehrt reagiert der Index auch auf Feiertage, Ferien und Witterung, weshalb Destatis zusätzlich kalender- und saisonbereinigte Werte veröffentlicht.

Die zentrale Maßeinheit im Güterverkehr ist die Tonnenkilometer-Leistung: das Produkt aus transportierter Menge und zurückgelegter Strecke. Sie ist aussagekräftiger als die reine Tonnage, weil ein Transport über lange Distanzen die Infrastruktur stärker beansprucht als eine kurze Fahrt. Im Personenverkehr gilt entsprechend der Personenkilometer. Der Modal Split beschreibt, welchen Anteil Straße, Schiene, Binnenschiff, Luftverkehr und Rohrleitungen an der gesamten Verkehrsleistung haben – eine Kennzahl, die in der Klimapolitik eine zentrale Rolle spielt. Allerdings werden nicht alle Verkehrsträger gleich genau erfasst: Der Straßengüterverkehr ausländischer Lkw etwa wird über europäische Erhebungen der jeweiligen Heimatländer ermittelt.

Viele Verkehrsdaten beruhen auf Registern, etwa dem Zentralen Fahrzeugregister des Kraftfahrt-Bundesamts. Registerdaten sind vollständig, bilden aber nur ab, was gemeldet wird: Ein zugelassenes Fahrzeug muss nicht regelmäßig fahren. Andere Daten stammen aus Stichproben, zum Beispiel die Güterkraftverkehrsstatistik zu deutschen Lkw, oder aus Befragungen wie der Studie „Mobilität in Deutschland“ im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums. Jede Methode hat eigene Stärken und blinde Flecken, die man beim Vergleichen kennen sollte. Hinzu kommen methodische Umstellungen, etwa neue Erfassungsgrenzen für kleinere Verkehrsunternehmen, die Zeitreihen unterbrechen können.

Für die Logistikbranche als Wirtschaftszweig sind neben Verkehrsmengen auch Umsatz, Beschäftigung und Preise wichtig. Destatis erfasst Dienstleistungen wie Lagerei und Spedition in der Dienstleistungsstatistik und veröffentlicht Erzeugerpreisindizes für Verkehrsleistungen. Außerdem prägen Energiepreise die Kosten: Kraftstoffpreise, Mautsätze und CO₂-Bepreisung beeinflussen, welcher Verkehrsträger wirtschaftlich ist. Wer Verkehrs- und Logistikstatistiken nutzt, sollte deshalb Mengen- und Preisentwicklungen immer gemeinsam betrachten, statt aus einer einzelnen Kennzahl Rückschlüsse auf die gesamte Branche zu ziehen.

Themenbereiche

Verkehr & Logistik im Detail: 7 Themenbereiche

Die Unterkategorien gliedern das Thema nach Verkehrsträgern und ergänzen es um Logistik als Branche sowie die Infrastruktur, auf der sich Verkehr abspielt.

Bahn- & Schienenverkehr

Daten zum Personen- und Güterverkehr auf der Schiene: Fahrgäste, Tonnenkilometer, Pünktlichkeit, Streckennetz und Investitionen. Grundlage sind amtliche Statistiken sowie Berichte der Bundesnetzagentur zum Eisenbahnmarkt. Hinzu kommen Daten zu Trassenpreisen und Wettbewerb.

FernverkehrSchienengüterverkehrPünktlichkeitSchienennetz

Fahrzeuge & Straßenverkehr

Statistiken zu Fahrzeugbestand, Neuzulassungen, Antriebsarten, Fahrleistungen und Verkehrsunfällen. Besonders gefragt sind Daten zur Entwicklung der Elektromobilität nach Marken, Segmenten und Regionen. Regionale Auswertungen reichen bis auf Kreisebene.

NeuzulassungenElektroautosFahrzeugbestandUnfälle

Logistik & Transport

Zahlen zum Güterverkehr aller Verkehrsträger sowie zur Logistikbranche mit Umsatz, Beschäftigten und Preisen. Dazu gehören Straßengüterverkehr, Kurier-, Express- und Paketdienste sowie Lagerei. Auch Außenhandelsströme spielen eine Rolle.

GüterverkehrKEP-DiensteSpeditionenLagerei

Luftfahrt & Raumfahrt

Daten zu Fluggästen, Flugbewegungen und Luftfracht an deutschen Flughäfen sowie zur Luft- und Raumfahrtindustrie. Enthalten sind auch internationale Vergleiche des Passagier- und Frachtaufkommens. Ergänzend geht es um Pünktlichkeit und Emissionen.

FluggästeLuftfrachtFlughäfenLuftfahrtindustrie

Öffentlicher Personennahverkehr

Statistiken zu Bus, Straßenbahn, U-Bahn und Regionalverkehr: Fahrgäste, Verkehrsleistung, Angebot und Finanzierung. Relevant sind auch Effekte von Tarifangeboten auf die Nachfrage. Dazu zählen auch Unterschiede zwischen Stadt und Land.

FahrgästeBusverkehrDeutschlandticketNahverkehr

Schifffahrt

Daten zu See- und Binnenschifffahrt: Güterumschlag in Häfen, Containerverkehr, Flottenbestand und Passagierverkehr. Einbezogen werden auch Wasserstände, die die Binnenschifffahrt spürbar beeinflussen. Relevant sind auch Daten zur Hafenhinterlandanbindung.

SeehäfenContainerBinnenschifffahrtHandelsflotte

Verkehrsinfrastruktur & Tankstellen

Zahlen zu Straßen, Brücken, Schienenwegen und Wasserstraßen, zu Investitionen in die Infrastruktur sowie zu Tankstellen und Ladepunkten. Ergänzend finden Sie Daten zu Kraftstoffpreisen. Auch der Zustand von Brückenbauwerken wird erfasst.

StraßennetzLadeinfrastrukturTankstellenInvestitionen

Kennzahlen

Kennzahlen im Überblick: Einheiten und Quellen

Verkehrsstatistiken arbeiten mit eigenen Maßeinheiten. Die Tabelle zeigt, was die wichtigsten Kennzahlen messen, in welcher Einheit sie angegeben werden und wer sie veröffentlicht.

KennzahlEinheitTypische QuelleWozu sie dient
GüterverkehrsleistungTonnenkilometer (tkm)Destatis, Bundesamt für Logistik und MobilitätZeigt die tatsächliche Transportarbeit und ermöglicht Vergleiche zwischen Straße, Schiene und Wasserstraße.
PersonenverkehrsleistungPersonenkilometer (Pkm)Destatis, Bundesministerium für VerkehrMisst die Mobilität der Bevölkerung und bildet die Basis für den Modal Split im Personenverkehr.
FahrzeugbestandAnzahl FahrzeugeKraftfahrt-Bundesamt (KBA)Beschreibt Größe, Alter und Antriebsstruktur der Fahrzeugflotte zu einem festen Stichtag.
NeuzulassungenAnzahl FahrzeugeKraftfahrt-Bundesamt (KBA)Zeigt aktuelle Kaufentscheidungen und den Marktanteil neuer Antriebe wie Elektro- und Hybridfahrzeuge.
ContainerumschlagTEU (Zwanzig-Fuß-Standardcontainer)Destatis, HafengesellschaftenGibt Hinweise auf Welthandel und Bedeutung einzelner Häfen im internationalen Wettbewerb.
Lkw-Maut-FahrleistungsindexIndex (Basisjahr)Destatis, Bundesamt für Logistik und MobilitätDient als zeitnaher Frühindikator für die Industrieproduktion auf Basis digitaler Mautdaten.
Öffentliche LadepunkteAnzahl LadepunkteBundesnetzagentur (Ladesäulenregister)Zeigt den Ausbaustand der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge nach Region und Ladeleistung.

Neueste Statistiken

Verkehr & Logistik: aktuelle Grafiken und Daten

Neueste zuerst. Jede Grafik führt zur vollständigen Seite mit Quelle und Anmerkungen.

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Lesehilfe

So lesen Sie Verkehrsstatistiken richtig

Tipp 1

Tonnen oder Tonnenkilometer?

Das transportierte Gewicht allein sagt wenig über die Verkehrsbelastung. Kurze Baustofffahrten erzeugen viel Tonnage, aber wenig Transportleistung. Für Vergleiche zwischen Verkehrsträgern und für Klimabilanzen sind Tonnenkilometer die aussagekräftigere Größe. Auch die Tonnage allein ist daher ein unvollständiges Maß für die Auslastung von Straßen.

Tipp 2

Bestand ist nicht Nutzung

Die Zahl zugelassener Fahrzeuge zeigt nicht, wie viel gefahren wird. Dafür braucht es Fahrleistungsdaten, etwa aus Verkehrszählungen oder Befragungen. Auch vorübergehend stillgelegte Fahrzeuge werden beim KBA gesondert geführt und sind nicht im Bestand enthalten. Wer Motorisierung vergleicht, sollte den Bestand zudem auf die Einwohnerzahl beziehen.

Tipp 3

Inländerkonzept und Inlandskonzept

Manche Statistiken erfassen nur deutsche Fahrzeuge, andere den gesamten Verkehr auf deutschem Gebiet. Da ein großer Teil des Lkw-Verkehrs von ausländischen Fahrzeugen erbracht wird, führen beide Konzepte zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen. In der Quelle ist meist vermerkt, welches Konzept verwendet wird.

Tipp 4

Sondereffekte erkennen

Streiks, Hoch- und Niedrigwasser, Sperrungen wichtiger Strecken oder neue Tarifangebote können Monatswerte stark verzerren. Wer Trends beurteilen will, sollte mehrere Monate oder Jahresdurchschnitte heranziehen und Sondereffekte in der Quelle nachlesen. Vorläufige Monatswerte werden außerdem häufig nachträglich korrigiert.

Datenquellen

Woher die Zahlen in dieser Kategorie stammen

Wir greifen auf die Institutionen zurück, die die Primärdaten erheben oder veröffentlichen. Die konkrete Quelle und ihr Veröffentlichungsdatum stehen auf jeder einzelnen Grafik.

Statistisches Bundesamt (Destatis)

Güterverkehrs-, Personenverkehrs-, Luftverkehrs-, Schifffahrts- und Unfallstatistik sowie Dienstleistungsdaten zur Logistikbranche.

Kraftfahrt-Bundesamt (KBA)

Fahrzeugbestand, Neuzulassungen, Besitzumschreibungen und Fahrerlaubnisse aus dem Zentralen Fahrzeugregister und Zentralen Fahrerlaubnisregister.

Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM)

Mautstatistik, Marktbeobachtung Güterverkehr und Daten zum Straßengüterverkehr auf deutschen Autobahnen und Bundesstraßen.

Bundesnetzagentur (BNetzA)

Marktuntersuchung Eisenbahnen sowie Ladesäulenregister mit Daten zu öffentlich zugänglichen Ladepunkten für Elektrofahrzeuge.

Bundesministerium für Verkehr

Publikation „Verkehr in Zahlen“ und die Mobilitätsstudie „Mobilität in Deutschland“ zum Verkehrsverhalten der Bevölkerung.

Verband der Automobilindustrie (VDA)

Produktions-, Export- und Marktdaten der deutschen Automobilindustrie und ihrer Zulieferer.

Eurostat

Europäisch vergleichbare Daten zu Güter- und Personenverkehr, Modal Split, Seehäfen und Luftverkehr.

Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV)

Branchenstatistik zu Fahrgastzahlen, Angebot und Finanzierung im öffentlichen Personennahverkehr und Schienengüterverkehr.

Häufige Fragen

Verkehr & Logistik-Statistiken: häufige Fragen

Woher stammen die Zahlen zu Neuzulassungen von Elektroautos?

Das Kraftfahrt-Bundesamt veröffentlicht monatlich die Neuzulassungen nach Marken, Segmenten und Antriebsarten. Die Daten stammen aus dem Zentralen Fahrzeugregister und sind damit eine Vollerhebung. Zu beachten ist die Unterscheidung zwischen reinen Batterieelektrofahrzeugen und Plug-in-Hybriden, die in der Berichterstattung häufig zusammengefasst werden, obwohl sie sich im Energieverbrauch deutlich unterscheiden. Auch Besitzumschreibungen von Gebrauchtwagen werden gesondert ausgewiesen.

Was ist der Modal Split und warum ist er wichtig?

Der Modal Split zeigt die Aufteilung der Verkehrsleistung auf die einzelnen Verkehrsträger, etwa Straße, Schiene und Wasserstraße im Güterverkehr. Er wird meist auf Basis von Tonnen- oder Personenkilometern berechnet. Da Verkehrsträger unterschiedliche Emissionen verursachen, ist der Modal Split eine zentrale Größe für Klimaziele und Infrastrukturplanung. Für den Personenverkehr gilt das Gleiche mit Blick auf Pkw, Bahn, Bus und Flugzeug.

Wie zuverlässig sind Fahrgastzahlen im Nahverkehr?

Die amtliche Statistik erfasst Fahrgäste über Meldungen der Verkehrsunternehmen, die teils auf automatischen Zählsystemen, teils auf Hochrechnungen aus Fahrkartenverkäufen beruhen. Bei Zeitkarten und Pauschaltickets muss die Zahl der Fahrten geschätzt werden. Veränderungen des Tarifsystems können deshalb auch die Messmethode beeinflussen, was Vergleiche über die Zeit erschwert. Ergänzende Befragungen helfen, solche Lücken einzuordnen.

Warum gelten Mautdaten als Konjunkturindikator?

Lkw transportieren Vorprodukte und Waren zwischen Fabriken, Lagern und Handel. Nimmt die Fahrleistung mautpflichtiger Lkw zu, deutet das auf mehr Produktion und Handel hin. Weil Mautdaten digital und zeitnah vorliegen, liefert der Fahrleistungsindex früher Hinweise auf die Industriekonjunktur als die amtliche Produktionsstatistik, ersetzt sie aber nicht. Kurzfristige Ausschläge sollten dennoch nicht überinterpretiert werden.

Wie zitiere ich Verkehrsdaten korrekt?

Nennen Sie die Originalquelle, das Berichtsjahr oder den Stichtag und die Einheit, etwa Tonnen oder Tonnenkilometer. Beim Fahrzeugbestand ist der Stichtag besonders wichtig, da das KBA den Bestand zu einem festen Datum ausweist. Jede Grafik auf dieser Seite nennt die ursprüngliche Quelle und das Veröffentlichungsdatum. Vorläufige Werte sollten als solche gekennzeichnet bleiben.

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