Branche

Metall & Elektronik
Statistiken zu Industrieproduktion, Fahrzeugbau und Elektroindustrie

Die Metall- und Elektroindustrie ist das Rückgrat des deutschen Verarbeitenden Gewerbes. Diese Statistiken zeigen, wie sich Produktion, Auftragseingang, Beschäftigung und Exporte in Maschinenbau, Fahrzeugbau, Elektroindustrie und Metallerzeugung entwickeln.

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Überblick

Warum Industriedaten früh zeigen, wohin die Konjunktur läuft

Metall- und Elektroindustrie umfassen Branchen mit sehr unterschiedlichen Geschäftsmodellen: Stahlwerke mit energieintensiver Grundstofferzeugung, Maschinenbauer mit oft kundenindividuellen Anlagen, Autohersteller mit Serienfertigung und Zulieferketten über viele Länder. Gemeinsam ist ihnen die starke Exportorientierung und die Abhängigkeit von Investitionsentscheidungen im In- und Ausland. Metall & Elektronik Statistiken sind deshalb nicht nur Branchendaten, sondern wichtige Signale für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Schwächen in dieser Branchengruppe wirken über Zulieferer, Dienstleister und Logistik weit in andere Wirtschaftsbereiche hinein.

Die zentrale amtliche Quelle ist das Statistische Bundesamt. Es veröffentlicht monatlich den Produktionsindex und den Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe, gegliedert nach Wirtschaftszweigen der WZ-Klassifikation. Hinzu kommen Umsatz- und Beschäftigtenzahlen aus dem Monatsbericht der Betriebe sowie die Außenhandelsstatistik nach Warengruppen. Da Aufträge der Produktion vorausgehen, gelten sie als Frühindikator – allerdings schwanken sie stark, wenn einzelne Großaufträge etwa für Flugzeuge, Schiffe oder Kraftwerke gebucht werden. Der Vergleich mit Großaufträgen und ohne sie ist deshalb Pflicht.

Ergänzend liefern Fachverbände tiefere Einblicke: Der VDMA berichtet über Maschinenbau, der VDA über die Automobilindustrie, der ZVEI über die Elektro- und Digitalindustrie, die Wirtschaftsvereinigung Stahl über Rohstahlerzeugung. Solche Branchendaten sind oft feiner gegliedert als die amtliche Statistik, folgen aber eigenen Abgrenzungen. Ein Verband kann Mitglieder zählen, die nach amtlicher Zuordnung in einem anderen Wirtschaftszweig liegen. Für belastbare Vergleiche lohnt es sich, stets die Definition der Branche zu prüfen. Hinzu kommt, dass Verbände teils weltweite Konzernumsätze nennen.

Stimmungsindikatoren wie das ifo Geschäftsklima ergänzen die harten Daten, weil sie schneller verfügbar sind und Erwartungen abbilden. Für Rüstung, Luftfahrt und Schiffbau spielen zudem politische Entscheidungen und Genehmigungen eine Rolle, die sich in Exportberichten der Bundesregierung oder internationalen Datenbanken widerspiegeln. Bei jeder Grafik nennen wir Quelle und Veröffentlichungsdatum und kennzeichnen Prognosen getrennt von gemeldeten Werten. Für die Rüstungsindustrie fehlen zudem vielfach amtliche Branchendaten, sodass Haushaltszahlen und internationale Datenbanken eine größere Rolle spielen.

Neueste Statistiken

Metall & Elektronik: aktuelle Grafiken und Daten

Neueste zuerst. Jede Grafik führt zur vollständigen Seite mit Quelle und Anmerkungen.

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Themenbereiche

Metall & Elektronik im Detail: 9 Themenbereiche

Die Kategorie gliedert sich in neun Teilbranchen, von der Metallerzeugung über den Maschinen- und Fahrzeugbau bis zu Rüstung, Schiffbau und Optik.

Elektroindustrie

Daten zu Produktion, Aufträgen und Umsatz der Elektro- und Digitalindustrie, von Automatisierungstechnik über Energietechnik bis zu Bauelementen. Auch Außenhandel und Beschäftigung der Branche werden hier abgebildet. Die Daten reichen bis zu Auftragsbeständen einzelner Fachbereiche.

AutomatisierungElektronikAuftragseingang

Feinmechanik & Optik

Statistiken zu Herstellern optischer, photonischer und feinmechanischer Produkte sowie Mess- und Analysetechnik. Im Fokus stehen Umsatz, Exportanteil und die Rolle hochspezialisierter mittelständischer Unternehmen. Viele Produkte gehen als Komponenten in andere Branchen ein.

PhotonikMesstechnikExport

Kraftfahrzeugbau

Zahlen zur Pkw- und Nutzfahrzeugproduktion, zu Neuzulassungen, Exporten und Zulieferern. Die Daten zeigen auch, wie schnell sich elektrische Antriebe im Produktions- und Zulassungsgeschehen durchsetzen. Ergänzend werden Produktion deutscher Hersteller im Ausland und Beschäftigung betrachtet.

Pkw-ProduktionNeuzulassungenElektroautos

Luft- & Raumfahrzeugbau

Daten zu Umsatz, Beschäftigung und Auftragslage der Luft- und Raumfahrtindustrie, zivil wie militärisch. Lange Programmlaufzeiten und Großaufträge prägen die Entwicklung dieser Branche. Auch europäische Kooperationsprogramme und Zulieferketten spielen dabei eine wichtige Rolle.

Zivile LuftfahrtRaumfahrtZulieferer

Maschinenbau & Anlagenbau

Statistiken zu Produktion, Auftragseingang und Exporten der Maschinen- und Anlagenbauer nach Fachzweigen. Die Branche gilt als Seismograf für die Investitionsbereitschaft der Industrie weltweit. Auftragseingang aus dem Ausland ist hier besonders aussagekräftig.

AuftragseingangExporteFachzweige

Metallindustrie

Daten zur Erzeugung und Verarbeitung von Stahl, Aluminium, Kupfer und weiteren Metallen. Energiepreise, Rohstoffkosten und Recyclingquoten spielen für diese Grundstoffbranche eine besondere Rolle. Erzeugerpreise zeigen zudem, wie stark Kosten an Kunden weitergegeben werden.

RohstahlNE-MetalleEnergieintensität

Rüstungsindustrie

Statistiken zu Verteidigungsausgaben, Rüstungsexportgenehmigungen und zur wirtschaftlichen Bedeutung der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie. Genehmigungswerte und tatsächliche Lieferungen werden dabei klar unterschieden. Ergänzt werden jeweils internationale Vergleiche von Militärausgaben und Rüstungstransfers. Haushaltsdaten zeigen die Nachfrage.

ExportgenehmigungenVerteidigungsausgabenBeschaffung

Schienenfahrzeugbau

Daten zu Umsatz, Aufträgen und Exporten der Bahnindustrie, von Fahrzeugen bis zur Infrastruktur- und Signaltechnik. Öffentliche Investitionen in das Schienennetz bestimmen die Nachfrage maßgeblich. Auch Exporte in europäische Nachbarländer und Großprojekte werden erfasst.

BahntechnikAufträgeInfrastruktur

Schiffbau

Statistiken zu Auftragseingang, Ablieferungen und Beschäftigung auf deutschen Werften sowie in der Schiffbau-Zulieferindustrie. Spezialschiffe, Marineschiffbau und Meerestechnik stehen im Mittelpunkt. Einzelne Großaufträge prägen dabei die Entwicklung ganzer Jahre deutlich. Werftstandorte werden regional erfasst.

WerftenAblieferungenMeerestechnik

Wertschöpfungskette

Die Wertschöpfungskette der Metall- und Elektroindustrie

Vom Rohstoff bis zum Service über die Lebensdauer eines Produkts: Jede Stufe der Kette wird von eigenen Kennzahlen beschrieben. Die Übersicht zeigt, welche Daten wo ansetzen.

  1. 1

    Rohstoffe und Metallerzeugung

    Erz, Schrott und Energie werden zu Stahl, Aluminium oder Kupfer verarbeitet. Rohstahlerzeugung, Importpreise für Rohstoffe und der Energieverbrauch der Branche beschreiben diese Stufe. Auch Recyclingquoten spielen eine Rolle.

  2. 2

    Komponenten und Zulieferung

    Gießereien, Schmieden und Elektronikhersteller fertigen Bauteile, Halbleiter und Baugruppen. Erzeugerpreise, Lieferzeiten und Materialengpässe aus Unternehmensbefragungen zeigen, wie reibungslos die Versorgung läuft. Auch Importabhängigkeiten werden sichtbar.

  3. 3

    Endfertigung und Montage

    Maschinen, Fahrzeuge, Flugzeuge oder Schiffe werden aus Komponenten gebaut. Produktionsindex, Kapazitätsauslastung und Arbeitsstunden messen Umfang und Tempo der Fertigung. Auch Produktivität je Stunde gehört dazu, ebenso Lagerbestände.

  4. 4

    Vertrieb und Export

    Ein großer Teil der Produktion geht ins Ausland. Außenhandelsstatistik, Exportquote, Auftragseingang aus dem Ausland und Neuzulassungen im Inland beschreiben die Nachfrage nach den Endprodukten. Wechselkurse beeinflussen die Wettbewerbsfähigkeit.

  5. 5

    Betrieb, Service und Recycling

    Wartung, Ersatzteile, Modernisierung und Wiederverwertung verlängern die Wertschöpfung. Umsätze im Servicegeschäft, Fahrzeugbestand und Schrottaufkommen zeigen, wie viel Wert nach dem Verkauf entsteht. Diese Stufe gewinnt zunehmend an Gewicht.

Lesehilfe

So lesen Sie Industriestatistiken richtig

Tipp 1

Großaufträge herausrechnen

Einzelne Bestellungen für Flugzeuge, Schiffe oder Großanlagen können den Auftragseingang eines Monats stark verzerren. Destatis weist deshalb auch Werte ohne Großaufträge aus. Für die Einschätzung des Trends ist diese Reihe meist aussagekräftiger als der Gesamtwert.

Tipp 2

Nominal und real unterscheiden

Umsätze in Euro steigen auch, wenn nur Preise für Stahl oder Vorprodukte zulegen. Der Produktionsindex ist dagegen preisbereinigt. Wer Mengenentwicklung beurteilen will, sollte reale Größen verwenden und Umsatzzuwächse in Phasen hoher Inflation vorsichtig interpretieren. Das gilt besonders bei Metallen.

Tipp 3

Monatswerte nicht überbewerten

Industriedaten werden häufig revidiert, wenn Nachmeldungen eingehen. Zudem schwanken Monatswerte durch Ferienlagen und Werksurlaube. Dreimonatsdurchschnitte oder der Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum geben ein stabileres Bild als einzelne Monatsveränderungen. Auch Brückentage und die Lage von Feiertagen verzerren Monatsvergleiche spürbar.

Tipp 4

Verbands- und Amtsdaten nicht mischen

Verbände grenzen ihre Branche oft anders ab als die WZ-Klassifikation und berichten teils für Mitgliedsunternehmen oder den Konzern weltweit. Amtliche Daten beziehen sich auf Betriebe in Deutschland. Beide Werte können korrekt sein und trotzdem deutlich voneinander abweichen.

Datenquellen

Woher die Zahlen in dieser Kategorie stammen

Wir greifen auf die Institutionen zurück, die die Primärdaten erheben oder veröffentlichen. Die konkrete Quelle und ihr Veröffentlichungsdatum stehen auf jeder einzelnen Grafik.

Statistisches Bundesamt (Destatis)

Produktionsindex, Auftragseingang, Umsatz, Beschäftigte und Außenhandel des Verarbeitenden Gewerbes nach Wirtschaftszweigen der WZ-Klassifikation.

VDMA

Auftragseingang, Produktion, Umsatz und Exporte des Maschinen- und Anlagenbaus, gegliedert nach Fachzweigen und Zielländern.

VDA – Verband der Automobilindustrie

Daten zu Pkw-Produktion, Export, Inlandsaufträgen und Beschäftigung der deutschen Automobilindustrie und ihrer Zulieferer.

Kraftfahrt-Bundesamt (KBA)

Monatliche Neuzulassungen und jährlicher Fahrzeugbestand nach Marken, Segmenten und Antriebsarten in Deutschland.

ZVEI

Produktion, Auftragseingang, Umsatz und Außenhandel der Elektro- und Digitalindustrie in Deutschland nach Fachbereichen.

Wirtschaftsvereinigung Stahl

Rohstahlerzeugung, Auftragslage, Energiekosten und wirtschaftliche Rahmenbedingungen der Stahlindustrie in Deutschland und im internationalen Vergleich.

ifo Institut

Geschäftsklima, Produktionserwartungen und Kapazitätsauslastung aus regelmäßigen Befragungen von Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe in Deutschland.

SIPRI

Internationale Datenbanken zu Militärausgaben und Rüstungstransfers als Grundlage für Länder- und Zeitvergleiche.

Häufige Fragen

Metall & Elektronik-Statistiken: häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Auftragseingang und Produktion?

Der Auftragseingang misst neue Bestellungen, die Produktion die tatsächlich hergestellte Menge. Aufträge laufen der Fertigung voraus und gelten daher als Frühindikator. Ein steigender Auftragseingang bei sinkender Produktion kann auf Lieferengpässe hinweisen, ein dauerhaft schwacher Auftragseingang bei stabiler Produktion auf das Abarbeiten alter Auftragsbestände. Beide Reihen gehören zusammen.

Warum werden Industriedaten nachträglich geändert?

Die erste Veröffentlichung beruht auf den bis dahin eingegangenen Meldungen der Betriebe. Später gehen Nachmeldungen und Korrekturen ein, außerdem werden Saisonfaktoren neu geschätzt. Deshalb ändern sich Monatswerte oft noch in den folgenden Veröffentlichungen. Für Analysen sollte immer der jeweils aktuelle Datenstand verwendet werden. Das gilt auch für Vorjahresvergleiche.

Wie lässt sich die Bedeutung der Autoindustrie messen?

Gängige Größen sind Umsatz, Beschäftigte, Anteil an der Bruttowertschöpfung des Verarbeitenden Gewerbes und Anteil am Export. Zu berücksichtigen ist, dass viele Zulieferer amtlich anderen Branchen zugeordnet sind, etwa der Elektro- oder Metallindustrie. Die gesamte Abhängigkeit von der Automobilproduktion ist daher größer, als der Wirtschaftszweig Kraftfahrzeugbau allein zeigt.

Was sagen Rüstungsexportgenehmigungen aus?

Genehmigungen zeigen, welche Ausfuhren die Bundesregierung erlaubt hat, nicht welche tatsächlich stattgefunden haben. Zwischen Genehmigung und Lieferung können Jahre liegen, manche Geschäfte kommen nie zustande. Die Werte schwanken zudem stark mit einzelnen Großprojekten. Für Trends sind mehrjährige Betrachtungen sinnvoller als der Vergleich zweier einzelner Jahre.

Wie zitiere ich Daten aus dieser Kategorie korrekt?

Nennen Sie den ursprünglichen Herausgeber, also etwa Destatis, VDMA oder KBA, und das Veröffentlichungsdatum, das bei jeder Grafik steht. Bei Monatsdaten ist zusätzlich der Datenstand wichtig, da spätere Revisionen möglich sind. Geben Sie außerdem an, ob es sich um bereinigte oder unbereinigte Werte handelt. Das erleichtert Vergleiche.

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