E-Commerce Statistiken zeigen, wie viel online gekauft wird, wer kauft und über welche Kanäle. Hier finden Sie Daten zum Geschäft zwischen Unternehmen, mit Verbrauchern und zwischen Privatpersonen – eingeordnet nach Quelle, Methode und Aussagekraft.
Überblick
Der Onlinehandel wird in Deutschland von mehreren Stellen gemessen – und jede misst etwas anderes. Die amtliche Statistik erfasst im Rahmen der Einzelhandelsstatistik den Internet- und Versandhandel als Wirtschaftszweig, also Unternehmen, deren Schwerpunkt der Distanzhandel ist. Verbände wie der bevh oder der HDE befragen dagegen Verbraucher und rechnen deren Onlineausgaben hoch, unabhängig davon, ob der Händler stationär oder rein digital arbeitet. Beide Ansätze sind legitim, führen aber zu unterschiedlichen Größenordnungen. Wer E-Commerce Daten vergleicht, sollte deshalb immer zuerst klären, ob ein Branchenumsatz oder ein Kanalumsatz gemeint ist.
Hinzu kommt die Frage der Abgrenzung. Zählen digitale Dienstleistungen wie Reisebuchungen, Streaming-Abos oder Essenslieferungen zum E-Commerce? Manche Studien schließen sie ein, andere betrachten ausschließlich physische Waren. Auch Retouren werden unterschiedlich behandelt: Einige Erhebungen weisen Bruttoumsätze vor Rücksendungen aus, andere bereinigte Nettowerte. Für Marktanalysen, Businesspläne oder Investitionsentscheidungen ist diese Unterscheidung zentral, weil sie das Bild von Wachstum und Marktgröße erheblich verschieben kann. Ebenso wichtig ist, ob Umsätze mit oder ohne Umsatzsteuer angegeben werden und ob Marktplätze nur ihre Provisionen oder das gesamte über sie abgewickelte Handelsvolumen melden.
Der B2B-Bereich ist statistisch am wenigsten sichtbar, obwohl dort große Volumina fließen. Elektronischer Datenaustausch (EDI), Lieferantenportale und Beschaffungsplattformen laufen oft im Hintergrund und tauchen in Verbraucherstudien gar nicht auf. Hier liefern vor allem die IKT-Erhebung in Unternehmen von Destatis und die Eurostat-Daten zur digitalen Wirtschaft belastbare Anhaltspunkte, etwa zum Anteil der Firmen, die über Webshops oder EDI verkaufen. Ergänzend gibt es Studien von Instituten wie dem IfH Köln. Diese beruhen jedoch auf Hochrechnungen und Modellannahmen, sodass sie eher Größenordnungen und Entwicklungsrichtungen beschreiben als exakt gemessene Werte. Für den Vergleich mit anderen EU-Staaten eignen sich die harmonisierten Eurostat-Reihen am besten.
Der C2C-Handel – Kleinanzeigen, Second-Hand-Plattformen, Online-Flohmärkte – ist für die amtliche Statistik weitgehend unsichtbar, weil Privatverkäufe keine Unternehmensumsätze sind. Einblicke geben Verbraucherbefragungen zur Nutzung solcher Plattformen und Angaben der Plattformbetreiber selbst, die allerdings nicht unabhängig geprüft sind. Die IKT-Erhebung in privaten Haushalten fragt zumindest ab, ob Menschen Waren online an andere Privatpersonen verkaufen, und liefert damit einen amtlichen Anhaltspunkt für die Verbreitung. Auf dieser Seite trennen wir deshalb konsequent zwischen amtlichen Werten, Verbandsschätzungen und Unternehmensangaben; jede Grafik nennt die Originalquelle und das Veröffentlichungsdatum.
Neueste Statistiken
Neueste zuerst. Jede Grafik führt zur vollständigen Seite mit Quelle und Anmerkungen.
Themenbereiche
E-Commerce gliedert sich nach den beteiligten Marktpartnern. Jede Form hat eigene Datenquellen und eigene Messprobleme.
Statistiken zum digitalen Handel zwischen Unternehmen, von Webshops für Geschäftskunden über Beschaffungsplattformen bis zu EDI-Verbindungen. Im Fokus stehen Verbreitung, Umsatzanteile und der Digitalisierungsgrad nach Branche und Betriebsgröße.
Daten zum Onlinekauf von Verbrauchern: Umsätze nach Warengruppen, Marktplätze und Händlershops, mobile Käufe, Zahlungsarten und Retouren. Ergänzt um Angaben dazu, welche Bevölkerungsgruppen wie häufig online einkaufen.
Zahlen zum Handel zwischen Privatpersonen über Kleinanzeigen, Auktionen und Second-Hand-Plattformen. Behandelt werden Nutzung, gehandelte Warengruppen und die Bedeutung des Wiederverkaufs für nachhaltigen Konsum.
Wertschöpfungskette
Ein Onlinekauf besteht aus mehreren Stufen, die jeweils von anderen Statistiken beschrieben werden. Wer die Kette kennt, findet schneller die passende Quelle.
Kunden werden über Suchmaschinen, Werbung, soziale Netzwerke oder Preisvergleiche auf Shops gelenkt. Daten zu Internetnutzung und Onlinewerbung liefern etwa die IKT-Erhebung, die ARD/ZDF-Onlinestudie und Werbeverbände.
Der Kauf findet im eigenen Webshop, auf einem Marktplatz oder in einer App statt. Befragungen zeigen, welche Kanäle genutzt werden und wie sich Umsätze zwischen Plattformen und Händlershops verteilen.
Rechnung, Lastschrift, Karte oder digitale Wallets wickeln die Zahlung ab. Die Bundesbank untersucht das Zahlungsverhalten der Bevölkerung, die EZB erhebt vergleichbare Daten für den Euroraum.
Lager, Kommissionierung und Paketdienste bringen die Ware zum Kunden. Die Bundesnetzagentur veröffentlicht Marktdaten zu Post- und Paketdiensten, Branchenverbände ergänzen Sendungsmengen und Zustellmodelle.
Rücksendungen, Aufbereitung und Weiterverkauf schließen den Kreislauf. Retourenquoten stammen meist aus Händler- und Institutsbefragungen; der Wiederverkauf über C2C-Plattformen verlängert die Nutzungsdauer von Produkten.
Lesehilfe
Die amtliche Statistik ordnet Unternehmen nach ihrem Schwerpunkt zu. Ein Multichannel-Händler mit überwiegend Filialgeschäft zählt zum stationären Handel, auch wenn er online viel verkauft. Verbraucherbefragungen erfassen dagegen jeden Onlinekauf. Beide Werte sind daher nicht direkt vergleichbar. Nennen Sie deshalb stets, welches Konzept einer Zahl zugrunde liegt.
Gerade in Mode und Schuhen wird ein großer Teil der Ware zurückgeschickt. Prüfen Sie, ob ein Umsatz vor oder nach Retouren ausgewiesen ist. Sonst wirken Märkte größer, als sie wirtschaftlich sind, und Vergleiche zwischen Studien führen in die Irre.
Steigende Onlineumsätze können auch Preissteigerungen widerspiegeln. Destatis weist deshalb reale, also preisbereinigte Werte aus. Für die Frage, ob tatsächlich mehr Waren online gekauft werden, ist die reale Reihe aussagekräftiger als die nominale. Das gilt besonders in Phasen hoher Inflation, in denen nominale Zuwächse reale Rückgänge überdecken können.
Ausnahmesituationen wie Lockdowns haben den Onlinehandel zeitweise stark verschoben. Wachstumsraten gegenüber solchen Jahren sind verzerrt. Für Trendaussagen sollten Sie längere Zeiträume betrachten und Basiseffekte im Vorjahresvergleich ausdrücklich berücksichtigen. Auch Änderungen der Stichprobe oder der Wirtschaftszweigklassifikation können Brüche in Zeitreihen verursachen.
Datenquellen
Wir greifen auf die Institutionen zurück, die die Primärdaten erheben oder veröffentlichen. Die konkrete Quelle und ihr Veröffentlichungsdatum stehen auf jeder einzelnen Grafik.
Umsatzindizes des Internet- und Versandhandels sowie IKT-Erhebungen zu Onlinekäufen in Haushalten und Unternehmen
Europäisch vergleichbare Daten zu Onlinekäufen von Privatpersonen und zum E-Commerce-Umsatz von Unternehmen
Verbraucherbefragungen zu Onlineumsätzen nach Warengruppen, Kanälen und Marktplätzen im interaktiven Handel
Online-Monitor mit Einschätzungen zu Onlineanteilen, Kanälen und Konsumentenverhalten im deutschen Handel
Marktstudien zum B2C- und B2B-Onlinehandel, zu Plattformen und zur Entwicklung einzelner Sortimente
Studien zum Zahlungsverhalten, einschließlich der Nutzung von Zahlverfahren beim Einkauf im Internet
Marktdaten zu Post- und Paketdiensten, die die Logistikseite des Onlinehandels abbilden
Befragungen zur Nutzung digitaler Dienste, Onlineshopping-Gewohnheiten und Digitalisierung der Wirtschaft
Häufige Fragen
Die Quellen messen unterschiedliche Dinge. Destatis erfasst Unternehmen, deren Schwerpunkt der Internet- und Versandhandel ist. Verbände wie bevh und HDE rechnen dagegen Verbraucherangaben zu allen Onlinekäufen hoch, teils inklusive digitaler Dienstleistungen, teils nur für Waren. Hinzu kommen Unterschiede bei Umsatzsteuer, Retouren und der Zuordnung von Marktplatzumsätzen. Entscheidend ist, stets die Definition der jeweiligen Studie zu lesen.
Die wichtigste amtliche Quelle ist die IKT-Erhebung in Unternehmen, die Destatis im Rahmen eines EU-weit abgestimmten Programms durchführt. Sie fragt, ob Firmen über Websites, Apps, Marktplätze oder EDI verkaufen und welchen Anteil diese Umsätze haben. Eurostat stellt die Ergebnisse europäisch vergleichbar bereit. Ergänzende Marktschätzungen stammen von Instituten wie dem IfH Köln, beruhen aber auf eigenen Modellen.
Nur eingeschränkt. Verkäufe zwischen Privatpersonen sind keine Unternehmensumsätze und erscheinen deshalb nicht in der Handelsstatistik. Die IKT-Erhebung in Haushalten erfasst jedoch, ob Menschen Waren online an andere Privatpersonen verkaufen. Plattformbetreiber veröffentlichen eigene Nutzerzahlen, die nicht unabhängig geprüft sind. Solche Angaben kennzeichnen wir als Unternehmensangaben und nicht als amtliche Werte.
Der Onlinehandel hat ausgeprägte Saisonmuster, etwa im Weihnachtsgeschäft oder rund um Aktionstage. Zudem hat jeder Monat eine andere Zahl an Verkaufstagen. Die Bereinigung rechnet diese regelmäßig wiederkehrenden Effekte heraus, sodass Monatswerte miteinander vergleichbar werden. Für den Vergleich mit dem Vorjahresmonat sind dagegen oft die unbereinigten Originalwerte üblich.
Nennen Sie immer die Originalquelle, also etwa Destatis oder bevh, und das Veröffentlichungsdatum, das bei jeder Grafik angegeben ist. Übernehmen Sie auch die Definition, zum Beispiel ob Umsätze brutto oder nach Retouren gemeint sind. Bei Prognosen sollte klar erkennbar sein, dass es sich um Schätzungen und nicht um gemessene Werte handelt.
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