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Wirtschaft & Politik
Daten zu Konjunktur, Arbeitsmarkt, Staat und Gesellschaft

Wie entwickeln sich Wirtschaftsleistung, Preise und Beschäftigung, woher nimmt der Staat seine Einnahmen und wie wird gewählt? Hier finden Sie Wirtschaftsdaten und politische Statistiken aus amtlichen Quellen, Zentralbanken und Forschungsinstituten – sachlich eingeordnet.

8Themenbereiche
–Statistiken
–Letzte Aktualisierung

Überblick

Wie Wirtschafts- und Politikdaten zusammen ein Gesamtbild ergeben

Wirtschaftsstatistiken bilden das Fundament für Tarifverhandlungen, Haushaltsplanung, Geldpolitik und unternehmerische Entscheidungen. Im Zentrum steht die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung (VGR) von Destatis, die mit dem Bruttoinlandsprodukt die gesamte Wirtschaftsleistung misst. Das BIP wird vierteljährlich zunächst als Schnellmeldung veröffentlicht und anschließend mehrfach überarbeitet, wenn weitere Daten eingehen. Größere Revisionen der VGR können zudem ganze Zeitreihen verändern. Wer mit Wirtschaftsdaten arbeitet, sollte daher stets den Veröffentlichungsstand angeben und bei Vergleichen dieselbe Datenversion verwenden. Ergänzend berechnen die Statistischen Ämter der Länder ein BIP für jedes Bundesland, das allerdings mit größerem zeitlichem Abstand erscheint.

Neben diesen „harten“ Daten gibt es Stimmungsindikatoren, die auf Befragungen beruhen. Der ifo Geschäftsklimaindex, die ZEW-Konjunkturerwartungen und Einkaufsmanagerindizes erscheinen früher als amtliche Produktions- oder Umsatzzahlen und gelten daher als Frühindikatoren. Sie messen jedoch Einschätzungen und Erwartungen, nicht die tatsächliche Aktivität. Zwischen Stimmung und späterer Entwicklung besteht zwar häufig ein Zusammenhang, er ist aber keineswegs zwingend – insbesondere in Phasen großer Unsicherheit können beide deutlich auseinanderlaufen. Frühindikatoren sollten deshalb immer zusammen mit den später veröffentlichten amtlichen Daten gelesen werden.

Bei Staatsfinanzen und Politik gelten besondere Anforderungen an Neutralität und Präzision. Steuereinnahmen, Staatsverschuldung und Ausgaben werden in unterschiedlichen Abgrenzungen ausgewiesen: in der Haushaltssystematik des Bundes, in der Finanzstatistik von Destatis oder nach dem europäischen Maastricht-Konzept. Diese Größen sind nicht beliebig austauschbar. Politische Daten wie Wahlergebnisse stammen von der Bundeswahlleiterin und den Landeswahlleitungen und sind amtlich; Umfragen zur Wahlabsicht sind dagegen Stichproben mit statistischer Fehlertoleranz und keine Prognosen des Wahlergebnisses. Auch die Steuerschätzung ist eine Projektion und keine Messung tatsächlicher Einnahmen.

Zu Verteidigung und internationalen Konflikten gibt es keine einheitliche amtliche Statistik. Militärausgaben werden von SIPRI und der NATO nach jeweils eigenen Definitionen erfasst, die sich vom nationalen Verteidigungshaushalt unterscheiden können, etwa bei Pensionen oder Infrastruktur. Daten zu bewaffneten Konflikten erheben Forschungseinrichtungen wie das Uppsala Conflict Data Program; Fluchtbewegungen dokumentiert das UNHCR. Diese Wirtschafts- und Politikdaten werden hier ohne Wertung dargestellt – mit Quelle, Definition und methodischen Hinweisen. Zahlen aus laufenden Konflikten sind häufig vorläufig und werden nachträglich korrigiert, wenn neue Informationen vorliegen.

Themenbereiche

Wirtschaft & Politik im Detail: 8 Themenbereiche

Die Unterkategorien reichen von Konjunktur und Arbeitsmarkt über Staatsfinanzen und Verwaltung bis zu Wahlen, Sicherheitspolitik und regionalen Vergleichen.

Arbeit & Beruf

Daten zu Erwerbstätigkeit, Arbeitslosigkeit, offenen Stellen, Löhnen, Arbeitszeit und Berufsausbildung. Grundlage sind vor allem die Statistik der Bundesagentur für Arbeit, die Verdiensterhebung von Destatis und Analysen des IAB zum Arbeitsmarkt.

ArbeitslosigkeitLöhneFachkräfteAusbildung

Konjunktur & Wirtschaft

Statistiken zu Bruttoinlandsprodukt, Produktion, Auftragseingängen, Inflation, Außenhandel und Unternehmensinsolvenzen. Ergänzt werden amtliche Daten durch Frühindikatoren wie das ifo Geschäftsklima und die Prognosen der Wirtschaftsforschungsinstitute.

BIPInflationInsolvenzenFrühindikatoren

Kriege & Konflikte

Daten zu bewaffneten Konflikten, Konfliktopfern, Flucht und Vertreibung sowie humanitärer Hilfe. Die Kategorie stützt sich auf wissenschaftliche Konfliktdatenbanken und Berichte internationaler Organisationen und stellt Zahlen ohne politische Wertung dar.

KonfliktdatenFluchtHumanitäre HilfeSanktionen

Öffentliche Verwaltung

Statistiken zum öffentlichen Dienst, zu Personalstand, Besoldung, Verwaltungsdigitalisierung und Bürokratiekosten. Erfasst werden Bund, Länder und Kommunen sowie die Sozialversicherungen, soweit die Daten amtlich vorliegen.

Öffentlicher DienstDigitalisierungBürokratiekostenKommunen

Politik

Daten zu Wahlen, Wahlbeteiligung, Parlamenten, Parteien und politischer Beteiligung. Amtliche Wahlergebnisse werden getrennt von Umfragen dargestellt, damit der Unterschied zwischen gemessenem Ergebnis und Stichprobenschätzung erkennbar bleibt.

WahlenWahlbeteiligungBundestagUmfragen

Regionaldaten zu Wirtschaft & Politik

Vergleiche der Bundesländer, Kreise und Städte zu Wirtschaftsleistung, Arbeitsmarkt, Einkommen, Verschuldung und Wahlergebnissen. Die Daten stammen überwiegend von den Statistischen Ämtern der Länder und der Regionaldatenbank.

BundesländerKreiseRegionales BIPKommunalfinanzen

Steuern & Staatsfinanzen

Statistiken zu Steuereinnahmen, Staatsausgaben, Haushaltsdefizit, öffentlicher Verschuldung und Abgabenquote. Unterschieden werden die Ebenen Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherung sowie nationale und europäische Abgrenzungen.

SteuereinnahmenStaatsschuldenHaushaltAbgabenquote

Verteidigung

Daten zu Verteidigungsausgaben, Streitkräften, Rüstungsexporten und Bündnisverpflichtungen. Verglichen werden nationale Haushaltsdaten mit den international gebräuchlichen Abgrenzungen von NATO und SIPRI, deren Definitionen sich unterscheiden.

VerteidigungshaushaltNATORüstungsexporteStreitkräfte

Neueste Statistiken

Wirtschaft & Politik: aktuelle Grafiken und Daten

Neueste zuerst. Jede Grafik führt zur vollständigen Seite mit Quelle und Anmerkungen.

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Datenkalender

Datenkalender: Wann zentrale Wirtschafts- und Politikdaten erscheinen

Viele wichtige Kennzahlen erscheinen in festen Rhythmen. Die Übersicht zeigt, wer die Daten veröffentlicht, wie häufig und welche Frage sie beantworten.

IndikatorHerausgeberRhythmusWas er zeigt
BruttoinlandsproduktStatistisches Bundesamt (Destatis)vierteljährlichMisst die gesamtwirtschaftliche Leistung und zeigt, ob die Wirtschaft wächst oder schrumpft.
Verbraucherpreisindex (Inflationsrate)Statistisches Bundesamt (Destatis)monatlichZeigt die Entwicklung der Preise für Waren und Dienstleistungen, die private Haushalte kaufen.
ArbeitsmarktstatistikBundesagentur für ArbeitmonatlichErfasst registrierte Arbeitslose, Unterbeschäftigung, gemeldete Stellen und Kurzarbeit nach Regionen und Personengruppen.
ifo Geschäftsklimaindexifo InstitutmonatlichBildet Lageeinschätzung und Erwartungen der Unternehmen ab und gilt als wichtiger Frühindikator.
SteuereinnahmenBundesministerium der FinanzenmonatlichZeigt im Monatsbericht die Entwicklung der Steuereinnahmen von Bund und Ländern nach Steuerarten.
Militärausgaben weltweitStockholm International Peace Research Institute (SIPRI)jährlichVergleicht die Verteidigungsausgaben der Staaten nach einheitlicher Definition über lange Zeiträume.

Datenquellen

Woher die Zahlen in dieser Kategorie stammen

Wir greifen auf die Institutionen zurück, die die Primärdaten erheben oder veröffentlichen. Die konkrete Quelle und ihr Veröffentlichungsdatum stehen auf jeder einzelnen Grafik.

Statistisches Bundesamt (Destatis)

Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, Verbraucherpreise, Außenhandel, Insolvenzen, Finanz- und Personalstandstatistik des öffentlichen Dienstes.

Deutsche Bundesbank

Monatsberichte, Zahlungsbilanz, Finanzierungsrechnung sowie Daten zu Staatsverschuldung und Geldpolitik in Deutschland.

Bundesagentur für Arbeit

Arbeitsmarktstatistik mit Arbeitslosigkeit, Beschäftigung, offenen Stellen und Kurzarbeit bis auf Kreisebene.

Bundesministerium der Finanzen

Monatsberichte zu Steuereinnahmen, Bundeshaushalt und Ergebnisse der Steuerschätzung für Bund, Länder und Gemeinden.

Die Bundeswahlleiterin

Amtliche Ergebnisse von Bundestags- und Europawahlen nach Wahlkreisen sowie Strukturdaten und repräsentative Wahlstatistik.

ifo Institut / ZEW / IW / DIW

Konjunkturindikatoren, Wirtschaftsprognosen und Analysen zu Arbeitsmarkt, Steuern und Wirtschaftspolitik in Deutschland.

Eurostat / IMF / OECD

International vergleichbare Daten zu Wachstum, Inflation, Staatsfinanzen und Arbeitsmärkten für Länder- und EU-Vergleiche.

SIPRI / UCDP / UNHCR

Daten zu Militärausgaben und Rüstungstransfers, bewaffneten Konflikten sowie Flucht und Vertreibung weltweit.

Lesehilfe

So interpretieren Sie Wirtschafts- und Politikdaten richtig

Tipp 1

Vorläufige Werte und Revisionen

Erste Schätzungen zu BIP, Beschäftigung oder Steuereinnahmen werden später überarbeitet, manchmal deutlich. Aussagen wie „Rezession“ oder „Wachstum“ auf Basis einer Schnellmeldung sollten daher vorsichtig formuliert werden. Achten Sie auf den Veröffentlichungsstand und vergleichen Sie keine Werte unterschiedlicher Datenstände.

Tipp 2

Nominal, real und bereinigt

Nominale Größen enthalten Preisänderungen, reale Größen sind preisbereinigt. Zusätzlich werden viele Reihen kalender- und saisonbereinigt, um Effekte von Arbeitstagen und Jahreszeiten herauszurechnen. Für Vergleiche mit dem Vorquartal eignen sich bereinigte Werte, für den Vorjahresvergleich häufig auch unbereinigte.

Tipp 3

Registrierte und international definierte Arbeitslosigkeit

Die Bundesagentur für Arbeit zählt registrierte Arbeitslose nach Sozialgesetzbuch. Destatis und Eurostat berichten die Erwerbslosigkeit nach dem Konzept der Internationalen Arbeitsorganisation auf Basis einer Befragung. Beide Quoten unterscheiden sich systematisch und dürfen nicht miteinander verglichen werden.

Tipp 4

Umfragen sind keine Ergebnisse

Wahlumfragen und Stimmungsindikatoren beruhen auf Stichproben und haben eine statistische Fehlertoleranz. Kleine Veränderungen zwischen zwei Erhebungen liegen oft innerhalb dieser Spanne. Amtliche Wahlergebnisse und Stichprobenumfragen sollten deshalb in Grafiken und Texten klar getrennt dargestellt werden.

Häufige Fragen

Wirtschaft & Politik-Statistiken: häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Inflationsrate und HVPI?

Die Inflationsrate in Deutschland wird üblicherweise mit dem Verbraucherpreisindex (VPI) gemessen. Der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) folgt einer europaweit einheitlichen Methodik und dient der Europäischen Zentralbank als Maßstab für ihr Preisstabilitätsziel. Beide Indizes unterscheiden sich unter anderem bei der Behandlung selbst genutzten Wohneigentums und in der Gewichtung einzelner Güter, weshalb die Raten voneinander abweichen können.

Warum gibt es zwei verschiedene Arbeitslosenquoten?

Die Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht die registrierte Arbeitslosigkeit nach deutschem Sozialrecht. Destatis meldet zusätzlich die Erwerbslosenquote nach dem Konzept der Internationalen Arbeitsorganisation, die auf einer Befragung beruht und internationale Vergleiche erlaubt. Beide Konzepte definieren Arbeitslosigkeit unterschiedlich, etwa bei Mindestarbeitszeiten und aktiver Arbeitsuche, und führen daher zu unterschiedlichen Quoten.

Was bedeutet die Maastricht-Schuldenquote?

Die Maastricht-Schuldenquote setzt den Bruttoschuldenstand des Gesamtstaats – Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherung – ins Verhältnis zum nominalen Bruttoinlandsprodukt. Sie folgt europäischen Regeln und ist die Grundlage für die Haushaltsüberwachung in der EU. Sie unterscheidet sich von der Schuldenbremse des Grundgesetzes, die an die strukturelle Neuverschuldung anknüpft, nicht am Schuldenstand.

Wie werden Verteidigungsausgaben international verglichen?

SIPRI und die NATO nutzen einheitliche Definitionen, die etwa Pensionen, militärische Infrastruktur oder Ausgaben anderer Ministerien einbeziehen können. Dadurch weichen ihre Werte vom nationalen Verteidigungshaushalt ab. Für Vergleiche wird oft der Anteil am Bruttoinlandsprodukt verwendet, der jedoch auch von der Wirtschaftsleistung abhängt: Schrumpft das BIP, steigt die Quote ohne zusätzliche Ausgaben.

Wie zitiere ich Wirtschaftsdaten korrekt?

Nennen Sie die Originalquelle, den Berichtszeitraum und den Veröffentlichungsstand, da vorläufige Werte revidiert werden. Geben Sie außerdem an, ob die Daten nominal oder real sowie saisonbereinigt sind. Jede Grafik auf dieser Seite nennt die ursprüngliche Quelle und das Veröffentlichungsdatum; gemeldete Werte werden von Schätzungen und Prognosen getrennt ausgewiesen.

Statistik gesucht?

Ihnen fehlt eine Statistik zu Wirtschaft oder Politik?

Schreiben Sie uns, welche Kennzahl Sie suchen, und wir prüfen, ob sich dafür eine amtliche oder wissenschaftliche Primärquelle findet.