Deutscher Außenhandel 2026: Exporte +4,0 %, China Platz 1
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Deutscher Außenhandel Daten & Fakten

Was Deutschland verkauft, was es einkauft und mit wem es handelt. 2025 exportierte Deutschland Waren im Wert von 1.563,8 Mrd. Euro und importierte Waren für 1.362,2 Mrd. Euro. Der Exportüberschuss sank auf 201,6 Mrd. Euro, China löste die Vereinigten Staaten als wichtigsten Handelspartner ab. Dieser Bericht bündelt die amtlichen Daten bis Juli 2026.

Robert D
Robert D
Leitender Redakteur
Methodik
Daten: Statistisches Bundesamt (Destatis), Außenhandelsstatistik bis Juli 2026; Deutsche Bundesbank; Eurostat; Statistische Landesämter; Welthandelsorganisation (WTO).
Hinweis: Nominale Werte des Warenhandels ohne Dienstleistungen. 2025 und 2026 vorläufig, Monatswerte kalender- und saisonbereinigt. Zusammengestellt von BusinessStats.
1.563,8Exporte 2025 in Mrd. €
1.362,2Importe 2025 in Mrd. €
201,6Exportüberschuss 2025 in Mrd. €
251,8Handel mit China 2025 in Mrd. €
146,2Exporte in die USA 2025 in Mrd. €
+4,0 %Exporte Jan. bis Juli 2026
1.563,8 Mrd. €Exporte 2025
201,6 Mrd. ۆberschuss 2025
251,8 Mrd. €Handel mit China
+4,0 %Exporte 2026
Das Wichtigste in Kürze
  • Deutschland exportierte 2025 Waren für 1.563,8 Mrd. Euro (plus 0,9 Prozent) und importierte Waren für 1.362,2 Mrd. Euro (plus 4,2 Prozent).
  • Der Exportüberschuss sank von 242,9 auf 201,6 Mrd. Euro, weil die Importe mehr als viermal so stark wuchsen wie die Exporte.
  • China war 2025 mit 251,8 Mrd. Euro Außenhandelsumsatz wieder wichtigster Handelspartner, die USA bleiben mit 146,2 Mrd. Euro das wichtigste Abnehmerland.
  • Die Exporte in die USA fielen 2025 um 9,4 Prozent, die Kfz-Exporte dorthin sogar um 17,8 Prozent. Der Importüberschuss mit China stieg auf 89,3 Mrd. Euro.
  • 2026 zieht der Handel an: Von Januar bis Juli lagen die saisonbereinigten Exporte bei 954,2 Mrd. Euro und damit 4,0 Prozent über dem Vorjahreszeitraum.

Deutscher Außenhandel im Überblick

Der deutsche Außenhandel umfasst alle Warenexporte und Warenimporte Deutschlands. 2025 exportierte Deutschland nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamts (Destatis) Waren im Wert von 1.563,8 Mrd. Euro und importierte Waren für 1.362,2 Mrd. Euro. Daraus ergibt sich ein Exportüberschuss von 201,6 Mrd. Euro.

Kaum eine große Volkswirtschaft ist so eng mit dem Weltmarkt verflochten wie die deutsche. Nach Angaben von Destatis hängt annähernd jeder vierte Arbeitsplatz in Deutschland vom Export ab. Gleichzeitig ist das rohstoffarme Land auf Importe angewiesen, vor allem bei Energie: 2025 führte Deutschland Erdöl und Erdgas im Wert von 65,2 Mrd. Euro ein, exportierte in dieser Warengruppe aber nur Güter für 1,9 Mrd. Euro. Industrieprodukte wie Autos, Maschinen und Chemie finanzieren diese Rohstoffrechnung und erwirtschaften darüber hinaus seit Jahrzehnten einen Überschuss.

Die Außenhandelsstatistik von Destatis erfasst den grenzüberschreitenden Warenverkehr Monat für Monat. Exporte in andere EU-Staaten melden die Unternehmen direkt an das Statistische Bundesamt (Intrahandel), Exporte in Drittstaaten werden über die Zollanmeldungen erfasst (Extrahandel). Nicht enthalten ist der Handel mit Dienstleistungen, also etwa Reiseverkehr, Lizenzen oder IT-Dienste. Diese Ströme erhebt die Deutsche Bundesbank für die Zahlungsbilanz. Wenn in diesem Bericht von Exporten und Importen die Rede ist, sind deshalb stets Waren gemeint.

Das Jahr 2025 war für den deutschen Außenhandel ein Jahr der Verschiebungen. Die Exporte stiegen nur um 0,9 Prozent, die Importe dagegen um 4,2 Prozent. Die Vereinigten Staaten führten ab April 2025 hohe Einfuhrzölle auf Waren aus der EU ein, die deutschen Lieferungen dorthin brachen ein. Gleichzeitig kamen so viele Waren aus China wie nie zuvor. Seit Anfang 2026 wachsen die Exporte wieder deutlich schneller, vor allem der Handel mit europäischen Partnern zieht an.

Wichtige Daten auf einen Blick
  • Exporte 2025: 1.563,8 Mrd. Euro, plus 0,9 Prozent zum Vorjahr
  • Importe 2025: 1.362,2 Mrd. Euro, plus 4,2 Prozent zum Vorjahr
  • Außenhandelssaldo 2025: 201,6 Mrd. Euro, nach 242,9 Mrd. Euro im Jahr 2024
  • Leistungsbilanzüberschuss 2025: 203 Mrd. Euro oder rund 4,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (Bundesbank)
  • 1. Halbjahr 2026: Exporte 817,8 Mrd. Euro (plus 3,9 Prozent), Importe 712,1 Mrd. Euro (plus 4,7 Prozent)

Entwicklung seit 2010

Seit 2010 sind die deutschen Warenexporte von 952,0 auf 1.563,8 Mrd. Euro gestiegen, ein Plus von gut 64 Prozent. Die Importe wuchsen im gleichen Zeitraum von 797,1 auf 1.362,2 Mrd. Euro. Der Weg dorthin verlief allerdings nicht gleichmäßig. Auf die schnelle Erholung nach der Finanzkrise folgten zwischen 2012 und 2016 Jahre mit nur geringem Wachstum, 2017 und 2018 zogen die Exporte wieder kräftig an und erreichten 2019 erstmals mehr als 1.300 Mrd. Euro.

Exporte und Importe Deutschlands, 2010 bis 2025 (in Mrd. €)
Jahreswerte des Warenhandels (Spezialhandel), nominal.
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Rekord 2022, seitdem Seitwärtsbewegung: Die Exporte erreichten 2022 mit 1.594,3 Mrd. Euro ihren Höchststand und lagen 2025 mit 1.563,8 Mrd. Euro knapp darunter, die Importe fielen seit 2022 deutlich stärker.

Die Corona-Pandemie brachte 2020 den stärksten Einbruch seit der Finanzkrise: Die Exporte sanken um 9,1 Prozent auf 1.206,9 Mrd. Euro, die Importe um 7,0 Prozent. Schon 2021 lagen die Ausfuhren mit 1.371,4 Mrd. Euro wieder über dem Vorkrisenniveau. 2022 folgte ein Rekordjahr, das allerdings stark von Preiseffekten getrieben war. Die Exporte stiegen um 16,3 Prozent auf 1.594,3 Mrd. Euro, die Importe wegen der stark gestiegenen Energiepreise sogar um 26,0 Prozent auf 1.506,3 Mrd. Euro.

Seitdem bewegt sich der Außenhandel seitwärts. 2023 gingen die Exporte leicht auf 1.575,2 Mrd. Euro zurück, 2024 auf 1.549,6 Mrd. Euro. Die Importe fielen in diesen beiden Jahren deutlich stärker, um 9,9 und 3,7 Prozent, weil Öl und Gas wieder billiger wurden. 2025 drehte sich das Bild: Die Exporte legten nur um 0,9 Prozent zu, die Importe um 4,2 Prozent.

Wichtig für die Einordnung ist der Unterschied zwischen Wert und Menge. Nach der Volumenrechnung von Destatis lagen die nominalen Exporte 2025 zwar um 17,8 Prozent über dem Niveau von 2019, die Importe sogar um 23,3 Prozent. Das Importvolumen, also die preisbereinigte Menge, stieg 2025 aber nur um 1,6 Prozent und lag noch 4,2 Prozent unter dem Stand von 2019. Auch das Exportvolumen hat das Vorkrisenniveau noch nicht wieder erreicht. Ein großer Teil des nominalen Wachstums seit 2019 geht also auf höhere Preise zurück: 2025 lagen die Durchschnittswerte exportierter Waren um 16,0 Prozent und die importierter Waren um 15,8 Prozent über dem Niveau des Jahres 2021.

Zeitleiste: Wendepunkte im deutschen Außenhandel
  • 1952: Erstmals mehr Exporte als Importe. Seitdem schließt die Außenhandelsbilanz jedes Jahr mit einem Überschuss ab.
  • 2009: Finanzkrise, die Exporte brechen um 18,4 Prozent auf 803,3 Mrd. Euro ein.
  • 2016: Rekordüberschuss von 248,9 Mrd. Euro.
  • 2020: Corona-Pandemie, Exporte minus 9,1 Prozent.
  • 2022: Höchstwert bei den Exporten mit 1.594,3 Mrd. Euro, Energiepreisschock drückt den Überschuss auf 88,1 Mrd. Euro.
  • 2025: US-Zölle belasten, China wird wieder wichtigster Handelspartner.

Exportüberschuss und Handelsbilanz

Der Außenhandelssaldo, oft auch Handelsbilanz genannt, ist die Differenz zwischen Exporten und Importen. Deutschland verzeichnet seit 1952 in jedem Jahr einen Überschuss. 2025 betrug er 201,6 Mrd. Euro und lag damit 41,3 Mrd. Euro unter dem Vorjahreswert. Destatis hatte in der ersten Jahresmeldung vom 20. Februar 2026 noch einen Saldo von 200,5 Mrd. Euro genannt, mit der Datenrevision im April 2026 wurde der Wert leicht nach oben korrigiert.

Außenhandelssaldo Deutschlands, 2010 bis 2025 (in Mrd. €)
Exporte minus Importe im Warenhandel, nominal.
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Einbruch 2022, Erholung und neuer Rückgang: Der Überschuss fiel 2022 wegen teurer Energieimporte auf 88,1 Mrd. Euro, stieg 2024 auf 242,9 Mrd. Euro und sank 2025 auf 201,6 Mrd. Euro.

Der Verlauf des Saldos zeigt, wie stark er von den Importpreisen abhängt. Zwischen 2012 und 2016 wuchs der Überschuss von 193,2 auf den Rekordwert von 248,9 Mrd. Euro, auch weil Rohöl billiger wurde. 2022 schrumpfte er auf 88,1 Mrd. Euro, den niedrigsten Wert seit mehr als zwei Jahrzehnten, weil Deutschland für Gas und Öl ein Vielfaches bezahlen musste. Mit sinkenden Energiepreisen stieg der Saldo 2023 auf 217,7 und 2024 auf 242,9 Mrd. Euro. Der Rückgang 2025 hat dagegen eine andere Ursache: Er geht auf sinkende Exporte in die USA und nach China sowie auf stark gestiegene Importe aus China zurück.

Breiter als die Handelsbilanz ist die Leistungsbilanz der Deutschen Bundesbank. Sie enthält neben dem Warenhandel auch Dienstleistungen, Vermögenseinkommen wie Zinsen und Dividenden sowie laufende Übertragungen. Der deutsche Leistungsbilanzüberschuss sank 2025 laut Bundesbank um 52 Mrd. Euro auf 203 Mrd. Euro. Im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt ging er um rund 1,5 Prozentpunkte auf etwa 4,5 Prozent zurück, den zweitniedrigsten Wert seit 20 Jahren. Ausschlaggebend war laut Bundesbank ein geringerer Überschuss im Warenhandel.

Die Höhe der deutschen Überschüsse ist politisch umstritten. Destatis weist selbst darauf hin, dass der hohe Ausfuhrüberschuss oft im Mittelpunkt internationaler Diskussionen steht, weil wirtschaftliche Ungleichgewichte und negative Folgen für andere europäische Volkswirtschaften befürchtet werden. Die Vereinigten Staaten begründen ihre Zollpolitik ausdrücklich auch mit dem Defizit im Handel mit der EU und Deutschland.

Außenhandel 2026: aktuelle Monatszahlen

Nach einem schwachen Jahr 2025 hat der deutsche Außenhandel 2026 an Fahrt gewonnen. Im 1. Halbjahr 2026 stiegen die Exporte laut Destatis um 3,9 Prozent auf 817,8 Mrd. Euro, das waren 31,0 Mrd. Euro mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Importe legten um 4,7 Prozent auf 712,1 Mrd. Euro zu. Der Exportüberschuss lag mit 105,7 Mrd. Euro um 0,7 Prozent unter dem Wert des 1. Halbjahres 2025.

Monatliche Exporte und Importe, Januar 2025 bis Juli 2026 (in Mrd. €)
Kalender- und saisonbereinigte Werte je Monat.
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Exporte auf Hoch: Mit 139,4 Mrd. Euro im Juni 2026 erreichten die saisonbereinigten Exporte den höchsten Wert im gezeigten Zeitraum, im Juli 2026 lagen sie bei 138,2 Mrd. Euro und damit 6,1 Prozent über dem Vorjahresmonat.

Die jüngsten Monatszahlen zeigen einen stabilen Aufwärtstrend. Im Juni 2026 erreichten die kalender- und saisonbereinigten Exporte 139,4 Mrd. Euro. Im Juli 2026 gaben sie leicht um 0,8 Prozent auf 138,2 Mrd. Euro nach, lagen aber 6,1 Prozent über dem Vorjahresmonat. Die Importe sanken im Juli um 5,7 Prozent auf 116,9 Mrd. Euro. Dadurch stieg der saisonbereinigte Überschuss auf 21,3 Mrd. Euro, nach 15,4 Mrd. Euro im Juni. Unbereinigt exportierte Deutschland im Juli 2026 Waren für 143,1 Mrd. Euro und importierte Waren für 121,0 Mrd. Euro.

Von Januar bis Juli 2026 summierten sich die saisonbereinigten Exporte auf 954,2 Mrd. Euro, 4,0 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Getragen wurde das Wachstum vor allem vom Handel innerhalb Europas: Die Exporte in die EU-Staaten stiegen um 7,1 Prozent auf 541,2 Mrd. Euro, die Exporte in Drittstaaten nur um 0,2 Prozent auf 413,1 Mrd. Euro. In die Vereinigten Staaten gingen 1,5 Prozent weniger Waren, nach China sogar 12,7 Prozent weniger. Im Juli selbst zogen die Lieferungen in die USA allerdings kräftig an, um 19,1 Prozent gegenüber Juni auf 14,4 Mrd. Euro.

817,8 Mrd. €
Exporte 1. Halbjahr 2026
plus 3,9 % zum Vorjahr
954,2 Mrd. €
Exporte Januar bis Juli 2026
saisonbereinigt, plus 4,0 %
21,3 Mrd. €
Überschuss Juli 2026
saisonbereinigt
+7,1 %
Exporte in EU-Staaten
Januar bis Juli 2026

Die wichtigsten Handelspartner Deutschlands

Wer Deutschlands wichtigster Handelspartner ist, hängt vom Maßstab ab. Beim Außenhandelsumsatz, also der Summe aus Exporten und Importen, lag 2025 die Volksrepublik China mit 251,8 Mrd. Euro vorn. Damit löste China die Vereinigten Staaten ab, die 2024 erstmals seit 2015 auf Rang 1 gestanden hatten. China hatte die Spitzenposition bereits von 2016 bis 2023 inne. Die USA folgten 2025 mit 240,5 Mrd. Euro, die Niederlande mit 209,1 Mrd. Euro.

RangHandelspartnerUmsatz 2025VeränderungUmsatz 1. Hj. 2026
1China251,8 Mrd. €+2,1 %125,5 Mrd. €
2Vereinigte Staaten240,5 Mrd. €-5,0 %123,7 Mrd. €
3Niederlande209,1 Mrd. €+3,3 %109,3 Mrd. €

Bei den Exporten allein ergibt sich ein anderes Bild. Hier sind die Vereinigten Staaten seit 2015 ununterbrochen das wichtigste Abnehmerland. 2025 gingen Waren im Wert von 146,2 Mrd. Euro in die USA, 9,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Auf Rang 2 und 3 folgten Frankreich mit 117,4 Mrd. Euro (plus 2,0 Prozent) und die Niederlande mit 112,5 Mrd. Euro (plus 2,9 Prozent). China lag als Abnehmerland mit 81,3 Mrd. Euro nur noch auf Rang 6, hinter Polen und Italien.

Wichtigste Abnehmerländer deutscher Exporte, 2025 (in Mrd. €)
Warenexporte nach Bestimmungsland, vorläufige Jahreswerte.
Genaue Werte in der Tabellenansicht.

Die USA bleiben Kunde Nummer 1: Trotz eines Minus von 9,4 Prozent gingen 2025 Waren für 146,2 Mrd. Euro in die Vereinigten Staaten, China fiel mit 81,3 Mrd. Euro auf Rang 6.

Die Karte der deutschen Exporte ist vor allem europäisch. Unter den neun größten Abnehmern sind sieben europäische Staaten, darunter die direkten Nachbarn Frankreich, Niederlande, Polen, Österreich und Schweiz. Besonders dynamisch entwickelt sich Polen, das mit Exporten von 95,8 Mrd. Euro vor Italien auf Rang 4 lag. Im 1. Halbjahr 2026 wuchsen die Exporte nach Frankreich um 7,6 Prozent auf 63,2 Mrd. Euro und in die Niederlande um 9,0 Prozent auf 60,5 Mrd. Euro, während die Exporte in die USA um 6,1 Prozent auf 73,1 Mrd. Euro zurückgingen. China fiel in dieser Rangfolge mit 36,4 Mrd. Euro sogar auf Platz 9.

Die höchsten Exportüberschüsse erzielte Deutschland im 1. Halbjahr 2026 im Handel mit Frankreich (25,7 Mrd. Euro), den Vereinigten Staaten (22,5 Mrd. Euro) und dem Vereinigten Königreich (22,3 Mrd. Euro). Ein Jahr zuvor hatten die USA mit 30,5 Mrd. Euro noch klar an der Spitze gelegen.

Woher Deutschland importiert

Auf der Importseite dominiert seit 2015 ein Land: die Volksrepublik China. 2025 kamen Waren im Wert von 170,6 Mrd. Euro aus China nach Deutschland, 8,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Auf Rang 2 lagen wie in den Vorjahren die Niederlande mit 96,7 Mrd. Euro (plus 3,9 Prozent), auf Rang 3 die Vereinigten Staaten mit 94,3 Mrd. Euro (plus 2,7 Prozent).

Wichtigste Lieferländer deutscher Importe, 2025 (in Mrd. €)
Warenimporte nach Ursprungsland, vorläufige Jahreswerte.
Genaue Werte in der Tabellenansicht.

China liefert fast so viel wie Niederlande und USA zusammen: 170,6 Mrd. Euro an Importen kamen 2025 aus China, 8,8 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die starke Stellung der Niederlande erklärt sich zum Teil durch den sogenannten Rotterdam-Effekt. Über den größten Seehafen der EU gelangen viele Waren aus Übersee nach Deutschland, die in der Statistik je nach Anmeldung den Niederlanden zugerechnet werden. Auch Energieimporte spielen eine Rolle, denn ein Teil des in Deutschland verbrauchten Gases und Öls erreicht das Land über niederländische Häfen und Leitungen.

Aus China bezieht Deutschland vor allem Elektronik und Industriegüter. Den größten Anteil an den Importen aus China hatten 2025 Datenverarbeitungsgeräte, elektrische und optische Erzeugnisse mit 50,9 Mrd. Euro (plus 4,9 Prozent). Es folgten elektrische Ausrüstungen, zu denen etwa Batterien zählen, mit 32,8 Mrd. Euro (plus 14,8 Prozent) sowie Maschinen mit 13,9 Mrd. Euro (plus 11,6 Prozent). Im 1. Halbjahr 2026 stiegen die Importe aus China nochmals um 8,8 Prozent auf 89,1 Mrd. Euro, die Importe aus den USA um 7,0 Prozent auf 50,6 Mrd. Euro.

USA und China: zwei gegenläufige Trends

Die beiden größten Volkswirtschaften der Welt stehen für zwei gegenläufige Entwicklungen im deutschen Außenhandel. Mit den Vereinigten Staaten erzielt Deutschland traditionell einen hohen Überschuss, mit China ein wachsendes Defizit. Beide Salden haben sich 2025 zu Lasten Deutschlands verschoben.

Vereinigte Staaten: Zölle drücken die Exporte

Die Exporte in die USA sanken 2025 um 9,4 Prozent auf 146,2 Mrd. Euro. Am stärksten betroffen war die Autoindustrie: Die Ausfuhren von Kraftwagen und Kraftwagenteilen in die USA gingen um 17,8 Prozent auf 28,5 Mrd. Euro zurück. Pharmazeutische Erzeugnisse lagen mit 28,0 Mrd. Euro (plus 0,5 Prozent) nur knapp dahinter. Der deutsche Exportüberschuss im Handel mit den USA schrumpfte von 69,6 Mrd. Euro im Jahr 2024 auf 51,9 Mrd. Euro.

Der Rückgang setzte sich Anfang 2026 fort. Im 1. Quartal 2026 exportierte Deutschland Waren für 36,2 Mrd. Euro in die USA, 12,1 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, während die Importe von dort um 1,9 Prozent auf 23,8 Mrd. Euro stiegen. Der Überschuss sank damit um 30,5 Prozent auf 12,4 Mrd. Euro. Die Kfz-Exporte in die USA fielen im gleichen Quartal um 28,4 Prozent auf 6,5 Mrd. Euro. Im 1. Halbjahr 2026 lagen die Kfz-Exporte in die USA um 17,2 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum, der allerdings erst teilweise von den Zöllen betroffen war.

Zeitleiste: US-Zölle auf Waren aus der EU
  • April 2025: Die USA führen hohe Einfuhrzölle auf Waren aus der EU ein, Autos und Autoteile werden zusätzlich mit 25 Prozentpunkten belastet (insgesamt 27,5 Prozent).
  • 27. Juli 2025: Einigung zwischen EU und USA auf eine Zollobergrenze von 15 Prozent für die meisten EU-Waren.
  • August 2025: Gemeinsame Erklärung, die US-Zölle auf Autos aus der EU sollen von 27,5 auf 15 Prozent sinken.
  • 20. Februar 2026: Der Oberste Gerichtshof der USA erklärt einen Teil der Zölle, die auf ein Notstandsgesetz gestützt waren, für unrechtmäßig.
  • 1. Juli 2026: Die EU-Verordnungen zur Umsetzung des Abkommens treten in Kraft.
  • Seit 24. Juli 2026: Neue US-Zölle nach Section 301, für EU-Waren mit einem Regelzoll unter 10 Prozent gilt ein Zoll von 10 Prozent; Autos und Autoteile aus der EU unterliegen 15 Prozent.

China: vom Absatzmarkt zum Konkurrenten

Im Handel mit China hat sich das Verhältnis in wenigen Jahren umgekehrt. 2025 exportierte Deutschland Waren für 81,3 Mrd. Euro nach China, 9,7 Prozent weniger als im Vorjahr, importierte aber Waren für 170,6 Mrd. Euro. Der Importüberschuss wuchs dadurch um 22,4 Mrd. Euro auf 89,3 Mrd. Euro, nach 66,9 Mrd. Euro im Jahr 2024. Im 1. Halbjahr 2026 stieg er weiter von 40,5 auf 52,7 Mrd. Euro.

Hinter dem Rückgang der Exporte stehen vor allem strukturelle Gründe. Deutsche Hersteller stehen in China unter wachsendem Wettbewerbsdruck durch heimische Anbieter, gleichzeitig wachsen die Lieferungen chinesischer Elektronik und elektrischer Ausrüstungen nach Deutschland zweistellig oder nahezu zweistellig. Die Ausfuhren aus Baden-Württemberg nach China fielen 2025 zum Beispiel um 15,0 Prozent auf 13,4 Mrd. Euro.

Wichtigste Exportgüter und Importgüter

Die deutsche Exportwirtschaft ruht auf drei Säulen: Fahrzeugbau, Maschinenbau und Chemie einschließlich Pharma. Wichtigste Warengruppe waren 2025 Kraftwagen und Kraftwagenteile mit Exporten von 253,6 Mrd. Euro, 4,0 Prozent weniger als im Vorjahr. Es folgten Maschinen mit 214,1 Mrd. Euro (minus 2,3 Prozent), Datenverarbeitungsgeräte, elektrische und optische Erzeugnisse mit 135,8 Mrd. Euro (plus 5,4 Prozent) sowie chemische Erzeugnisse mit 134,8 Mrd. Euro (minus 3,3 Prozent). Pharmazeutische Erzeugnisse kamen auf 117,5 Mrd. Euro (plus 1,6 Prozent).

Exporte und Importe nach Warengruppen, 2025 (in Mrd. €)
Neun größte Güterabteilungen nach Güterverzeichnis für Produktionsstatistiken.
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Autos und Maschinen tragen den Überschuss: Bei Kraftwagen und Teilen lagen die Exporte 2025 um 105,7 Mrd. Euro über den Importen, bei Maschinen um 110,6 Mrd. Euro. Bei Erdöl und Erdgas steht einem Import von 65,2 Mrd. Euro kaum Export gegenüber.

Der Vergleich von Exporten und Importen je Warengruppe zeigt, wo Deutschland Überschüsse erwirtschaftet und wo es auf das Ausland angewiesen ist. Bei Maschinen lagen die Exporte 2025 um 110,6 Mrd. Euro über den Importen, bei Kraftwagen und Teilen um 105,7 Mrd. Euro. Auch Chemie und Pharma bringen hohe Überschüsse. Bei Datenverarbeitungsgeräten und elektronischen Erzeugnissen importiert Deutschland dagegen mehr, als es exportiert: 143,3 Mrd. Euro Importen standen 135,8 Mrd. Euro Exporte gegenüber. Bei elektrischen Ausrüstungen halten sich beide Seiten mit 111,4 und 112,9 Mrd. Euro fast die Waage.

Das Bild hat sich 2026 weiter verschoben. Im 1. Halbjahr 2026 sanken die Exporte von Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeugteilen um 5,8 Prozent auf 124,7 Mrd. Euro, die Maschinenexporte um 0,9 Prozent auf 107,7 Mrd. Euro. Deutlich zulegen konnten Datenverarbeitungsgeräte, elektrische und optische Erzeugnisse mit plus 9,5 Prozent auf 73,1 Mrd. Euro. Der größte Exportüberschuss entfiel mit 54,0 Mrd. Euro auf Maschinen, erst danach folgten Kraftfahrzeuge mit 47,6 Mrd. Euro. Den größten Importüberschuss verursachten Erdöl und Erdgas mit 35,5 Mrd. Euro, gefolgt von Erzeugnissen der Landwirtschaft mit 16,5 Mrd. Euro.

Für die Autoindustrie zeigt die Statistik der Neuwagenexporte den Druck besonders deutlich. Von Januar bis Juli 2026 wurden rund 2,0 Mio. neue Pkw im Wert von 73,5 Mrd. Euro aus Deutschland exportiert. Die Stückzahl sank um 4,0 Prozent, der Wert sogar um 8,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Treiber im Warenhandel 2025 und 2026
  • Zölle: US-Zölle belasten vor allem Autos und Maschinen, Pharma blieb 2025 stabil.
  • Wettbewerb aus China: steigende Importe von Elektronik (plus 4,9 Prozent) und elektrischen Ausrüstungen (plus 14,8 Prozent).
  • Energiepreise: Erdöl und Erdgas bleiben der größte Importposten ohne nennenswerte Gegenlieferungen.
  • Europäische Nachfrage: Exporte in die EU wuchsen von Januar bis Juli 2026 um 7,1 Prozent.

Vergleich mit der EU

Innerhalb der Europäischen Union ist Deutschland mit Abstand die größte Handelsnation. Laut Eurostat stammten 2025 26,1 Prozent aller EU-Warenexporte in Länder außerhalb der Union aus Deutschland. Italien (11,8 Prozent), Frankreich (10,6 Prozent) und die Niederlande (10,3 Prozent) waren die einzigen anderen Mitgliedstaaten mit einem zweistelligen Anteil. Bei den Importen aus Drittstaaten kam Deutschland auf 18,8 Prozent, vor den Niederlanden mit 17,7 Prozent.

Anteile an den Exporten der EU in Drittstaaten, 2025 (in %)
Anteil der Mitgliedstaaten an den Extra-EU-Warenexporten.
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Mehr als jeder vierte Euro: Deutschland stellte 2025 26,1 Prozent aller Warenexporte der EU in Länder außerhalb der Union, mehr als Italien und Frankreich zusammen.

Auch im Binnenmarkt steht Deutschland an der Spitze. 2025 entfielen 21,1 Prozent aller Exporte innerhalb der EU und 22,0 Prozent aller Importe innerhalb der EU auf Deutschland. Der Warenhandel zwischen den EU-Staaten erreichte gemessen an den Exporten 4.025 Mrd. Euro und lag damit um 56 Prozent über den Exporten der EU in Drittstaaten von 2.584 Mrd. Euro. Die EU insgesamt erzielte 2025 einen Handelsüberschuss von 130 Mrd. Euro, nach 140 Mrd. Euro im Vorjahr.

Handelsbilanz mit Drittstaaten nach EU-Staaten, 2025 (in Mrd. €)
Extra-EU-Warenhandel: Exporte minus Importe, größte Überschüsse und Defizite.
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Größter Überschuss der EU: Mit 216,1 Mrd. Euro erzielte Deutschland 2025 den höchsten Handelsüberschuss aller Mitgliedstaaten gegenüber Drittstaaten, mehr als das Doppelte von Irland.

Beim Handelssaldo mit Drittstaaten ist der Abstand noch größer. Deutschland erwirtschaftete 2025 einen Überschuss von 216,1 Mrd. Euro, gefolgt von Irland mit 89,8 Mrd. Euro und Italien mit 56,2 Mrd. Euro. Die größten Defizite verzeichneten die Niederlande (173,7 Mrd. Euro), Spanien (48,1 Mrd. Euro) und Polen (27,4 Mrd. Euro). Das niederländische Defizit ist zu einem großen Teil ein statistischer Effekt, da Waren für den gesamten Binnenmarkt über Rotterdam in die EU gelangen.

Die Handelsstruktur Deutschlands ähnelt der der gesamten EU. Auch für die Union waren 2025 die Vereinigten Staaten mit einem Anteil von 21,0 Prozent das wichtigste Zielland für Exporte, China mit 22,3 Prozent das wichtigste Herkunftsland der Importe. Während die EU-Exporte in die USA 2025 laut Eurostat um 3,6 Prozent zulegten, sanken die deutschen Exporte dorthin um 9,4 Prozent. Die deutsche Industrie war von den US-Zöllen also stärker betroffen als der Durchschnitt der EU, was vor allem am hohen Gewicht von Autos und Maschinen liegt.

Außenhandel nach Bundesländern

Der deutsche Export konzentriert sich auf den Süden und Westen des Landes. Baden-Württemberg war 2025 mit Warenexporten von 241,4 Mrd. Euro erneut das exportstärkste Bundesland, knapp vor Bayern mit 227,0 Mrd. Euro und Nordrhein-Westfalen mit 218,1 Mrd. Euro. Diese drei Länder stehen zusammen für 686,5 Mrd. Euro oder knapp 44 Prozent der deutschen Exporte.

Exporte ausgewählter Bundesländer, 2025 (in Mrd. €)
Warenexporte nach Bundesland, vorläufige Jahreswerte der Statistischen Landesämter.
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Drei Länder, knapp 44 Prozent: Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen exportierten 2025 zusammen Waren für 686,5 Mrd. Euro.

Die Entwicklung verlief 2025 unterschiedlich. In Baden-Württemberg stiegen die Exporte nach zwei Rückgängen in Folge um 0,6 Prozent, die wichtigsten Branchen Kraftwagen (50,5 Mrd. Euro, minus 3,3 Prozent), Maschinen (45,9 Mrd. Euro, minus 4,2 Prozent) und Pharma (26,8 Mrd. Euro, minus 1,9 Prozent) verloren jedoch. Getragen wurde das Plus unter anderem von der Schweiz, wohin die Südwest-Exporte um 22,2 Prozent auf 24,6 Mrd. Euro stiegen. Die USA blieben mit 30,4 Mrd. Euro wichtigstes Zielland Baden-Württembergs.

Bayern steigerte seine Exporte 2025 um 0,9 Prozent, die Ausfuhren in die EU wuchsen dort um 4,9 Prozent auf 121,7 Mrd. Euro. Mit 229,3 Mrd. Euro lagen die bayerischen Importe allerdings über den Exporten. In Nordrhein-Westfalen sanken die Exporte um rund 1 Prozent von 220,3 auf 218,1 Mrd. Euro, besonders stark gingen die Ausfuhren von Kokerei- und Mineralölerzeugnissen zurück. Hessen verzeichnete dagegen ein Plus von 9 Prozent auf 86,5 Mrd. Euro, getragen von der Chemie- und Pharmaindustrie. Die hessischen Exporte in die USA stiegen um mehr als ein Viertel auf fast 12 Mrd. Euro. In Schleswig-Holstein fielen die Ausfuhren um 6,8 Prozent auf 25,2 Mrd. Euro.

BundeslandExporte 2025VeränderungWichtigstes Zielland
Baden-Württemberg241,4 Mrd. €+0,6 %Vereinigte Staaten
Bayern227,0 Mrd. €+0,9 %Vereinigte Staaten
Nordrhein-Westfalen218,1 Mrd. €rund -1 %k. A.
Hessen86,5 Mrd. €+9 %k. A.
Schleswig-Holstein25,2 Mrd. €-6,8 %k. A.

Niedersachsen kam 2025 laut Landesamt für Statistik Niedersachsen auf Exporte von rund 103 Mrd. Euro. Für die übrigen Bundesländer lagen zum Redaktionsschluss keine einheitlich veröffentlichten Jahreswerte vor, sie fehlen deshalb in der Grafik.

Wie die Außenhandelsstatistik entsteht und wo ihre Grenzen liegen

Die Außenhandelsstatistik ist eine der schnellsten amtlichen Statistiken. Erste Ergebnisse veröffentlicht Destatis rund 40 Tage nach Ende eines Monats. Diese Werte sind vorläufig: Jeder Berichtsmonat wird in sechs aufeinanderfolgenden Monaten revidiert, im Oktober des Folgejahres erfolgt eine abschließende Korrektur. Erst danach gelten die Ergebnisse als endgültig. Im September 2026 hat Destatis zudem die Jahre 2023 und 2024 nachträglich überarbeitet, weil erstmals Fernverkäufe an Privatpersonen innerhalb der EU auf Basis des One-Stop-Shop-Verfahrens zugeschätzt werden. Die abschließende Korrektur für 2025 folgt im Oktober 2026.

Aus den Revisionen erklären sich auch kleinere Abweichungen zwischen verschiedenen Veröffentlichungen. So nannte Destatis im Februar 2026 für 2025 Exporte von 1.563,0 Mrd. Euro und einen Überschuss von 200,5 Mrd. Euro, in der Zeitreihe vom April 2026 sind es 1.563,8 Mrd. Euro und 201,6 Mrd. Euro. Die saisonbereinigten Monatswerte ergeben aufsummiert für 2025 sogar 1.569,6 Mrd. Euro, weil sie rechnerisch bereinigte Größen sind. Nach Hinweis von Destatis ist ein Vergleich zwischen bereinigten und unbereinigten Reihen deshalb nicht sinnvoll.

Was die Zahlen messen und was nicht
  • Nur Waren: Dienstleistungen wie Tourismus, Software oder Lizenzen sind nicht enthalten, sie stehen in der Zahlungsbilanz der Bundesbank.
  • Nominal: Die Werte enthalten Preisänderungen. Wie viel mengenmäßig gehandelt wird, zeigt erst die Volumenrechnung.
  • Nicht nur Made in Germany: Laut Destatis wurde rund ein Viertel der deutschen Exporte nicht in Deutschland gewonnen oder hergestellt, sondern vorher eingeführt.
  • Vorleistungen: In einem exportierten Auto stecken oft importierte Teile. Der Exportwert geht trotzdem vollständig in die Statistik ein.
  • Spiegelbilder weichen ab: Die deutschen Exporte nach Italien stimmen nicht exakt mit den Importen überein, die Italien aus Deutschland meldet, etwa wegen des Rotterdam-Effekts oder unterschiedlicher Partnerlandangaben.

Für den Vergleich mit anderen EU-Staaten nutzt dieser Bericht die Daten von Eurostat, die auf denselben nationalen Meldungen beruhen, aber nach einheitlichen Regeln aufbereitet werden. Die Länderwerte der Statistischen Landesämter entstehen ebenfalls aus der zentralen Außenhandelsstatistik. Da Importe teils dem Bundesland zugeordnet werden, in dem die Ware zunächst eingelagert wird, ist eine Saldierung von Exporten und Importen auf Länderebene laut IT.NRW nur begrenzt aussagekräftig.

Ausblick

Die Aussichten für den deutschen Außenhandel hängen stark vom weltwirtschaftlichen Umfeld ab. Die Welthandelsorganisation (WTO) erwartet in ihrem Basisszenario vom März 2026, dass das Volumen des weltweiten Warenhandels 2026 nur noch um 1,9 Prozent wächst, nach 4,6 Prozent im Jahr 2025. Für 2027 rechnet die WTO mit 2,6 Prozent. Das starke Wachstum 2025 ging vor allem auf den Handel mit Gütern für künstliche Intelligenz und auf vorgezogene Importe vor neuen Zöllen zurück. Der Wert des weltweiten Warenhandels erreichte 2025 laut WTO 26,26 Billionen US-Dollar, 7 Prozent mehr als im Vorjahr.

Für Deutschland sind die Signale gemischt. Positiv ist die robuste Nachfrage aus Europa, die von Januar bis Juli 2026 zu einem Exportplus von 7,1 Prozent in die EU-Staaten geführt hat. Belastend wirken die US-Zölle, der wachsende Wettbewerb mit China und die Schwäche der Autoindustrie, deren Neuwagenexporte 2026 weiter sinken. Hinzu kommt nach Einschätzung der WTO das Risiko höherer Energiepreise durch den Konflikt im Nahen Osten, das den Welthandel zusätzlich dämpfen könnte.

Absehbar ist, dass sich die Gewichte im deutschen Außenhandel weiter verschieben. Europa gewinnt als Absatzmarkt an Bedeutung, die Vereinigten Staaten bleiben wichtigster Einzelmarkt, aber mit sinkendem Überschuss, und China entwickelt sich vom Wachstumsmarkt zum Konkurrenten und zum wichtigsten Lieferanten. Ob der Exportüberschuss 2026 wieder steigt, entscheidet sich vor allem in der zweiten Jahreshälfte: Im 1. Halbjahr lag er mit 105,7 Mrd. Euro knapp unter dem Vorjahreswert.

Deutscher Außenhandel in Zahlen

1.563,8 Mrd. €
Warenexporte 2025
plus 0,9 %, vorläufig
201,6 Mrd. €
Exportüberschuss 2025
2024: 242,9 Mrd. €
253,6 Mrd. €
Exporte Kraftwagen und Teile
wichtigste Warengruppe 2025
89,3 Mrd. €
Importüberschuss mit China
2025, nach 66,9 Mrd. €
26,1 %
Anteil an den Extra-EU-Exporten
Eurostat, 2025
241,4 Mrd. €
Exporte Baden-Württemberg
exportstärkstes Land 2025

Häufig gestellte Fragen

Deutschland exportierte 2025 nach vorläufigen Destatis-Daten Waren im Wert von 1.563,8 Mrd. Euro, 0,9 Prozent mehr als 2024. Der bisherige Höchstwert stammt aus dem Jahr 2022 mit 1.594,3 Mrd. Euro.

Der Außenhandelssaldo lag 2025 bei 201,6 Mrd. Euro und damit 41,3 Mrd. Euro unter dem Vorjahreswert von 242,9 Mrd. Euro. Grund waren Importe, die mit 4,2 Prozent deutlich stärker wuchsen als die Exporte.

Die Volksrepublik China, mit einem Außenhandelsumsatz von 251,8 Mrd. Euro im Jahr 2025. Auf Rang 2 folgen die Vereinigten Staaten mit 240,5 Mrd. Euro, auf Rang 3 die Niederlande mit 209,1 Mrd. Euro.

In die Vereinigten Staaten, seit 2015 ununterbrochen. 2025 gingen Waren für 146,2 Mrd. Euro in die USA, 9,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Dahinter folgen Frankreich mit 117,4 und die Niederlande mit 112,5 Mrd. Euro.

Kraftwagen und Kraftwagenteile, mit Exporten von 253,6 Mrd. Euro im Jahr 2025. Es folgen Maschinen mit 214,1 Mrd. Euro sowie Datenverarbeitungsgeräte, elektrische und optische Erzeugnisse mit 135,8 Mrd. Euro.

Aus China, seit 2015 das wichtigste Lieferland. 2025 kamen Waren für 170,6 Mrd. Euro aus China, vor allem Datenverarbeitungsgeräte und elektrische Ausrüstungen. Der Importüberschuss gegenüber China stieg auf 89,3 Mrd. Euro.

Im 1. Halbjahr 2026 stiegen die Exporte um 3,9 Prozent auf 817,8 Mrd. Euro und die Importe um 4,7 Prozent auf 712,1 Mrd. Euro. Von Januar bis Juli 2026 lagen die saisonbereinigten Exporte bei 954,2 Mrd. Euro, 4,0 Prozent über dem Vorjahreszeitraum.

Baden-Württemberg, mit Warenexporten von 241,4 Mrd. Euro im Jahr 2025. Bayern folgt mit 227,0 Mrd. Euro, Nordrhein-Westfalen mit 218,1 Mrd. Euro.

Deutschland lieferte 2025 laut Eurostat 26,1 Prozent aller EU-Warenexporte in Drittstaaten und 21,1 Prozent aller Exporte innerhalb der EU. Der deutsche Überschuss gegenüber Drittstaaten betrug 216,1 Mrd. Euro.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts hängt annähernd jeder vierte Arbeitsplatz in Deutschland vom Export ab. Zugleich ist Deutschland als rohstoffarmes Land auf Importe angewiesen, 2025 etwa auf Erdöl und Erdgas für 65,2 Mrd. Euro.

Quellen

Statistisches Bundesamt (Destatis) - Gesamtentwicklung des deutschen Außenhandels ab 1950, Stand 20. April 2026.

Destatis - China im Jahr 2025 wieder wichtigster Handelspartner Deutschlands, Pressemitteilung Nr. 056 vom 20. Februar 2026.

Destatis - Deutsche Exporte im 1. Halbjahr 2026, Pressemitteilung Nr. 296 vom 20. August 2026.

Destatis - Exporte im Juli 2026, Pressemitteilung Nr. 318 vom 8. September 2026.

Destatis - Exporte von neuen Pkw Januar bis Juli 2026, Pressemitteilung vom 21. September 2026.

Destatis - Exportüberschuss im Handel mit den USA im 1. Quartal 2026, Pressemitteilung Nr. 172 vom 21. Mai 2026.

Destatis - Außenhandelsvolumen 2025, Pressemitteilung Nr. 211 vom 19. Juni 2026.

Destatis GENESIS-Online - Tabellen 51000, Aus- und Einfuhr nach Waren und Ländern.

Destatis - Themenseite Außenhandel mit Methodenhinweisen und Revisionen.

Deutsche Bundesbank - Leistungsbilanzsaldo 2025.

Eurostat - International trade in goods, Datenstand März 2026.

Welthandelsorganisation (WTO) - Global Trade Outlook and Statistics, 19. März 2026.

Statistisches Landesamt Baden-Württemberg - Exporte im Jahr 2025.

Bayerisches Landesamt für Statistik - Außenhandel Bayerns im Jahr 2025.

IT.NRW - Exporte Nordrhein-Westfalens 2025.

Landesamt für Statistik Niedersachsen - Außenhandel Niedersachsens 2025.

Hessen Trade and Invest - Außenhandel Hessen 2025, auf Basis des Hessischen Statistischen Landesamts.

Statistikamt Nord - Außenhandel in Schleswig-Holstein 2025.

IHK Chemnitz - US-Zölle: aktueller Stand, August 2026.

Alle Werte nominal und für den Warenhandel. Jahreswerte 2025 und Monatswerte 2026 vorläufig, Monatswerte kalender- und saisonbereinigt, sofern nicht anders angegeben. Einzelne Länderwerte können sich mit der Jahreskorrektur im Oktober 2026 noch ändern. Zusammengestellt von BusinessStats.