Branche

Tourismus & Gastronomie
Daten zu Reisen, Übernachtungen und Gastgewerbe

Wie entwickeln sich Übernachtungen in Hotels und Ferienwohnungen, wie steht es um die Umsätze der Gastronomie und wohin reisen die Deutschen? Diese Seite bündelt Tourismus- und Gastronomie-Statistiken aus amtlichen Quellen und Branchenerhebungen.

5Themenbereiche
–Statistiken
–Letzte Aktualisierung

Überblick

Was Tourismusstatistiken über Nachfrage, Preise und Beschäftigung verraten

Tourismus ist statistisch keine eigene Branche, sondern eine Querschnittsaktivität: Hotels, Gaststätten, Verkehrsunternehmen, Reiseveranstalter und Freizeitanbieter leben zu unterschiedlichen Teilen von Reisenden. Die amtliche Statistik erfasst deshalb einzelne Bausteine. Die Beherbergungsstatistik zählt Ankünfte und Übernachtungen, die Gastgewerbestatistik misst Umsatz und Beschäftigung, und die Zahlungsbilanz der Bundesbank weist aus, was Reisende im Ausland ausgeben. Ein vollständiges Bild ergibt sich erst, wenn man diese Quellen zusammen liest und ihre unterschiedlichen Abgrenzungen kennt. Zusätzlich liefern Tourismus-Satellitenkonten eine Gesamtrechnung, die den Beitrag des Reisens zur Wertschöpfung schätzt, allerdings nur in größeren Abständen und mit erheblichem Modellanteil.

Bei den Übernachtungszahlen ist die Berichtsschwelle wichtig. Destatis erfasst gewerbliche Beherbergungsbetriebe erst ab einer bestimmten Zahl an Schlafgelegenheiten; kleine Pensionen und viele privat vermietete Ferienwohnungen fallen heraus. Übernachtungen, die über Online-Plattformen vermittelt werden, werden in europäischen Statistiken inzwischen gesondert ausgewiesen, sind aber nicht deckungsgleich mit der klassischen Beherbergungsstatistik. Wer Zahlen verschiedener Quellen addiert, riskiert daher Doppelzählungen oder Lücken. Auch Camping und Reisemobilstellplätze werden je nach Quelle unterschiedlich behandelt. Regionale Daten zu Reisegebieten veröffentlichen die Statistischen Landesämter, teils bis auf Gemeindeebene, sofern die Geheimhaltung einzelner Betriebe gewahrt bleibt.

In der Gastronomie ist der Unterschied zwischen nominalem und realem Umsatz zentral. Steigen die Speisen- und Getränkepreise stark, kann der nominale Umsatz wachsen, obwohl weniger Gäste kommen oder weniger bestellt wird. Destatis veröffentlicht deshalb beide Varianten, zusätzlich kalender- und saisonbereinigt. Hinzu kommen Sondereffekte wie Änderungen beim Mehrwertsteuersatz auf Speisen, die Preise und damit auch nominale Umsätze sprunghaft verschieben können, ohne dass sich das Gästeverhalten verändert hat. Bei der Beschäftigung ist zudem der hohe Anteil an Teilzeit- und geringfügig Beschäftigten zu beachten: Eine steigende Zahl von Beschäftigten bedeutet nicht automatisch mehr geleistete Arbeitsstunden.

Das Reiseverhalten der Bevölkerung wird überwiegend durch Befragungen erhoben. Die Reiseanalyse der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen und die europäische Erhebung zum Reiseverhalten liefern Daten zu Reisezielen, Reisedauer und Ausgaben. Geschäftsreisen werden gesondert untersucht, etwa in der Geschäftsreiseanalyse des Verbands Deutsches Reisemanagement. Befragungsdaten unterliegen Stichprobenfehlern und Erinnerungseffekten, sind aber die einzige Quelle für Motive, Reiseformen und Buchungswege. Sie ergänzen daher die Betriebsdaten der amtlichen Statistik, ersetzen sie aber nicht.

Themenbereiche

Tourismus & Gastronomie im Detail: 5 Themenbereiche

Die Unterkategorien folgen der Reisekette: vom Anlass der Reise über Buchung und Unterkunft bis zum Restaurantbesuch am Zielort.

Gastronomie

Daten zu Restaurants, Imbissen, Cafés, Bars und Caterern: Umsatz, Beschäftigte, Betriebszahlen und Preisentwicklung. Ergänzend finden Sie Informationen zu Außer-Haus-Verzehr, Lieferdiensten und Betriebsschließungen. Ergänzt werden die Daten durch Angaben zu Betriebsgrößen.

UmsatzBeschäftigteAußer-Haus-MarktPreise

Geschäftsreisen

Statistiken zu Dienstreisen, Tagungen, Messen und Kongressen. Im Mittelpunkt stehen Reisehäufigkeit, Ausgaben der Unternehmen, genutzte Verkehrsmittel und die Verlagerung einzelner Termine auf virtuelle Formate. Die Daten stammen überwiegend aus Unternehmensbefragungen.

DienstreisenMICEReisekostenMessen

Privatreisen

Zahlen zu Urlaubs- und Kurzreisen der Bevölkerung: Reiseziele im In- und Ausland, Reisedauer, Verkehrsmittel, Unterkunftsart und Ausgaben. Grundlage sind vor allem repräsentative Befragungen und europäische Erhebungen. Auch Tagesausflüge werden teilweise erfasst.

UrlaubsreisenReisezieleReiseausgabenKurzreisen

Reisemittler & Reiseveranstalter

Daten zu Reisebüros, Online-Reiseportalen und Veranstaltern von Pauschalreisen. Die Kategorie umfasst Umsätze, Buchungswege, Beschäftigte und die Preisentwicklung von Pauschalreisen im Verbraucherpreisindex. Außerdem geht es um Stornierungen und Buchungsfristen.

PauschalreisenReisebürosOnline-BuchungVeranstalter

Unterkünfte

Statistiken zu Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen, Campingplätzen und Jugendherbergen. Erfasst werden Kapazitäten, Ankünfte, Übernachtungen, Aufenthaltsdauer und Auslastung nach Bundesland, Reisegebiet und Herkunft der Gäste. Regionale Daten liefern die Statistischen Landesämter.

ÜbernachtungenHotellerieFerienwohnungenCamping

Neueste Statistiken

Tourismus & Gastronomie: aktuelle Grafiken und Daten

Neueste zuerst. Jede Grafik führt zur vollständigen Seite mit Quelle und Anmerkungen.

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Datenkalender

Datenkalender: Wann wichtige Tourismusdaten erscheinen

Viele Kennzahlen zu Reisen und Gastgewerbe erscheinen in festen Abständen. Der Überblick zeigt, wer welche Daten veröffentlicht und was sie aussagen.

IndikatorHerausgeberRhythmusWas er zeigt
Ankünfte und ÜbernachtungenStatistisches Bundesamt (Destatis)monatlichZeigt die Nachfrage in Beherbergungsbetrieben nach Herkunft der Gäste, Betriebsart und Region.
Umsatz im GastgewerbeStatistisches Bundesamt (Destatis)monatlichMisst die nominale und preisbereinigte Umsatzentwicklung von Beherbergung und Gastronomie.
Verbraucherpreise für Pauschalreisen und GaststättenStatistisches Bundesamt (Destatis)monatlichZeigt, wie sich Reise- und Restaurantpreise im Vergleich zur allgemeinen Teuerung entwickeln.
Reiseverkehr in der ZahlungsbilanzDeutsche BundesbankmonatlichErfasst die Ausgaben deutscher Reisender im Ausland und ausländischer Gäste in Deutschland.
ReiseanalyseForschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR)jährlichBeschreibt Urlaubsreiseverhalten, Reiseziele, Reiseformen und Buchungswege der Bevölkerung in Deutschland.
GeschäftsreiseanalyseVerband Deutsches Reisemanagement (VDR)jährlichLiefert Daten zu Umfang, Kosten und Organisation von Geschäftsreisen deutscher Unternehmen.

Datenquellen

Woher die Zahlen in dieser Kategorie stammen

Wir greifen auf die Institutionen zurück, die die Primärdaten erheben oder veröffentlichen. Die konkrete Quelle und ihr Veröffentlichungsdatum stehen auf jeder einzelnen Grafik.

Statistisches Bundesamt (Destatis)

Beherbergungsstatistik, Gastgewerbeumsatz, Beschäftigung und Verbraucherpreise für Reise- und Gastronomieleistungen in Deutschland.

Statistische Ämter der Länder

Regionale Übernachtungszahlen nach Gemeinden und Reisegebieten sowie Kapazitäten der Beherbergungsbetriebe im jeweiligen Bundesland.

Deutsche Bundesbank

Reiseverkehrsbilanz als Teil der Zahlungsbilanz mit Ausgaben und Einnahmen im grenzüberschreitenden Reiseverkehr.

Eurostat

Europäisch vergleichbare Daten zu Übernachtungen, Reiseverhalten der Bevölkerung und über Plattformen vermittelten Kurzzeitvermietungen.

DEHOGA Bundesverband

Branchenumfragen, Konjunktureinschätzungen und Strukturdaten des Hotel- und Gaststättengewerbes in Deutschland.

Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT)

Daten und Marktanalysen zum Incoming-Tourismus, also zu Reisen internationaler Gäste nach Deutschland.

Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR)

Reiseanalyse zum Urlaubsreiseverhalten der Bevölkerung, zu Reisezielen, Reiseformen und Buchungswegen.

UN Tourism (UNWTO)

Internationale Daten zu Ankünften und Einnahmen im Welttourismus für globale Ländervergleiche.

Lesehilfe

So interpretieren Sie Tourismus- und Gastronomiedaten richtig

Tipp 1

Saisonmuster berücksichtigen

Übernachtungen und Gastronomieumsätze schwanken stark mit Jahreszeit, Ferienterminen und der Lage von Ostern oder Pfingsten. Ein Monat sollte daher mit dem Vorjahresmonat verglichen werden, nicht mit dem Vormonat. Für kurzfristige Trends eignen sich saisonbereinigte Reihen. Bei Feiertagen im Monatswechsel lohnt der Blick auf mehrere Monate.

Tipp 2

Nominal und real trennen

Ein steigender Umsatz im Gastgewerbe kann allein auf höhere Preise zurückgehen. Erst der preisbereinigte, reale Umsatz zeigt, ob tatsächlich mehr Leistungen verkauft wurden. Destatis weist beide Werte aus; für Aussagen über die Nachfrage ist der reale Wert maßgeblich.

Tipp 3

Berichtsschwellen kennen

Die amtliche Beherbergungsstatistik erfasst nur Betriebe ab einer bestimmten Bettenzahl. Kleine Anbieter und viele Privatvermieter fehlen. In Regionen mit hohem Anteil an Ferienwohnungen wird die touristische Nachfrage dadurch unterschätzt, was regionale Vergleiche verzerren kann. Plattformdaten können diese Lücke teilweise schließen.

Tipp 4

Methodenwechsel beachten

Änderungen der Berichtsschwelle, neue Betriebsarten oder die Umstellung von Befragungen führen zu Brüchen in Zeitreihen. Vergleiche über viele Jahre sind nur aussagekräftig, wenn die Quelle solche Brüche kennzeichnet oder zurückgerechnete Werte bereitstellt. Das gilt besonders für Befragungen, deren Fragebogen oder Stichprobendesign sich geändert hat.

Häufige Fragen

Tourismus & Gastronomie-Statistiken: häufige Fragen

Warum weichen Übernachtungszahlen verschiedener Quellen voneinander ab?

Die amtliche Beherbergungsstatistik erfasst nur Betriebe ab einer festgelegten Zahl an Schlafgelegenheiten. Tourismusorganisationen oder Plattformen zählen teils auch kleine Anbieter und Privatvermietungen mit. Hinzu kommen unterschiedliche Definitionen von Ankunft und Übernachtung sowie der Umgang mit Campingplätzen. Für Zeitvergleiche sollte man deshalb immer bei einer Quelle bleiben und deren Abgrenzung kennen. Plattformdaten sind zudem nicht mit Betriebsdaten verknüpft.

Wie wird die Lage der Gastronomie statistisch gemessen?

Destatis veröffentlicht monatlich den Umsatz im Gastgewerbe, getrennt nach Beherbergung und Gastronomie, jeweils nominal und real. Ergänzend gibt es Daten zu Beschäftigten und zur Zahl der Betriebe aus dem Unternehmensregister. Der DEHOGA führt zusätzlich Umfragen unter Mitgliedsbetrieben durch, die Stimmungen und Erwartungen erfassen, aber keine amtlichen Messwerte darstellen. Für eine fundierte Einschätzung lohnt es sich, beide Quellen nebeneinander zu betrachten.

Wie erfährt man, wohin die Deutschen in den Urlaub fahren?

Reiseziele werden über repräsentative Befragungen ermittelt, vor allem die Reiseanalyse der FUR und die europäisch harmonisierte Erhebung zum Reiseverhalten, deren Ergebnisse Eurostat veröffentlicht. Sie erfassen Urlaubsreisen ab einer Mindestdauer, Zielländer, Verkehrsmittel und Ausgaben. Die Ergebnisse sind Hochrechnungen und deshalb mit einer statistischen Unsicherheit behaftet, die bei kleinen Zielgruppen größer ausfällt.

Was sagt die Reiseverkehrsbilanz aus?

Die Bundesbank stellt in der Zahlungsbilanz gegenüber, wie viel Geld deutsche Reisende im Ausland ausgeben und wie viel ausländische Gäste in Deutschland ausgeben. Ein Defizit bedeutet, dass die Ausgaben im Ausland überwiegen. Die Bilanz umfasst Privat- und Geschäftsreisen, erfasst aber zum Beispiel Flugtickets internationaler Fluggesellschaften nicht im Reiseverkehr, sondern bei den Transportleistungen.

Wie sollte ich Tourismusdaten in einer Präsentation zitieren?

Nennen Sie immer die Originalquelle, den Berichtszeitraum und den Veröffentlichungsstand, da vorläufige Monatswerte später revidiert werden können. Bei Befragungsdaten empfiehlt sich ein Hinweis auf die Erhebungsmethode. Jede Grafik auf dieser Seite nennt die ursprüngliche Quelle und das Veröffentlichungsdatum, sodass Sie die Angaben direkt übernehmen können. Bei Prognosen oder Schätzungen sollte der Charakter der Zahl auch in Ihrer Darstellung sichtbar bleiben.

Statistik gesucht?

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