Branche

Dienstleistungen & Handwerk
Statistiken zu Betrieben, Umsätzen und Beschäftigung

Vom Elektrobetrieb über die IT-Beratung bis zur Haushaltshilfe: Dienstleistungen & Handwerk Statistiken beschreiben einen Großteil der Beschäftigung in Deutschland. Hier erfahren Sie, welche Daten es gibt, wie sie erhoben werden und was beim Vergleich zu beachten ist.

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Überblick

Warum Dienstleistungs- und Handwerksdaten schwer, aber lohnend zu lesen sind

Der Dienstleistungssektor erwirtschaftet den größten Teil der Bruttowertschöpfung in Deutschland und beschäftigt die meisten Erwerbstätigen. Trotzdem ist er statistisch schwieriger zu erfassen als die Industrie: Leistungen sind immateriell, Preise werden oft individuell verhandelt, und viele Anbieter sind Kleinstbetriebe oder Solo-Selbstständige. Dienstleistungen & Handwerk Statistiken beruhen deshalb stärker auf Registerdaten und Stichproben als auf Mengenangaben. Wer sie nutzt, sollte wissen, welche Unternehmen in einer Erhebung enthalten sind und welche nicht, denn davon hängt ab, wie repräsentativ ein Ergebnis ist.

Das Handwerk ist keine Wirtschaftszweigkategorie, sondern eine rechtliche Abgrenzung nach der Handwerksordnung. Ein Handwerksbetrieb ist in der Handwerksrolle eingetragen, unabhängig davon, ob er baut, repariert, Lebensmittel herstellt oder Gesundheitsleistungen wie Hörakustik anbietet. Das Statistische Bundesamt ermittelt deshalb eigene Handwerkszahlen, indem es das Unternehmensregister mit den Verzeichnissen der Handwerkskammern verknüpft. Die vierteljährliche Handwerksberichterstattung zeigt die kurzfristige Entwicklung von Umsatz und Beschäftigung, die jährliche Handwerkszählung die Struktur nach Gewerken und Größenklassen. Beide Erhebungen beruhen weitgehend auf Verwaltungsdaten und entlasten so die Betriebe.

Für unternehmensnahe Dienstleistungen wie Rechts- und Steuerberatung, Unternehmensberatung, Werbung, IT-Services, Gebäudereinigung oder Arbeitnehmerüberlassung liefert die Strukturerhebung im Dienstleistungsbereich jährliche Angaben zu Umsatz, Kosten, Investitionen und Beschäftigten. Kurzfristige Umsatzindizes zeigen die konjunkturelle Entwicklung. Haushaltsnahe Dienstleistungen sind dagegen besonders schwer zu messen, weil ein erheblicher Teil nicht angemeldet erbracht wird. Offizielle Zahlen, etwa zu Minijobs in Privathaushalten bei der Minijob-Zentrale, bilden daher nur den legalen, gemeldeten Teil ab. Ergänzend lassen Steuerdaten zu Handwerkerleistungen erkennen, wie stark Haushalte diese Leistungen in Anspruch nehmen.

Eine wichtige Neuerung betrifft die Klassifikation: Mit der Umstellung von der WZ 2008 auf die neue Wirtschaftszweigklassifikation WZ 2025, die auf der europäischen NACE Rev. 2.1 beruht, werden gerade Dienstleistungsbereiche neu gegliedert, etwa bei digitalen Diensten und Vermittlungsplattformen. Für Zeitreihen entstehen dadurch methodische Brüche, die über Rückrechnungen oder Umschlüsselungen überbrückt werden müssen. Wer Dienstleistungen & Handwerk Daten über längere Zeiträume vergleicht, sollte daher in den Methodenhinweisen prüfen, nach welcher Klassifikation die Werte erstellt wurden.

Themenbereiche

Dienstleistungen & Handwerk im Detail: 3 Themenbereiche

Die Kategorie bündelt drei Bereiche, die sich nach Kundengruppe, Rechtsrahmen und Datenlage deutlich unterscheiden.

Business Service

Unternehmensnahe Dienstleistungen wie Beratung, Rechts- und Steuerberatung, IT-Services, Gebäudereinigung, Sicherheitsdienste und Zeitarbeit. Erfasst werden Umsätze, Kostenstrukturen, Beschäftigte und die konjunkturelle Entwicklung. Sie zeigen, wie stark die Industrie Tätigkeiten auslagert und welche Branchen vom Strukturwandel profitieren.

BeratungIT-ServicesZeitarbeit

Handwerk

Betriebe, Umsätze und Beschäftigte in zulassungspflichtigen, zulassungsfreien und handwerksähnlichen Gewerben. Dazu kommen Ausbildung, Meisterprüfungen, Betriebsnachfolge und die Lage in einzelnen Gewerbegruppen. Die Daten stammen aus amtlicher Handwerksstatistik und den Verzeichnissen der Handwerkskammern.

BetriebeAusbildungGewerke

Haushaltsnahe Dienstleistungen

Reinigung, Gartenpflege, Kinderbetreuung und Alltagsunterstützung in privaten Haushalten. Die Daten umfassen gemeldete Minijobs, Dienstleistungsagenturen sowie steuerlich geltend gemachte Aufwendungen der Haushalte. Weil viel Arbeit nicht angemeldet ist, sind die Daten besonders sorgfältig einzuordnen.

MinijobsHaushaltshilfeBetreuung

Glossar

Glossar: Begriffe aus Dienstleistungs- und Handwerksstatistik

Viele Begriffe haben in der Statistik eine genaue Bedeutung, die vom Alltagsgebrauch abweicht. Dieses Glossar erklärt die wichtigsten Definitionen.

Handwerksrolle
Von den Handwerkskammern geführtes Verzeichnis der selbstständigen Handwerker. Die Eintragung ist Voraussetzung für den Betrieb eines zulassungspflichtigen Handwerks und Grundlage der amtlichen Handwerksstatistik. Sie wird regional geführt.
Zulassungspflichtiges Handwerk
Gewerke nach Anlage A der Handwerksordnung, für deren selbstständige Ausübung grundsätzlich ein Meisterbrief oder eine gleichwertige Qualifikation nötig ist. Seit 2020 gilt die Meisterpflicht wieder für mehrere zuvor zulassungsfreie Gewerke.
Zulassungsfreies Handwerk
Gewerke nach Anlage B1 der Handwerksordnung, die ohne Meisterbrief ausgeübt werden dürfen. Sie werden in einem eigenen Verzeichnis der Kammern geführt und statistisch getrennt ausgewiesen.
Handwerksähnliches Gewerbe
Tätigkeiten nach Anlage B2 der Handwerksordnung, etwa bestimmte Reinigungs- oder Montagearbeiten. Sie unterliegen keiner Meisterpflicht und werden von den Kammern in einem gesonderten Verzeichnis erfasst.
Unternehmensnahe Dienstleistungen
Leistungen, die überwiegend von anderen Unternehmen nachgefragt werden, etwa Beratung, Buchhaltung, Werbung, IT-Services oder Arbeitnehmerüberlassung. Sie gelten als Treiber des Strukturwandels von der Industrie zu Dienstleistungen.
Haushaltsscheckverfahren
Vereinfachtes Melde- und Beitragsverfahren der Minijob-Zentrale für geringfügig Beschäftigte in Privathaushalten. Die gemeldeten Fälle bilden die wichtigste amtliche Grundlage für Daten zur legalen Haushaltsbeschäftigung.
Tätige Personen
Statistische Größe, die neben sozialversicherungspflichtig und geringfügig Beschäftigten auch Inhaber, Mitinhaber und unbezahlt mithelfende Familienangehörige umfasst. Im Handwerk ist sie aussagekräftiger als die reine Beschäftigtenzahl. Das gilt auch im Dienstleistungsbereich.
Wirtschaftszweigklassifikation (WZ)
Systematik, nach der Unternehmen anhand ihres wirtschaftlichen Schwerpunkts einer Branche zugeordnet werden. Die neue WZ 2025 löst die WZ 2008 ab und gliedert vor allem Dienstleistungsbereiche teilweise neu.

Neueste Statistiken

Dienstleistungen & Handwerk: aktuelle Grafiken und Daten

Neueste zuerst. Jede Grafik führt zur vollständigen Seite mit Quelle und Anmerkungen.

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Lesehilfe

So lesen Sie Dienstleistungs- und Handwerksstatistiken richtig

Tipp 1

Handwerk ist quer zu Branchen

Handwerksbetriebe finden sich im Bau, im Kfz-Gewerbe, im Lebensmittelbereich und im Gesundheitswesen. Handwerkszahlen lassen sich deshalb nicht einfach mit Branchenwerten nach Wirtschaftszweigen vergleichen. Wer beide verbindet, muss auf die unterschiedliche Abgrenzung achten und Überschneidungen berücksichtigen.

Tipp 2

Preisbereinigung bei Dienstleistungen

Für viele Dienstleistungen gibt es nur eingeschränkte Preisindizes, weil Leistungen individuell sind. Preisbereinigte Umsätze beruhen daher teils auf Näherungen. Nominale Zuwächse sollten besonders in Phasen hoher Inflation vorsichtig interpretiert werden, da sie die reale Entwicklung überzeichnen können.

Tipp 3

Abschneidegrenzen und Kleinstbetriebe

Konjunkturerhebungen befragen meist nur Unternehmen ab einer bestimmten Umsatz- oder Beschäftigtengröße, kleinere werden hochgerechnet oder aus Verwaltungsdaten geschätzt. Gerade bei Solo-Selbstständigen und Kleinstbetrieben sind die Ergebnisse daher unsicherer als bei größeren Unternehmen. Das betrifft vor allem Beratung.

Tipp 4

Gemeldet ist nicht gleich tatsächlich

Bei haushaltsnahen Dienstleistungen erfassen amtliche Daten nur angemeldete Beschäftigung. Der nicht angemeldete Teil wird in wissenschaftlichen Studien lediglich geschätzt, mit teils großen Spannweiten. Solche Schätzungen sind klar als Modellrechnung zu kennzeichnen und nicht mit Registerdaten zu vermischen.

Datenquellen

Woher die Zahlen in dieser Kategorie stammen

Wir greifen auf die Institutionen zurück, die die Primärdaten erheben oder veröffentlichen. Die konkrete Quelle und ihr Veröffentlichungsdatum stehen auf jeder einzelnen Grafik.

Statistisches Bundesamt (Destatis)

Handwerksberichterstattung, Handwerkszählung, Strukturerhebung im Dienstleistungsbereich sowie Umsatzindizes für einzelne Dienstleistungsbranchen in Deutschland

Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH)

Betriebszahlen der Handwerkskammern, Ausbildungs- und Prüfungsstatistik sowie regelmäßige Konjunkturumfragen unter den Handwerksbetrieben aller Gewerke

Minijob-Zentrale (Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See)

Berichte zu geringfügig Beschäftigten, einschließlich der Beschäftigung in Privathaushalten über das Haushaltsscheckverfahren

Bundesagentur für Arbeit

Beschäftigungsstatistik nach Wirtschaftszweigen und Berufen sowie Daten zur Zeitarbeit und zur Lage auf dem Ausbildungsmarkt

Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

Erhebung der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge nach Berufen und Zuständigkeitsbereichen, darunter Handwerk sowie Industrie und Handel

Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Analysen zu Fachkräfteengpässen, zu unternehmensnahen Dienstleistungen und zum geschätzten Umfang nicht angemeldeter Arbeit in Privathaushalten

Institut für Mittelstandsforschung (IfM Bonn)

Daten und Studien zu Selbstständigkeit, Unternehmensnachfolge, Gründungen und Liquidationen im deutschen Mittelstand und Handwerk

Eurostat

Strukturelle Unternehmensstatistik zu Umsatz, Beschäftigung und Wertschöpfung von Dienstleistungsbranchen für Vergleiche zwischen den EU-Mitgliedstaaten

Häufige Fragen

Dienstleistungen & Handwerk-Statistiken: häufige Fragen

Wie unterscheidet sich die Handwerksstatistik von der normalen Branchenstatistik?

Branchenstatistiken ordnen Unternehmen nach ihrem wirtschaftlichen Schwerpunkt einem Wirtschaftszweig zu. Die Handwerksstatistik erfasst dagegen alle Betriebe, die in der Handwerksrolle oder den Verzeichnissen der Kammern eingetragen sind, unabhängig von ihrer Branche. Ein Bäcker gehört so zur Nahrungsmittelherstellung und zugleich zum Handwerk. Beide Sichtweisen ergänzen sich, dürfen aber nicht addiert werden.

Warum fehlen in vielen Dienstleistungsstatistiken aktuelle Mengenangaben?

Anders als in der Industrie gibt es für Beratungsstunden, Reparaturen oder Reinigungsleistungen selten einheitliche Mengeneinheiten. Die Statistik misst deshalb vor allem Umsätze und Beschäftigung. Um reale Entwicklungen abzuschätzen, werden Umsätze mit Preisindizes bereinigt, die für manche Dienstleistungen nur eingeschränkt verfügbar sind. Das macht Aussagen zur realen Leistung weniger präzise als in der Produktion.

Was sagt die Zahl der Ausbildungsverträge über das Handwerk aus?

Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge zeigen, wie viele junge Menschen künftig als Fachkräfte zur Verfügung stehen, und gelten deshalb als Frühindikator für die Betriebsnachfolge. Sie hängen allerdings auch von der Demografie und der Konkurrenz durch Studium und andere Ausbildungsbereiche ab. Aussagekräftig wird die Zahl erst im Zusammenspiel mit unbesetzten Ausbildungsstellen und Vertragslösungen.

Wie gut sind haushaltsnahe Dienstleistungen statistisch erfasst?

Nur teilweise. Gemeldete Minijobs in Privathaushalten und sozialversicherungspflichtig Beschäftigte bei Dienstleistungsagenturen sind gut dokumentiert. Ein großer Teil der Tätigkeiten wird jedoch nicht angemeldet und lässt sich nur über Befragungen oder Modellrechnungen abschätzen. Solche Schätzungen unterscheiden sich je nach Methode deutlich und sollten immer mit ihrer Quelle und Unsicherheit angegeben werden.

Ab wann gilt die neue Wirtschaftszweigklassifikation WZ 2025?

Die WZ 2025 setzt die europäische Klassifikation NACE Rev. 2.1 in Deutschland um und wird schrittweise in die amtlichen Statistiken eingeführt, beginnend mit Berichtszeiträumen ab 2025. Die Umstellung erfolgt je nach Erhebung zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Für die Nutzung von Zeitreihen ist entscheidend, ob Rückrechnungen vorliegen; die Methodenhinweise der jeweiligen Statistik geben darüber Auskunft.

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