Die Lebensversicherung in Deutschland in Zahlen
Die Lebensversicherung ist neben der gesetzlichen Rente die wichtigste Säule der Altersvorsorge in Deutschland. Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) nahmen Lebensversicherer, Pensionskassen und Pensionsfonds im Jahr 2025 Beiträge von 99,5 Milliarden Euro ein, 5,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Bestand befanden sich 82,6 Millionen Verträge, und an ihre Kundinnen und Kunden zahlten die Versicherer 98,9 Milliarden Euro aus, rechnerisch rund 271 Millionen Euro pro Tag.
Nach Jahren niedriger Zinsen erlebt die Branche eine Wende. Der Höchstrechnungszins für neue Verträge wurde zum 1. Januar 2025 von 0,25 auf 1,0 Prozent angehoben, und die laufende Verzinsung klassischer Policen stieg 2026 im Branchendurchschnitt auf 2,62 Prozent, den höchsten Wert seit Jahren. Gleichzeitig schrumpft der Vertragsbestand weiter, und das Wachstum kommt vor allem aus Einmalbeiträgen. Dieser Bericht zeigt die aktuellen Zahlen zu Beiträgen, Verträgen, Verzinsung, Riester und betrieblicher Altersversorgung, Kapitalanlagen, Anbietern und zum internationalen Vergleich.
| Kennzahl 2025 | Wert | Veränderung |
|---|---|---|
| Beitragseinnahmen | 99,5 Mrd. Euro | plus 5,2 Prozent |
| davon Einmalbeiträge | plus 17,1 Prozent | |
| davon laufende Beiträge | plus 0,1 Prozent | |
| Laufender Beitrag aus dem Bestand | 64,8 Mrd. Euro | plus 0,2 Prozent |
| Ausgezahlte Leistungen | 98,9 Mrd. Euro | minus 2,9 Prozent |
| Verträge im Bestand | 82,6 Mio. | minus 2 Prozent |
| Zusatzversicherungen | rund 19,3 Mio. | |
| Beitragssumme des Neugeschäfts | 346,1 Mrd. Euro | plus 5,1 Prozent |
| Kapitalanlagen der Lebensversicherer | 1,014 Bio. Euro | minus 0,1 Prozent |
| Laufender Beitrag bAV (Bestand) | 16,7 Mrd. Euro | plus 0,3 Prozent |
Welche Arten von Lebensversicherungen es gibt
Unter dem Begriff Lebensversicherung werden sehr unterschiedliche Produkte zusammengefasst. Die klassische Kapitallebensversicherung verbindet Sparen und Todesfallschutz: Am Ende der Laufzeit oder im Todesfall wird eine vereinbarte Summe mit Überschüssen ausgezahlt. Sie war bis in die 2000er-Jahre das wichtigste Produkt, hat aber stark an Bedeutung verloren, seit 2005 die Steuerfreiheit der Erträge für Neuverträge weitgehend wegfiel und die Zinsen sanken.
Heute dominiert die private Rentenversicherung, die statt einer Kapitalsumme eine lebenslange monatliche Rente zahlt und damit vor dem Risiko schützt, länger zu leben, als das Ersparte reicht. Bei fondsgebundenen Lebens- und Rentenversicherungen fließt der Sparanteil in Investmentfonds, die Rendite hängt dann von den Kapitalmärkten ab, und Garantien fallen geringer aus oder entfallen ganz. Die Risikolebensversicherung enthält dagegen keinen Sparanteil, sondern zahlt nur im Todesfall und ist daher deutlich günstiger. Hinzu kommen Zusatzversicherungen wie die Berufsunfähigkeitsversicherung, die an einen Hauptvertrag gekoppelt sein können, sowie die Verträge von Pensionskassen und Pensionsfonds in der betrieblichen Altersversorgung.
- Kapitallebensversicherung: Sparen plus Todesfallschutz, Auszahlung als Kapital.
- Private Rentenversicherung: lebenslange Rente, Schutz vor Langlebigkeitsrisiko.
- Fondsgebundene Versicherung: Sparanteil in Fonds, geringere oder keine Garantien.
- Risikolebensversicherung: reiner Todesfallschutz ohne Sparanteil.
- Zusatzversicherungen: etwa Berufsunfähigkeit oder Unfalltod, gekoppelt an einen Hauptvertrag.
Beitragseinnahmen der Lebensversicherung
Die Beitragseinnahmen der Lebensversicherung im weiteren Sinne, also einschließlich Pensionskassen und Pensionsfonds, schwanken seit Jahren um die Marke von 100 Milliarden Euro. 2015 lagen sie bei 92,7 Milliarden Euro, sanken bis 2017 leicht auf 90,6 Milliarden Euro und sprangen 2019 um 11,4 Prozent auf 103,2 Milliarden Euro, als viele Kunden hohe Einmalbeiträge einzahlten. In der Phase steigender Zinsen und hoher Inflation brachen die Einnahmen 2022 und 2023 ein, auf 97,0 und 92,0 Milliarden Euro. Seitdem geht es wieder aufwärts: 94,6 Milliarden Euro im Jahr 2024 und 99,5 Milliarden Euro im Jahr 2025.
Zurück in Richtung 100 Milliarden: Nach dem Einbruch 2022 und 2023 stiegen die Beitragseinnahmen 2025 auf 99,5 Milliarden Euro.
Treiber des Wachstums sind die Einmalbeiträge. Sie stiegen 2025 laut GDV um 17,1 Prozent, während die laufenden Beiträge mit einem Plus von 0,1 Prozent praktisch stagnierten. Der laufende Beitrag aus dem Vertragsbestand lag bei 64,8 Milliarden Euro. In der privaten Altersvorsorge erreichten die Einmalbeiträge 31,9 Milliarden Euro, ein Plus von 17,4 Prozent. Einmalbeiträge reagieren stark auf das Zinsumfeld und auf die Attraktivität alternativer Anlagen; viele Kunden nutzen die Lebensversicherung inzwischen als sichere Anlage für größere Summen, etwa aus Erbschaften oder fälligen Policen.
| Jahr | Beitragseinnahmen | Veränderung |
|---|---|---|
| 2015 | 92,7 Mrd. Euro | minus 1,1 Prozent |
| 2016 | 90,8 Mrd. Euro | minus 2,0 Prozent |
| 2017 | 90,6 Mrd. Euro | minus 0,1 Prozent |
| 2018 | 92,6 Mrd. Euro | plus 2,2 Prozent |
| 2019 | 103,2 Mrd. Euro | plus 11,4 Prozent |
| 2020 | 103,2 Mrd. Euro | 0,0 Prozent |
| 2022 | 97,0 Mrd. Euro | minus 6,0 Prozent |
| 2023 | 92,0 Mrd. Euro | minus 5,0 Prozent |
| 2024 | 94,6 Mrd. Euro | plus 2,8 Prozent |
| 2025 | 99,5 Mrd. Euro | plus 5,2 Prozent |
Für 2026 erwartet der GDV nur ein kleines Plus von 1,1 Prozent. Die Einmalbeiträge sollen um 4,8 Prozent zulegen, die laufenden Beiträge dagegen um 0,8 Prozent sinken. Die gesamte Versicherungswirtschaft nahm 2025 Beiträge von 254 Milliarden Euro ein; die Lebensversicherung ist damit gemeinsam mit der Schaden- und Unfallversicherung, die auf 99,7 Milliarden Euro kam, die größte Sparte, vor der privaten Krankenversicherung mit 54,4 Milliarden Euro.
Auf der anderen Seite stehen die Leistungen an die Kunden. 2025 zahlten Lebensversicherer, Pensionskassen und Pensionsfonds 98,9 Milliarden Euro aus, 2,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Dazu zählen fällige Kapitalauszahlungen am Ende der Laufzeit, laufende Renten, Leistungen im Todesfall sowie Rückkaufswerte gekündigter Verträge. Beiträge und Leistungen lagen damit fast gleichauf: Den 99,5 Milliarden Euro an Einnahmen standen 98,9 Milliarden Euro an Auszahlungen gegenüber. Weil immer mehr Verträge aus den geburtenstarken Jahrgängen in die Auszahlungsphase kommen, dürfte die Bedeutung der Rentenzahlungen in den nächsten Jahren weiter wachsen.
Vertragsbestand und Neugeschäft
Die Zahl der Lebensversicherungsverträge sinkt seit Jahren. Ende 2025 hatten Lebensversicherer, Pensionskassen und Pensionsfonds laut GDV 82,6 Millionen Verträge im Bestand, 2 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Weil viele ältere Kapitallebensversicherungen auslaufen und neue Verträge die Abgänge nicht ausgleichen, schrumpft der Bestand kontinuierlich. Den größten Teil machen Rentenversicherungen aus: Rund 46,4 Millionen Verträge sind Rentenpolicen.
Rentenpolicen dominieren: 46,4 der 82,6 Millionen Verträge sind Rentenversicherungen, 7,2 Millionen Risikolebensversicherungen.
Risikolebensversicherungen, die im Todesfall eine vereinbarte Summe an Hinterbliebene auszahlen, sind ein wichtiger Teil des Geschäfts. Ihre Zahl sank 2025 um 1,7 Prozent auf 7,2 Millionen Verträge, während die versicherte Summe um 2,3 Prozent auf 904,6 Milliarden Euro stieg. Im Schnitt sichern die Kunden also höhere Beträge ab. Daneben bestehen rund 19,3 Millionen Zusatzversicherungen, etwa gegen Berufsunfähigkeit oder Unfalltod, die an einen Hauptvertrag gekoppelt sind.
Das Neugeschäft wuchs dagegen kräftig. Die Beitragssumme des Neugeschäfts, also die Summe aller Beiträge, die über die gesamte Laufzeit der neu abgeschlossenen Verträge fällig werden, stieg 2025 um 5,1 Prozent auf 346,1 Milliarden Euro. Bei der Riester-Rente meldete der GDV einen starken Anstieg der Neuabschlüsse um 330,9 Prozent auf rund 0,1 Millionen Verträge, allerdings von einem sehr niedrigen Niveau aus.
Höchstrechnungszins: der Garantiezins im Wandel
Der Höchstrechnungszins, umgangssprachlich Garantiezins genannt, legt fest, welche Verzinsung ein Lebensversicherer bei neuen Verträgen höchstens garantieren darf. Er wird vom Bundesministerium der Finanzen per Verordnung festgelegt, auf Empfehlung der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV). Für Kunden ist er wichtig, weil er über die gesamte Laufzeit eines Vertrags gilt: Wer 1995 eine Lebensversicherung abschloss, hat bis heute eine Garantie von 4 Prozent auf den Sparanteil.
Erstmals wieder höher: Nach 0,25 Prozent von 2022 bis 2024 liegt der Höchstrechnungszins seit 2025 bei 1,0 Prozent.
Über drei Jahrzehnte ist der Höchstrechnungszins schrittweise gesunken. Von 4,0 Prozent ab Juli 1994 ging er über 3,25 Prozent im Jahr 2000, 2,75 Prozent 2004 und 2,25 Prozent 2007 auf 1,75 Prozent im Jahr 2012 zurück. 2015 folgte die Senkung auf 1,25 Prozent, 2017 auf 0,9 Prozent und 2022 auf nur noch 0,25 Prozent. Mit dem Anstieg der Marktzinsen nach 2022 wurde er zum 1. Januar 2025 erstmals wieder angehoben, auf 1,0 Prozent. Viele Versicherer bieten dennoch keine klassischen Garantien mehr an, sondern setzen auf Produkte mit geringeren oder gar keinen Garantien.
| Gültig ab | Höchstrechnungszins |
|---|---|
| Juli 1994 | 4,00 Prozent |
| Juli 2000 | 3,25 Prozent |
| 2004 | 2,75 Prozent |
| 2007 | 2,25 Prozent |
| 2012 | 1,75 Prozent |
| 2015 | 1,25 Prozent |
| 2017 | 0,90 Prozent |
| 2022 | 0,25 Prozent |
| 2025 | 1,00 Prozent |
Laufende Verzinsung und Überschussbeteiligung
Was Kunden tatsächlich gutgeschrieben bekommen, ist meist mehr als der Garantiezins. Die laufende Verzinsung umfasst Garantiezins und laufende Überschussbeteiligung und wird jedes Jahr von den Versicherern neu festgelegt. Nach der jährlichen Marktstudie der Ratingagentur Assekurata liegt die laufende Verzinsung klassischer privater Rentenversicherungen 2026 im Branchendurchschnitt bei 2,62 Prozent, nach 2,53 Prozent im Jahr 2025, 2,42 Prozent 2024 und 2,02 Prozent 2023.
Vierter Anstieg in Folge: Die laufende Verzinsung stieg 2026 auf 2,62 Prozent, die Gesamtverzinsung auf 3,23 Prozent.
Die Gesamtverzinsung, die zusätzlich Schlussüberschüsse und die Beteiligung an Bewertungsreserven berücksichtigt, erreichte 2026 im Schnitt 3,23 Prozent. Für sogenannte neue Klassik-Produkte mit reduzierten Garantien meldet Assekurata eine laufende Verzinsung von 2,65 Prozent und eine Gesamtverzinsung von 3,32 Prozent, für fondsgebundene Policen mit Garantien 2,49 Prozent. Die Studie umfasst 39 Unternehmen mit 62 Prozent Marktanteil. Bemerkenswert ist, dass nur noch 11 dieser Unternehmen klassische Rentenversicherungen im Neugeschäft anbieten.
Hinter dem Begriff neue Klassik verbirgt sich eine Produktgeneration, die viele Versicherer nach der Niedrigzinsphase eingeführt haben. Statt eines lebenslang garantierten Zinses wird meist nur der Erhalt der eingezahlten Beiträge zum Rentenbeginn zugesagt, teilweise auch nur ein Teil davon. Im Gegenzug können die Versicherer das Geld renditestärker anlegen, etwa mit einem höheren Aktienanteil. Dass die neue Klassik 2026 mit 2,65 Prozent laufender Verzinsung knapp über der klassischen Rentenversicherung liegt, zeigt den Spielraum, den geringere Garantien schaffen. Für Kunden bedeutet das: Die Rendite ist etwas höher, die Sicherheit über die gesamte Laufzeit aber geringer als bei Altverträgen mit festem Garantiezins.
Der Marktführer Allianz Leben deklarierte für 2026 eine laufende Verzinsung von 2,8 Prozent für sein Produkt Perspektive und 2,7 Prozent für die Klassik. Höhere Zinsen auf neue Kapitalanlagen ermöglichen den Versicherern, die Überschussbeteiligung schrittweise anzuheben. Allerdings ist ein großer Teil der Kapitalanlagen noch in älteren Anleihen mit niedrigen Zinsen gebunden, sodass sich die höheren Marktzinsen nur langsam in den Kundenrenditen niederschlagen.
- Laufende Verzinsung: 2,62 Prozent im Branchenschnitt für klassische Rentenversicherungen.
- Gesamtverzinsung: 3,23 Prozent inklusive Schlussüberschüssen.
- Neue Klassik: 2,65 Prozent laufend, 3,32 Prozent gesamt.
- Garantiezins: 1,0 Prozent Höchstrechnungszins für Neuverträge seit 2025.
- Angebot: nur noch 11 von 39 untersuchten Versicherern bieten klassische Policen neu an.
Riester-Rente und betriebliche Altersversorgung
Die staatlich geförderte Riester-Rente verliert seit Jahren an Bedeutung. Nach der Statistik des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) gab es Ende 2025 noch 14,66 Millionen Riester-Verträge, nach 14,98 Millionen ein Jahr zuvor. Mit 9,75 Millionen Verträgen entfallen zwei Drittel auf Riester-Versicherungsverträge, gefolgt von Riester-Fondssparplänen mit 3,0 Millionen, Wohn-Riester mit 1,44 Millionen und Banksparplänen mit 0,49 Millionen Verträgen.
Versicherungen dominieren Riester: 9,75 der 14,66 Millionen Riester-Verträge sind Versicherungsverträge.
Die Riester-Rente wurde 2002 eingeführt, um die Kürzungen bei der gesetzlichen Rente auszugleichen. Sparer erhalten staatliche Zulagen und können Beiträge steuerlich geltend machen, müssen aber hohe Kosten und komplizierte Regeln in Kauf nehmen. Vor einigen Jahren gab es noch mehr als 16 Millionen Verträge; seitdem geht die Zahl zurück, weil mehr Verträge gekündigt oder beitragsfrei gestellt werden, als neue hinzukommen. Bei Versicherungsverträgen sank der Bestand allein 2025 um rund 160.000.
Die Politik hat auf die schwache Entwicklung reagiert: Ab dem 1. Januar 2027 soll ein neues gefördertes privates Altersvorsorgeprodukt die Riester-Rente im Neugeschäft ablösen. Der GDV, der nach eigener Zählung rund 9,5 Millionen Riester-Renten im Bestand der Versicherer ausweist, fordert eine konsequente Fortsetzung dieser Reform.
In der betrieblichen Altersversorgung (bAV) spielen Lebensversicherer ebenfalls eine große Rolle. Laut GDV entfallen 25 Prozent der laufenden Beiträge auf die bAV; der laufende Beitrag aus dem bAV-Bestand lag 2025 bei 16,7 Milliarden Euro. Nach der Arbeitgeber- und Trägerbefragung der Bundesregierung hatten Ende 2023 rund 18,1 Millionen Beschäftigte Anwartschaften auf eine Betriebsrente, die Verbreitung lag bei rund 52 Prozent. Dabei gibt es große Unterschiede nach Betriebsgröße: In Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten haben 86 Prozent eine Betriebsrente, in Kleinstbetrieben mit bis zu neun Beschäftigten nur 25 Prozent.
| Vertragsart | Ende 2024 | Ende 2025 |
|---|---|---|
| Versicherungsverträge | 9,905 Mio. | 9,745 Mio. |
| Investmentfondsverträge | 3,062 Mio. | 2,996 Mio. |
| Wohn-Riester | 1,515 Mio. | 1,437 Mio. |
| Banksparverträge | 0,499 Mio. | 0,486 Mio. |
| Insgesamt | 14,981 Mio. | 14,664 Mio. |
Kapitalanlagen der Lebensversicherer
Lebensversicherer gehören zu den größten institutionellen Investoren in Deutschland. Ihre Kapitalanlagen beliefen sich laut GDV Ende 2025 auf rund 1,014 Billionen Euro, nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahr mit 1,015 Billionen Euro. Den Höchstwert erreichten sie 2022 mit 1,035 Billionen Euro. Das Geld ist überwiegend in festverzinslichen Wertpapieren angelegt, etwa Staats- und Unternehmensanleihen sowie Pfandbriefen, daneben in Immobilien, Infrastruktur und Aktien. Für private Haushalte sind Ansprüche gegenüber Lebensversicherungen ein wichtiger Teil ihres Geldvermögens; mehr zur Verteilung der Vermögen steht in unserem Bericht über Millionäre und Milliardäre.
Rund eine Billion Euro: Die Kapitalanlagen der Lebensversicherer liegen seit 2022 stabil bei gut einer Billion Euro.
Die Finanzaufsicht BaFin beaufsichtigte 2025 insgesamt 77 Lebensversicherer, 122 Pensionskassen und 34 Pensionsfonds. Die gebuchten Bruttobeiträge der von ihr beaufsichtigten Lebensversicherer im engeren Sinne stiegen von 89,7 Milliarden Euro auf 95,5 Milliarden Euro. Die Solvenzquote der Branche, die angibt, wie gut die Unternehmen mit Eigenmitteln gegen Risiken abgesichert sind, lag bei 373,7 Prozent und damit weit über der gesetzlichen Mindestanforderung von 100 Prozent.
Die Zahlen von GDV und BaFin sind nicht direkt vergleichbar. Der GDV erfasst die Lebensversicherung im weiteren Sinne einschließlich Pensionskassen und Pensionsfonds, die BaFin weist dagegen die Lebensversicherer im engeren Sinne getrennt aus und bewertet Kapitalanlagen teilweise anders; in ihrem Jahresbericht nennt sie für die Lebensversicherer Kapitalanlagen von 1.218,7 Milliarden Euro. Auch beim Neugeschäft gibt es Unterschiede: Die von der BaFin beaufsichtigten Lebensversicherer verbuchten 2025 Einmalbeiträge im Neugeschäft von 31,7 Milliarden Euro, der GDV meldet für die private Altersvorsorge 31,9 Milliarden Euro.
Die größten Lebensversicherer
Der deutsche Lebensversicherungsmarkt ist stark konzentriert. Mit großem Abstand größter Anbieter ist die Allianz Lebensversicherungs-AG. Nach ihrem Geschäftsbericht nahm sie 2025 Bruttobeiträge von 26,4 Milliarden Euro ein, 10,6 Prozent mehr als im Vorjahr, und verwaltete 11,7 Millionen Verträge. Die Neubeiträge lagen bei 16,6 Milliarden Euro. Auf Rang zwei und drei folgen nach Marktanteilen die Generali-Gruppe und die R+V, deren Lebens- und Pensionsversicherer 2025 Beiträge von 8,5 Milliarden Euro verbuchten, ein Plus von 12,1 Prozent.
| Unternehmen | Beitragseinnahmen 2025 | Veränderung | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Allianz Lebensversicherungs-AG | 26,4 Mrd. Euro | plus 10,6 Prozent | 11,7 Mio. Verträge |
| R+V (Leben und Pension, Konzern) | 8,5 Mrd. Euro | plus 12,1 Prozent | Konzernangabe |
| Debeka (Leben und Pensionskasse) | 3,9 Mrd. Euro | plus 3,9 Prozent | fast 117.000 neue Hauptversicherungen |
Branchenauswertungen auf Basis der Geschäftsberichte zeigen, dass die Allianz-Gruppe rund 28 Prozent des Marktes hält, gefolgt von Generali und R+V mit jeweils knapp 9 Prozent, den öffentlichen Versicherern mit rund 7,5 Prozent und Debeka mit rund 4 Prozent. Talanx, Ergo, Axa, Alte Leipziger und Zurich folgen mit jeweils 3 bis 3,5 Prozent oder weniger. Viele kleinere Anbieter haben sich aus dem Neugeschäft zurückgezogen oder ihre Bestände an Abwicklungsplattformen verkauft.
Lebensversicherung im internationalen Vergleich
Weltweit ist die Lebensversicherung ein Markt von mehreren Billionen US-Dollar. Nach der Studie World Insurance des Swiss Re Institute stiegen die gesamten Versicherungsprämien weltweit 2025 auf 8.479 Milliarden US-Dollar, davon 4.772 Milliarden in der Schaden- und Unfallversicherung. Rechnerisch entfielen damit rund 3,7 Billionen US-Dollar oder knapp 44 Prozent auf die Lebensversicherung. Real, also nach Abzug der Inflation, wuchsen die Lebensversicherungsprämien 2025 um 4,0 Prozent; für 2026 erwartet Swiss Re ein Plus von 2,3 Prozent.
In Europa wuchs die Lebensversicherung nach Swiss Re 2025 real um 2,4 Prozent, deutlich stärker als im langfristigen Trend der Jahre 2015 bis 2024 von nur 0,4 Prozent pro Jahr. Für 2026 und 2027 erwartet Swiss Re in Europa ein reales Plus von 1,5 und 1,7 Prozent. Das Geschäft mit reinem Risikoschutz, also Todesfall- und Invaliditätsabsicherung, wuchs mit 2,7 Prozent etwas schneller als das Sparen. Die europäischen Lebensversicherer sind finanziell solide aufgestellt: Ihre durchschnittliche Solvenzquote lag im April 2026 bei 224 Prozent. Die größten Wachstumsmärkte liegen allerdings in Asien. Für China rechnet Swiss Re 2026 mit einem realen Wachstum der Lebensprämien von rund 6 Prozent auf rund 633 Milliarden US-Dollar, für Indien mit rund 7 Prozent.
Deutschland ist der sechstgrößte Versicherungsmarkt der Welt. Mit Gesamtprämien von 296 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 liegt es hinter den USA mit 3.763 Milliarden, China mit 851 Milliarden, Großbritannien mit 491 Milliarden, Frankreich mit 384 Milliarden und Japan mit 327 Milliarden US-Dollar. Die USA allein stehen für 44,4 Prozent des weltweiten Prämienvolumens.
Deutschland auf Platz 6: Mit 296 Milliarden US-Dollar Prämien ist Deutschland der sechstgrößte Versicherungsmarkt der Welt.
Die Entwicklung der Lebensversicherung war 2025 international sehr unterschiedlich. In Frankreich wuchsen die Lebensprämien real um 8,0 Prozent und in Italien um 7,3 Prozent, getragen von Sparprodukten. In den entwickelten Märkten Asiens betrug das Plus 8,4 Prozent. In Japan wuchs die Lebensversicherung dagegen nur um 0,9 Prozent, in Großbritannien schrumpfte sie real um 2,9 Prozent. Für Kontinentaleuropa beschreibt Swiss Re das Wachstum als zunehmend kapitalarm, getragen von fonds- und indexgebundenen Policen statt klassischer Garantieprodukte.
Frankreich und Italien wachsen kräftig: Die Lebensprämien stiegen 2025 real um 8,0 und 7,3 Prozent, in Großbritannien sanken sie um 2,9 Prozent.
Ausblick: Wohin sich die Lebensversicherung entwickelt
Die Lebensversicherung steht vor einem Umbruch. Höhere Zinsen machen klassische Produkte wieder attraktiver, und die Überschussbeteiligung dürfte weiter leicht steigen. Gleichzeitig ziehen sich viele Anbieter aus Garantieprodukten zurück und setzen auf fondsgebundene Policen. Der GDV erwartet für 2026 nur ein geringes Beitragswachstum von 1,1 Prozent, getragen von Einmalbeiträgen.
Entscheidend für die kommenden Jahre ist die Reform der privaten Altersvorsorge. Das neue Vorsorgeprodukt, das ab 2027 die Riester-Rente im Neugeschäft ersetzen soll, könnte der Branche neue Kunden bringen, falls die Förderung attraktiv ausgestaltet wird. Daneben bleibt die betriebliche Altersversorgung ein Wachstumsfeld, da vor allem in kleinen Betrieben noch viele Beschäftigte keine Betriebsrente haben. Und mit der alternden Bevölkerung steigt die Nachfrage nach Absicherung von Langlebigkeit und Pflegebedürftigkeit.
- Zinsen: weitere Entwicklung der Überschussbeteiligung nach 2,62 Prozent im Jahr 2026.
- Reform: neues gefördertes Vorsorgeprodukt ab 2027 statt Riester.
- Bestand: weiterer Rückgang der Vertragszahl unter 82,6 Millionen erwartet.
- Produkte: Verschiebung von klassischen Garantien zu fondsgebundenen Policen.
- bAV: Ausbau der Betriebsrente in kleinen und mittleren Unternehmen.
Lebensversicherung in Zahlen
Häufig gestellte Fragen
Ende 2025 bestanden laut GDV 82,6 Millionen Verträge bei Lebensversicherern, Pensionskassen und Pensionsfonds, 2 Prozent weniger als im Vorjahr. Davon waren rund 46,4 Millionen Rentenversicherungen.
Die Lebensversicherung im weiteren Sinne nahm 2025 Beiträge von 99,5 Milliarden Euro ein, 5,2 Prozent mehr als 2024. Für 2026 erwartet der GDV ein Plus von 1,1 Prozent.
Der Höchstrechnungszins für neue Lebensversicherungsverträge liegt seit dem 1. Januar 2025 bei 1,0 Prozent, nach 0,25 Prozent von 2022 bis 2024.
Laut Assekurata liegt die laufende Verzinsung klassischer privater Rentenversicherungen 2026 im Branchendurchschnitt bei 2,62 Prozent, die Gesamtverzinsung bei 3,23 Prozent.
2025 zahlten Lebensversicherer, Pensionskassen und Pensionsfonds Leistungen von 98,9 Milliarden Euro an ihre Kunden aus, rund 271 Millionen Euro pro Tag.
Ende 2025 gab es laut BMAS 14,66 Millionen Riester-Verträge, davon 9,75 Millionen Versicherungsverträge. Die Zahl sinkt seit Jahren.
Die Allianz Lebensversicherungs-AG ist mit Beitragseinnahmen von 26,4 Milliarden Euro im Jahr 2025 und 11,7 Millionen Verträgen der mit Abstand größte Lebensversicherer in Deutschland.
2025 bestanden 7,2 Millionen Risikolebensversicherungen mit einer Versicherungssumme von insgesamt 904,6 Milliarden Euro.
Laut Swiss Re beliefen sich die weltweiten Versicherungsprämien 2025 auf 8.479 Milliarden US-Dollar, davon rechnerisch rund 3,7 Billionen US-Dollar in der Lebensversicherung. Deutschland ist mit 296 Milliarden US-Dollar der sechstgrößte Versicherungsmarkt.
GDV - Statistik Lebensversicherung 2025.
GDV - Jahresmedienkonferenz 2026.
GDV - Vertragsbestand 2025.
GDV - Kapitalanlagen der Lebensversicherer 2025.
GDV - Risikolebensversicherungen 2025.
GDV - Die deutsche Lebensversicherung in Zahlen 2025.
BaFin - Jahresbericht 2025, Versicherungsunternehmen.
Assekurata - Marktstudie Überschussbeteiligung und Garantien 2026.
Deutsche Aktuarvereinigung - Höchstrechnungszins in der Lebensversicherung.
Bundesministerium für Arbeit und Soziales - Statistik zur zusätzlichen Altersvorsorge.
Deutscher Bundestag - Arbeitgeber- und Trägerbefragung zur betrieblichen Altersversorgung.
Allianz Lebensversicherungs-AG - Geschäftsbericht 2025.
R+V Versicherung - Bilanzpressekonferenz 2026.
Debeka - Jahresergebnisse 2025.
Swiss Re Institute - sigma World Insurance 2026.
