Reichtum weltweit und in Deutschland: die wichtigsten Zahlen
Noch nie gab es so viele Superreiche wie heute. Laut der Forbes-Liste der Milliardäre 2026 besitzen weltweit 3.428 Menschen ein Vermögen von mindestens einer Milliarde US-Dollar, 400 mehr als ein Jahr zuvor. Zusammen kommen sie auf 20,1 Billionen US-Dollar. Auch die Zahl der Millionäre wächst: Nach dem Global Wealth Report 2026 der UBS kamen im Jahr 2025 weltweit fast eine Million neue Dollar-Millionäre hinzu, mehr als 2.600 pro Tag, während das weltweite Privatvermögen in US-Dollar gerechnet um 10,8 Prozent zulegte.
Deutschland spielt dabei in der ersten Liga. Mit 212 Milliardären liegt die Bundesrepublik laut Forbes auf Platz vier der Welt, hinter den USA, China und Indien. Nach Angaben der UBS leben hierzulande rund 2,6 Millionen Dollar-Millionäre. Gleichzeitig ist das Vermögen in Deutschland ungleicher verteilt als in den meisten anderen Industrieländern: Das mittlere Nettovermögen eines Haushalts lag laut Deutscher Bundesbank 2023 bei nur 103.200 Euro, während der Durchschnitt wegen der sehr hohen Vermögen an der Spitze 324.800 Euro erreichte. Dieser Bericht fasst die aktuellen Daten zu Millionären, Milliardären, Vermögensverteilung, Einkommensmillionären, Erbschaften und Vermögensmigration zusammen.
Milliardäre weltweit: Zahl und Vermögen auf Rekordniveau
Die Zahl der Milliardäre ist in den vergangenen sechs Jahren um mehr als 60 Prozent gestiegen. Forbes zählte 2020 weltweit 2.095 Milliardäre. Nach dem Boom an den Aktienmärkten während der Pandemie sprang die Zahl 2021 auf 2.755. In den Jahren 2022 und 2023 ging sie wegen steigender Zinsen und fallender Technologiewerte leicht auf 2.668 und 2.640 zurück. Seitdem geht es wieder steil nach oben: 2.781 Milliardäre im Jahr 2024, 3.028 im Jahr 2025 und 3.428 im Jahr 2026.
Rekord mit 3.428 Milliardären: Die Zahl der Milliardäre ist seit 2020 um 64 Prozent gestiegen, allein 2026 kamen 400 hinzu.
Noch stärker als die Zahl ist das Vermögen gewachsen. Das Gesamtvermögen aller Milliardäre stieg von 8,0 Billionen US-Dollar im Jahr 2020 auf 20,1 Billionen US-Dollar im Jahr 2026 und hat sich damit mehr als verdoppelt. Allein im letzten Jahr kamen rund 4 Billionen US-Dollar hinzu. Das durchschnittliche Vermögen eines Milliardärs erreichte 5,8 Milliarden US-Dollar nach 5,3 Milliarden im Vorjahr. Getrieben wurde der Anstieg vor allem durch die Kursgewinne von Technologie- und KI-Unternehmen.
Mehr als verdoppelt: Das Vermögen der Milliardäre stieg von 8,0 Billionen US-Dollar 2020 auf 20,1 Billionen US-Dollar 2026.
| Jahr | Milliardäre weltweit | Gesamtvermögen | Milliardäre in Deutschland |
|---|---|---|---|
| 2020 | 2.095 | 8,0 Bio. US-Dollar | 107 |
| 2021 | 2.755 | 13,1 Bio. US-Dollar | 136 |
| 2022 | 2.668 | 12,7 Bio. US-Dollar | 134 |
| 2023 | 2.640 | 12,2 Bio. US-Dollar | 126 |
| 2024 | 2.781 | 14,2 Bio. US-Dollar | 132 |
| 2025 | 3.028 | 16,1 Bio. US-Dollar | 171 |
| 2026 | 3.428 | 20,1 Bio. US-Dollar | 212 |
Die Spitze der Liste wird von Technologieunternehmern dominiert. Elon Musk, Gründer von Tesla und SpaceX, ist mit 839 Milliarden US-Dollar mit großem Abstand der reichste Mensch der Welt. Auf den Plätzen zwei und drei folgen die Google-Gründer Larry Page mit 257 Milliarden und Sergey Brin mit 237 Milliarden US-Dollar, danach Amazon-Gründer Jeff Bezos und Meta-Chef Mark Zuckerberg. Mit Bernard Arnault aus Frankreich und Amancio Ortega aus Spanien stehen nur zwei Europäer unter den zehn Reichsten. Insgesamt 20 Menschen besitzen inzwischen mehr als 100 Milliarden US-Dollar, fünf mehr als ein Jahr zuvor.
Musk weit vorn: Elon Musk ist mit 839 Milliarden US-Dollar mehr als dreimal so reich wie Larry Page auf Platz zwei.
Die Liste wird vielfältiger, bleibt aber männlich dominiert. Forbes zählt 2026 insgesamt 481 Milliardärinnen, 14 Prozent aller Milliardäre; 122 von ihnen haben ihr Vermögen selbst aufgebaut. Reichste Frau der Welt ist die Walmart-Erbin Alice Walton mit 134 Milliarden US-Dollar. Insgesamt gelten 67 Prozent der Milliardäre als Selfmade, also als Menschen, die ihr Vermögen nicht geerbt, sondern selbst geschaffen haben. 35 Milliardäre sind jünger als 30 Jahre. Neu auf der Liste stehen 390 Personen, während 89 herausfielen und 39 im vergangenen Jahr verstorben sind.
- Anzahl: 3.428 Milliardäre, 400 mehr als 2025.
- Vermögen: 20,1 Billionen US-Dollar, im Schnitt 5,8 Milliarden pro Person.
- Neu auf der Liste: 390 Personen, 89 fielen heraus.
- Frauen: 481 Milliardärinnen, 14 Prozent der Liste; reichste Frau ist Alice Walton mit 134 Milliarden US-Dollar.
- Selfmade: 67 Prozent haben ihr Vermögen selbst aufgebaut.
In welchen Ländern die meisten Milliardäre leben
Die Vereinigten Staaten sind mit großem Abstand das Land der Milliardäre. Laut Forbes lebten 2026 dort 989 Milliardäre mit einem Gesamtvermögen von 8,4 Billionen US-Dollar, also fast 30 Prozent aller Milliardäre weltweit. China folgt mit 539 Milliardären, oder 610, wenn man Hongkong einrechnet. Auf Platz drei liegt Indien mit 229 Milliardären und einem Vermögen von rund 1 Billion US-Dollar.
Deutschland auf Platz 4: Mit 212 Milliardären liegt Deutschland hinter den USA, China und Indien und vor Russland.
Deutschland belegt mit 212 Milliardären und einem gemeinsamen Vermögen von rund 1 Billion US-Dollar den vierten Platz und ist damit das Land mit den meisten Milliardären in Europa. Dahinter folgen Russland mit 147, Italien mit 89 und Kanada mit 82 Milliardären. Insgesamt kommen die Milliardäre auf der Forbes-Liste aus 80 Ländern und Territorien.
| Rang | Land | Milliardäre 2026 | Gesamtvermögen |
|---|---|---|---|
| 1 | USA | 989 | 8,4 Bio. US-Dollar |
| 2 | China (ohne Hongkong) | 539 | 2,2 Bio. US-Dollar |
| 3 | Indien | 229 | 1,0 Bio. US-Dollar |
| 4 | Deutschland | 212 | 1,0 Bio. US-Dollar |
| 5 | Russland | 147 | 649 Mrd. US-Dollar |
| 6 | Italien | 89 | 483 Mrd. US-Dollar |
| 7 | Kanada | 82 | 457 Mrd. US-Dollar |
| 8 | Hongkong | 71 | 420 Mrd. US-Dollar |
| 9 | Brasilien | 70 | 265 Mrd. US-Dollar |
| 10 | Taiwan | 66 | 245 Mrd. US-Dollar |
Milliardäre in Deutschland
Die Zahl der deutschen Milliardäre ist in kurzer Zeit stark gestiegen. Forbes zählte 2020 noch 107 Milliardäre in Deutschland. Bis 2024 stieg die Zahl auf 132, dann auf 171 im Jahr 2025 und 212 im Jahr 2026. Das gemeinsame Vermögen der deutschen Milliardäre wuchs von 644 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024 auf rund 1 Billion US-Dollar im Jahr 2026. Ein Teil des Anstiegs geht auf den schwächeren US-Dollar zurück, der die in Euro gehaltenen Vermögen in Dollar gerechnet größer erscheinen lässt.
Fast verdoppelt: Die Zahl der Milliardäre in Deutschland stieg von 107 im Jahr 2020 auf 212 im Jahr 2026.
Reichster Deutscher ist Dieter Schwarz, der Eigentümer der Schwarz-Gruppe mit den Handelsketten Lidl und Kaufland. Forbes bezifferte sein Vermögen im März 2026 auf 67,2 Milliarden US-Dollar, was Platz 29 der Weltrangliste bedeutete. Dahinter folgten der Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne mit 41,9 Milliarden US-Dollar sowie BMW-Großaktionär Stefan Quandt und die Unternehmerfamilie Würth mit je 30,1 Milliarden US-Dollar. Klaus-Michael Kühne ist im August 2026 im Alter von 89 Jahren verstorben. Susanne Klatten, die Schwester von Stefan Quandt, ist mit 29,7 Milliarden US-Dollar die reichste Frau Deutschlands.
Lidl-Eigentümer vorn: Dieter Schwarz ist mit 67,2 Milliarden US-Dollar der reichste Deutsche, mit deutlichem Abstand vor Klaus-Michael Kühne.
Typisch für Deutschland ist, dass die größten Vermögen meist in Familienunternehmen stecken, oft seit Generationen. Zu den reichsten Familien gehören die Eigentümer von Aldi Süd und Aldi Nord, die Quandts mit ihrer BMW-Beteiligung, die Würths, die Schaefflers und die Merckles. Mit Andreas von Bechtolsheim, einem frühen Google-Investor, steht auch ein Technologieunternehmer unter den zehn reichsten Deutschen. Das Magazin manager magazin, das jedes Jahr eine eigene Liste der 500 reichsten Deutschen veröffentlicht, kommt nach eigener Methode sogar auf mehr als 250 Milliardäre.
| Rang | Name | Vermögen | Weltrang |
|---|---|---|---|
| 1 | Dieter Schwarz (Lidl, Kaufland) | 67,2 Mrd. US-Dollar | 29 |
| 2 | Klaus-Michael Kühne (Kühne und Nagel, verstorben 2026) | 41,9 Mrd. US-Dollar | 47 |
| 3 | Stefan Quandt (BMW) | 30,1 Mrd. US-Dollar | 75 |
| 3 | Reinhold Würth und Familie | 30,1 Mrd. US-Dollar | 75 |
| 5 | Susanne Klatten (BMW, Altana) | 29,7 Mrd. US-Dollar | 79 |
| 6 | Andreas von Bechtolsheim und Familie | 27,9 Mrd. US-Dollar | 90 |
| 7 | Georg Schaeffler | 19,2 Mrd. US-Dollar | 144 |
| 8 | Karl Albrecht Jr. und Familie (Aldi Süd) | 19,1 Mrd. US-Dollar | 146 |
| 8 | Beate Heister (Aldi Süd) | 19,1 Mrd. US-Dollar | 146 |
| 10 | Ludwig Merckle | 18,3 Mrd. US-Dollar | 156 |
Millionäre weltweit
Unterhalb der Milliardäre gibt es eine sehr viel größere Gruppe von Millionären. Nach dem Global Wealth Report 2026 der UBS stieg die Zahl der Dollar-Millionäre im Jahr 2025 um 1,5 Prozent. Weltweit kamen fast eine Million neue Millionäre hinzu, davon mehr als 440.000 in den USA, die damit fast die Hälfte aller neuen Millionäre stellten. Neben den USA zählen China, Japan, Deutschland, Großbritannien und Frankreich jeweils mehr als zwei Millionen Millionäre. Für Deutschland nennt die UBS rund 2,6 Millionen Dollar-Millionäre, etwa 1 Prozent mehr als im Vorjahr.
Der Vermögenszuwachs war regional sehr unterschiedlich. In US-Dollar gerechnet stieg das Privatvermögen 2025 in Europa, dem Nahen Osten und Afrika um 17,5 Prozent, auch weil der Euro gegenüber dem Dollar aufwertete. In Nord- und Südamerika betrug das Plus 8,5 Prozent, im asiatisch-pazifischen Raum 5,9 Prozent. Mehr als die Hälfte des weltweiten Privatvermögens entfällt weiterhin auf die USA und China. Gleichzeitig ist der Anteil der Erwachsenen mit weniger als 10.000 US-Dollar Vermögen deutlich gesunken, von fast 75 Prozent im Jahr 2000 auf gut 41 Prozent im Jahr 2025.
Die meisten Millionäre sind keine Superreichen. Die UBS bezeichnet Menschen mit einem Vermögen zwischen einer und fünf Millionen US-Dollar als Alltagsmillionäre. In ihrem Bericht 2025 bezifferte sie deren Zahl auf rund 52 Millionen, die zusammen etwa 107 Billionen US-Dollar besitzen. Oft besteht ihr Vermögen zu einem großen Teil aus einer selbst genutzten Immobilie und Altersvorsorge, wodurch in teuren Städten auch Haushalte mit mittleren Einkommen zu Millionären werden.
Die Beratungsfirma Capgemini zählt in ihrem World Wealth Report 2026 nur Menschen mit einem investierbaren Vermögen von mindestens einer Million US-Dollar, ohne die selbst genutzte Immobilie. Diese sogenannten High Net Worth Individuals (HNWI) gab es Ende 2025 weltweit 25,3 Millionen, fast zwei Millionen mehr als ein Jahr zuvor. Ihr Vermögen stieg um 8,7 Prozent auf 98,3 Billionen US-Dollar, der stärkste Zuwachs seit 2018. In Deutschland wuchs die Zahl dieser Millionäre um 11,1 Prozent und ihr Vermögen um 12,7 Prozent.
Ein Prozent hält ein Drittel: Die rund 250.000 Ultrareichen mit mehr als 30 Millionen US-Dollar besitzen 34,8 Prozent des Vermögens aller Millionäre.
Innerhalb der Millionäre ist das Vermögen noch einmal stark konzentriert. Die große Mehrheit, 22,65 Millionen Menschen, besitzt zwischen einer und fünf Millionen US-Dollar und hält zusammen 42,5 Prozent des Vermögens. Rund 2,35 Millionen Menschen mit fünf bis 30 Millionen US-Dollar kommen auf 22,7 Prozent. Die rund 250.000 Ultra High Net Worth Individuals mit mehr als 30 Millionen US-Dollar machen nur etwa ein Prozent der Gruppe aus, besitzen aber 34,8 Prozent ihres Vermögens. Ihre Zahl stieg 2025 um 9,4 Prozent.
Asien und Nordamerika vorn: Die Zahl der Millionäre wuchs 2025 im asiatisch-pazifischen Raum um 9,4 Prozent und in Nordamerika um 9,1 Prozent, in Europa um 6,5 Prozent.
Regional wuchs die Zahl der Millionäre im asiatisch-pazifischen Raum am stärksten, um 9,4 Prozent, knapp vor Nordamerika mit 9,1 Prozent. In den USA allein gab es laut Capgemini 8,7 Millionen HNWI, 736.000 mehr als im Vorjahr. Europa kam auf ein Plus von 6,5 Prozent, Afrika auf 4,1 Prozent. In Lateinamerika stagnierte die Zahl, im Nahen Osten ging sie um 1,4 Prozent zurück. Die Immobilienberatung Knight Frank schätzt die Zahl der Menschen mit mehr als 30 Millionen US-Dollar Vermögen für 2026 auf 713.626, gegenüber 551.435 im Jahr 2021.
Durchschnitts- und Medianvermögen im Ländervergleich
Gemessen am Vermögen pro Kopf sind die Schweizer die reichsten Menschen der Welt. Laut UBS besaß ein Erwachsener in der Schweiz Ende 2025 im Durchschnitt 910.382 US-Dollar, vor den USA mit 696.277 US-Dollar und Australien mit 616.306 US-Dollar. Deutschland liegt mit einem Durchschnittsvermögen von 346.613 US-Dollar pro Erwachsenem auf Platz 14 der 30 größten Märkte.
Deutschland im Mittelfeld: Mit 346.613 US-Dollar pro Erwachsenem hat Deutschland nur gut ein Drittel des Durchschnittsvermögens der Schweiz.
Deutlich schlechter schneidet Deutschland beim Medianvermögen ab, also bei dem Wert, der die Bevölkerung in eine reichere und eine ärmere Hälfte teilt. Hier liegt Deutschland mit 53.485 US-Dollar pro Erwachsenem nur auf Platz 30 der UBS-Rangliste. Der große Abstand zwischen Durchschnitt und Median zeigt, wie ungleich das Vermögen verteilt ist: Wenige sehr große Vermögen ziehen den Durchschnitt nach oben, während viele Haushalte nur wenig besitzen. Ein Grund ist die im internationalen Vergleich niedrige Wohneigentumsquote in Deutschland.
Vermögensverteilung in Deutschland
Die genauesten Daten zur Vermögensverteilung in Deutschland liefert die Studie Private Haushalte und ihre Finanzen (PHF) der Deutschen Bundesbank. Nach der jüngsten Erhebung für 2023 lag das Nettovermögen des mittleren Haushalts, der Median, bei 103.200 Euro, etwas weniger als 2021 mit 106.600 Euro. Das durchschnittliche Nettovermögen stieg dagegen von 316.500 Euro auf 324.800 Euro. Nach Abzug der Inflation gingen beide Werte zurück: In Preisen von 2010 lag der Median bei 76.000 Euro und der Durchschnitt bei 239.200 Euro.
Durchschnitt dreimal so hoch wie Median: 2023 lag das durchschnittliche Nettovermögen bei 324.800 Euro, der Median nur bei 103.200 Euro.
Die Ungleichheit ist hoch und verändert sich kaum. Der Gini-Koeffizient für das Nettovermögen lag 2023 bei 72 Prozent nach 73 Prozent im Jahr 2021; ein Wert von 100 Prozent würde bedeuten, dass ein einziger Haushalt alles besitzt. Die reichsten zehn Prozent der Haushalte besitzen laut PHF mehr als die Hälfte des gesamten Nettovermögens. Werden sehr reiche Haushalte, die in Befragungen kaum erfasst werden, über die Verteilungsrechnung der Bundesbank ergänzt, entfielen im dritten Quartal 2023 rund 60,5 Prozent auf die reichsten zehn Prozent.
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) kam in einer Studie mit einer Zusatzstichprobe von Millionären zu noch höheren Werten: Demnach besitzt das reichste Prozent der Erwachsenen rund 35 Prozent des individuellen Nettovermögens und die reichsten zehn Prozent rund 67 Prozent. Etwa 1,5 Prozent der Erwachsenen verfügten über ein Nettovermögen von mindestens einer Million Euro. Die Daten beziehen sich allerdings auf das Jahr 2017 und wurden 2020 veröffentlicht.
Das Geldvermögen der privaten Haushalte, also Bargeld, Einlagen, Wertpapiere und Versicherungsansprüche ohne Immobilien, erreichte laut Bundesbank Ende 2025 rund 9.504 Milliarden Euro. Im ersten Quartal 2026 sank es leicht auf 9.490 Milliarden Euro, weil Kursverluste an den Finanzmärkten die Neuanlagen von 94 Milliarden Euro überwogen.
| Kennzahl | 2021 | 2023 |
|---|---|---|
| Median des Nettovermögens je Haushalt | 106.600 Euro | 103.200 Euro |
| Durchschnitt des Nettovermögens je Haushalt | 316.500 Euro | 324.800 Euro |
| Gini-Koeffizient | 73 Prozent | 72 Prozent |
| Anteil der reichsten 10 Prozent | mehr als die Hälfte | mehr als die Hälfte (60,5 Prozent inkl. DWA, Q3 2023) |
Einkommensmillionäre in Deutschland
Neben dem Vermögen lässt sich Reichtum auch am Einkommen messen. Laut Statistischem Bundesamt (Destatis) gab es im Jahr 2021 in Deutschland rund 34.500 Einkommensmillionäre, also Steuerpflichtige mit Einkünften von mindestens einer Million Euro. Das waren 18 Prozent mehr als 2020. Sie machten nur 0,3 Prozent aller Steuerpflichtigen aus, erzielten aber 7,8 Prozent aller Einkünfte und zahlten 15,7 Prozent der gesamten Einkommensteuer. Im Durchschnitt verdienten sie 2,8 Millionen Euro.
Die meisten Einkommensmillionäre sind Unternehmer. Bei rund 20.600 von ihnen stammten die Einkünfte überwiegend aus Gewerbebetrieb, bei rund 6.500 aus nichtselbstständiger Arbeit, also aus einem Angestelltengehalt, und bei rund 5.300 aus selbstständiger Arbeit, etwa als Ärztin, Anwalt oder Berater. Da die Steuerstatistik mit großer Verzögerung erscheint, ist 2021 weiterhin das aktuellste verfügbare Jahr.
Erbschaften und Schenkungen
In Deutschland wird so viel Vermögen vererbt und verschenkt wie nie zuvor. Nach Angaben von Destatis setzten die Finanzverwaltungen im Jahr 2025 Erbschaft- und Schenkungsteuer in Höhe von 21,4 Milliarden Euro fest, ein Rekord und 60,8 Prozent mehr als 2024. Das steuerlich berücksichtigte übertragene Vermögen stieg um 23,1 Prozent auf 141,1 Milliarden Euro. Davon entfielen 77,9 Milliarden Euro auf Erbschaften und Vermächtnisse und 63,2 Milliarden Euro auf Schenkungen.
Besonders stark stieg die Steuer auf sehr große Übertragungen: Bei Erwerben von 20 Millionen Euro oder mehr wuchs die festgesetzte Steuer um 146,8 Prozent. Die Erbschaftsteuer allein brachte 13,3 Milliarden Euro, die Schenkungsteuer 8,1 Milliarden Euro. Weltweit schätzt die UBS, dass in den kommenden 20 bis 25 Jahren mehr als 83 Billionen US-Dollar vererbt oder übertragen werden, davon 74 Billionen zwischen den Generationen.
| Kennzahl | 2025 | Veränderung gegenüber 2024 |
|---|---|---|
| Festgesetzte Erbschaft- und Schenkungsteuer | 21,4 Mrd. Euro | plus 60,8 Prozent (2024: 13,3 Mrd. Euro) |
| Übertragenes Vermögen insgesamt | 141,1 Mrd. Euro | plus 23,1 Prozent |
| davon Erbschaften und Vermächtnisse | 77,9 Mrd. Euro | plus 18,1 Prozent |
| davon Schenkungen | 63,2 Mrd. Euro | plus 28,7 Prozent |
| Erbschaftsteuer | 13,3 Mrd. Euro | plus 57,1 Prozent |
| Schenkungsteuer | 8,1 Mrd. Euro | plus 67,3 Prozent |
- Rekord: 21,4 Milliarden Euro Erbschaft- und Schenkungsteuer.
- Übertragungen: 141,1 Milliarden Euro, davon 77,9 Milliarden Euro Erbschaften.
- Schenkungen: plus 28,7 Prozent auf 63,2 Milliarden Euro.
- Große Vermögen: Steuer auf Erwerbe ab 20 Millionen Euro plus 146,8 Prozent.
- Weltweit: mehr als 83 Billionen US-Dollar Vermögensübertragung in 20 bis 25 Jahren (UBS).
Wohin Millionäre ziehen
Millionäre sind mobil und ziehen dorthin, wo Steuern niedrig und Lebensqualität hoch sind. Nach dem Private Wealth Migration Report 2025 der Beratungsfirma Henley und Partners wurde für 2025 erwartet, dass rund 142.000 Millionäre ihren Wohnsitz in ein anderes Land verlegen. Die meisten Zuzüge wurden für die Vereinigten Arabischen Emirate mit einem Nettozuwachs von 9.800 Millionären erwartet, gefolgt von den USA mit 7.500 und Italien mit 3.600.
Großbritannien verliert am meisten: Für 2025 wurde eine Nettoabwanderung von 16.500 Millionären aus Großbritannien erwartet, während die Emirate 9.800 gewinnen.
Die größten Verluste wurden für Großbritannien erwartet, mit einer Nettoabwanderung von 16.500 Millionären, nachdem das Land die Steuervorteile für Ausländer ohne dauerhaften Wohnsitz, den sogenannten Non-Dom-Status, abgeschafft hatte. Auch China mit 7.800 und Indien mit 3.500 verlieren viele Millionäre. Für Deutschland wurde eine Nettoabwanderung von rund 400 Millionären prognostiziert, ein im Verhältnis zur Zahl der deutschen Millionäre geringer Wert. Im Bericht für 2026 hat Henley die Methode umgestellt und bewertet Länder nun mit einem Index; Deutschland erreicht dort 69,7 Punkte.
Ausblick: Wie sich Reichtum weiter entwickelt
Die Zahl der Millionäre und Milliardäre dürfte weiter steigen, solange die Aktienmärkte zulegen. Ein großer Teil der großen Vermögen besteht aus Unternehmensbeteiligungen, deren Wert direkt von den Börsenkursen abhängt. Der Boom der künstlichen Intelligenz hat die Vermögen der Technologieunternehmer in den vergangenen zwei Jahren besonders stark wachsen lassen. Ein Einbruch an den Märkten würde umgekehrt auch die Zahl der Milliardäre schnell sinken lassen, wie die Jahre 2022 und 2023 gezeigt haben.
Für Deutschland stehen vor allem zwei Themen im Mittelpunkt. Zum einen die große Erbschaftswelle: Die Generation der Babyboomer überträgt in den kommenden Jahren ein Rekordvermögen, was die Einnahmen aus der Erbschaftsteuer weiter steigen lassen dürfte. Zum anderen die Debatte über die Vermögensverteilung und die Besteuerung großer Vermögen und Betriebsvermögen, die angesichts der Rekordzahl an Milliardären und der hohen Ungleichheit weiter an Bedeutung gewinnen dürfte.
- Börsen: Kursentwicklung von Technologie- und KI-Werten als wichtigster Treiber der großen Vermögen.
- Erbschaften: steigende Übertragungen durch die Generation der Babyboomer.
- Politik: Diskussion um Erbschaftsteuer und Vermögensbesteuerung.
- Migration: Wettbewerb der Länder um vermögende Zuwanderer.
- Neue Daten: die nächste Liste der 500 reichsten Deutschen des manager magazins erscheint üblicherweise im Oktober.
Reichtum in Zahlen
Häufig gestellte Fragen
Laut der Forbes-Liste 2026 gibt es weltweit 3.428 Milliardäre, so viele wie nie zuvor. Zusammen besitzen sie 20,1 Billionen US-Dollar.
Forbes zählt 2026 in Deutschland 212 Milliardäre mit einem gemeinsamen Vermögen von rund 1 Billion US-Dollar. Deutschland liegt damit weltweit auf Platz vier.
Nach dem Global Wealth Report 2026 der UBS leben in Deutschland rund 2,6 Millionen Dollar-Millionäre. Capgemini zählt nur Personen mit mindestens einer Million US-Dollar investierbarem Vermögen und kommt auf eine deutlich kleinere Zahl.
Elon Musk ist laut Forbes 2026 mit einem Vermögen von 839 Milliarden US-Dollar der reichste Mensch der Welt, vor Larry Page mit 257 Milliarden und Sergey Brin mit 237 Milliarden US-Dollar.
Der reichste Deutsche ist Dieter Schwarz, Eigentümer von Lidl und Kaufland. Forbes schätzte sein Vermögen im März 2026 auf 67,2 Milliarden US-Dollar.
Laut Bundesbank lag das Nettovermögen des mittleren Haushalts 2023 bei 103.200 Euro. Der Durchschnitt war mit 324.800 Euro dreimal so hoch, weil wenige sehr reiche Haushalte ihn nach oben ziehen.
Der Gini-Koeffizient für das Nettovermögen lag 2023 bei 72 Prozent. Die reichsten zehn Prozent der Haushalte besitzen mehr als die Hälfte des Vermögens, unter Einbeziehung sehr reicher Haushalte rund 60 Prozent.
Laut Statistischem Bundesamt gab es 2021 rund 34.500 Einkommensmillionäre mit Einkünften von mindestens einer Million Euro. Sie zahlten 15,7 Prozent der gesamten Einkommensteuer.
2025 wurden in Deutschland Vermögen von 141,1 Milliarden Euro vererbt oder verschenkt und dabei 21,4 Milliarden Euro Erbschaft- und Schenkungsteuer festgesetzt, so viel wie nie zuvor.
Forbes - World Billionaires List 2026, Fakten und Zahlen.
Forbes - Länder mit den meisten Milliardären 2026.
Forbes - World Billionaires List 2025.
Forbes - World Billionaires List 2020.
UBS - Global Wealth Report 2026, Pressemitteilung.
UBS - Global Wealth Report 2025, Vermögensübertragung.
Capgemini - World Wealth Report 2026.
Knight Frank - Wealth Report 2026.
Deutsche Bundesbank - Studie Private Haushalte und ihre Finanzen 2023.
Deutsche Bundesbank - Geldvermögen der privaten Haushalte, erstes Quartal 2026.
Statistisches Bundesamt - Einkommensmillionäre 2021.
Statistisches Bundesamt - Erbschaft- und Schenkungsteuer 2025.
DIW Berlin - Vermögenskonzentration in Deutschland.
Henley und Partners - Private Wealth Migration Report 2025.
